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nicht ruhen lassen wollen, empfiehlt die SL euch
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auf der neