Das X-odus Forum befindet sich derzeit in einer Pause.
Für all Diejenigen, die ihre Charaktere bis zum Wiederbeginn
nicht ruhen lassen wollen, empfiehlt die SL euch
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Wir wünschen unseren fleissigen Usern viel Spass
auf der neuen Plattform und hoffen
euch alle in alter Frische und mit dem gleichen Elan
bald auch wieder an dieser Stelle begrüssen zu können.
Er hatte den Kopf in den Nacken gelegt, während er zurück gelehnt auf dem Stuhl saß und das Buch in einer Hand vor Augen hielt. Dorian war müde, aber er ging nicht nach oben, obwohl ihn auch hier unten in den Subs nur eine Tatsache hielt; die Auswertungen seiner Dateien. Über eines war er sich nun ganz sicher und er hatte auch schon mit Mr. Summers darüber gesprochen. Aber wie machte man es einem jungen Mädchen begreiflich?
'She's dead', he said; 'I've not waited for you to learn that. Put your handkerchief away - don't snivel before me. Damn you all! she wants none of your tears.'
Wie machte man einem jungen Mädchen begreiflich, dass es keine Eltern hatte und aus einem Reagenzglas stammte? Aus dem Reagenzglas von GENETHICS. Wie sollte er ihr sagen, dass sie nichts anderes als eine Züchtung war? Das konnte er nicht.
'Did she die like a saint? Come, give me a true history of the event. How did -'
Aber sein Entschluss stand fest. Er hatte es mit Scott Summers besprochen und auch er hatte dem Ganzen letztlich zugestimmt, denn Seana existierte offiziell überhaupt nicht. Noch hatte sie keinen Nachnamen, aber den würde sie bald bekommen. Seana Hayward.
'And I pray one prayer - I repeat it till my tongue stiffens. You said I killed you - haunt me, then. The murdered do haunt their murderers. I believe - I know that ghosts have wandered on earth.'
Dorian ließ die Hand sinken und sah eine Weile an die Decke des Raumes. Er vermisste jemanden, mit dem er reden konnte. Jemand, mit dem er nicht nur beiläufige Gespräche führte oder der medizinische Hilfe brauchte. Er vermisste Raguel.
Es kam in letzter Zeit öfters vor, das Jean diesen einen, bestimmten Namen hörte. Es war, als würde das ganze verdammte Institut tief einatmen und in einem monotonen wie atemlosen Hauchen diesen einen Namen wispern. Ein Name, der einmal einem Toten gehörte und der nun wieder über die dünne Kruste des lodernden Erdballs wanderte. Aber er war nicht in greifbarer Nähe...
Jean stand einen Moment lang auf dem Gang und sah die Tür an, die eben diesen Namen gewispert hatte, den sie so oft hörte. Es war nicht so, dass sie Angst vor diesem Namen hatte oder in irgendeiner Weise vor dem Institut, aber dieses geisterhafte Flüstern jagte ihr doch immer wieder eine Gänsehaut über den Rücken. Durch das stetige, passive Training ihrer Telepathie im Kunstunterricht mit den Kindern, schien sie rasche Fortschritte zu machen und ihre Reichweite, sowie Intensität stieg rasch an und es war, als könnte sie das Gras wachsen sehen... im übertragenen Sinne.
Sie blinzelte und es fühlte sich an, als hätte sie es für eine ganze Weile einfach vergessen. Was wollte sie doch gleich? Ach ja! Sie erinnerte sich und setzte sich wieder in Bewegung. Dieses Flüstern... als wäre er ein Märtyrer und niemand könnte ihn vergessen. Ein Geist, ein Götze... irgendwie bekam sie doch Angst.
Liam war ein verdammt glücklicher Mann, so glücklich das er des nachts manchmal aufwachte und dem Atem seiner Kinder und seiner Frau lauschen musste um sich zu vergewissern, dass dieses einfache aber so wundervolle Leben kein Traum war. Es hatte andere Zeiten gegeben, es hatte Zeiten gegeben in denen er nur für seinen Job gestorben war und es hatte Zeiten gegeben in denen er beinahe selbstzerstörerisch zu seinem Körper gewesen war, es war die Zeit gewesen in der er jedes Klischee eines Cops gerecht geworden war und sich beinahe am Whiskey verloren hatte und dann war Rohey in sein Leben gekommen und hatte ihm die Sonne zurück gebracht.
Als frisch gebackener Vater war die Zeit ohnehin immer knapp und noch knapper war sie wenn Liam für sein tägliches Brot hart arbeiten mußte, nicht das er nicht gern noch böser war als die richtig bösen Jungs und sie hinter Schloss und Riegel brachte.
"Tag Jeannie." Himmel, sie hatten bestausgestattete Subs und Liam benutzte sie so gut wie nie. Heute hatte er genau das geändert. Sein Haar war vom Schwimmen immer noch feucht und sein Grinsen war einfach viel zu gutaussehend. Liam war ganz bestimmt nicht eingebildet, aber er wußte was er für eine Wirkung auf Frauen hatte und die Frau die sich seiner Wirkung wirklich entziehen konnte, war entweder lesbisch oder blind, taub und stumm.
Er hob die Hand als er an ihr vorbei ging und weiter den Gang entlang schlenderte, er war schon an der angelehnten Tür zu dem Labor indem Dorian sass vorbei geschritten als ihm bewusst wurde, dass das der Arzt sein mußte den sie gerettet hatten und den Liam noch immer nicht kannte. Er schritt zurück klopfte an die Tür und grinste den jungen Mann gutgelaunt an. "Hey. Hast du einen Kaffee für mich übrig?"
Dorian rieb sich über die Lider und sah zurück zur Tür. Anfangs war er sich gar nicht sicher, ob Liam ihn meinte, da er ihn zwar ab und an auf dem Gelände sah, sie beide aber noch nie miteinander gesprochen hatten. Er legte das Buch beiseite und streckte sich mit einem leichten Grinsen.
"Da hinten... bediene dich."
Ohne Kaffee würde er die Nächte nicht wirklich durchhalten. Allerdings musste er auch irgendwann mal wieder etwas essen, das vergaß er zur Zeit ziemlich oft, wenn er vor dem Bildschirm saß. Dorian räumte einige Unterlagen zusammen und fragte sich, welcher Tag heute eigentlich war. Er musste unbedingt mal wieder nach Seana schauen. Langsam sah er auf und musterte Liam, von dem er nicht einmal genau wusste, wie er hieß.
Liam grinste. Genau genommen grinste er zur Zeit immer, ohne es wirklich zu merken. "Ach komm, so schlimm bin ich ja nicht, dass du schon wieder gehen musst." Er schritt zu der Kaffeekanne und angelte bereits nach einem Kaffeebecher um sich einen Schluck einzugießen. Er trank. "Hmmm, lecker. Kalt!"
Wie lang arbeitete der Knilch denn schon wieder hier unten? Sariel hatte so einiges über Dorian erzählt und noch wußte Liam nicht, ob ihm das gefiel.
Er trat zurück, streckte dem jungen Mann die Hand entgegen. "Dorian, richtig? Dorian mit den Wasseraugen. Ich bin Liam. Cousin von Raguel und Sariel und Cousin von Horatio und Colum." Viele Namen, oder? Hatte das einen Grund warum er das sagte? Wäre beinahe logisch wenn er das so erwähnte.
Dorian sah Liam noch einen Moment etwas skeptisch an, ehe er langsam schmunzelte und Liams Hand schüttelte, ohne sich wirklich von seinem Stuhl erhoben zu haben. Dorian mit den Wasseraugen... das hörte sich irgendwie grotesk amüsant an. Letztlich packte er seine Akten aber doch unter den Arm und ließ den Pc herunterfahren.
"Dann musst du wohl noch einmal einen aufsetzen, bin schon eine Weile hier. Und ja... ich bin Dorian. Freut mich, Liam."
Er hatte sich erhoben und lehnte nun gegen die Kante des Tisches. So... hatte Sariel über ihn erzählt? Was hatte er Liam denn über ihn erzählt? Aber er hätte es sich ohnehin schon denken können, hätte Liam dies angesprochen.
Den Grund, warum Liam seine Verwandschaftsverhältnisse aufzählte, konnte Dorian nur in den beiden ersten Namen nachvollziehen, mit Horatio und Colum hatte er beinahe nichts zutun. Noch einmal schmunzelte er kurz.
"Na ja, ich wollte eigentlich mal wieder nach oben gehen und etwas essen. Es liegt also weniger an deiner Beschwerde bezüglich meines kalten Kaffees."
Irgendwie hatte er jedoch das Gefühl, dass Liam ihm irgendetwas sagen wollte. Oder bildete er sich das nur ein?
"Och, auf der Wache bin ich schlimmeren Kaffee gewohnt." Ja, Liam wirkte einfach sympathisch, zwar konnte man sich bei Leibe vorstellen, dass er der menschgewordene Schürzenjäger aller Schürzenjäger war, aber die Zeiten waren lang vorbei. Nun hatte er Rohey. Er nahm noch einen kräftigen Schluck und musterte sein Gegenüber eindringlich. Er wußte nicht so genau wie er es sagen sollte, aber er wußte wie Sariel so drauf war, wenn er dann mal in Fahrt war und er glaubte auch das Wellenschlagen (konnte man das so nennen? Der Kerl hatte wirklich seltsame Augen) zu deuten als er den Namen seines Cousins erwähnt hatte.
"Warum kommst du nicht mal zum Essen wenn du mit deiner Arbeit fertig bist? Dann kannst du meine Töchter bestaunen." Zumindest redete Liam nicht lange um den heißen Brei herum und würde Dorian ihm abkaufen, dass Liam einfach nur freundlich sein wollte? Japp, das wollte er.
Das Wellenschlagen... ja, bedauerlicherweise konnte man Dorian jede kleinste Gefühlsregung in der Iris ablesen, was für ihn natürlich oftmals ein großer Nachteil war. Und darum sah er auch einen Moment einfach nur zur Seite. Sariel konnte durchaus sehr ausfallend werden und für das, was sie waren, auch recht ...unkonventionell. Jedenfalls nicht so, wie man sich dies üblicherweise vorstellen würde.
Aber nicht Sariel hatte ihm diese kurze Regung entlockt und letztlich sah Dorian Liam wieder an.
"Ich nehme diese Einladung sehr gerne an."
Wenn seine Arbeit hier getan war, musste er noch einmal mit den Schulleitern sprechen, da er sich noch immer nicht sicher war, wie lange er eigentlich hierbleiben konnte bzw. geduldet wurde.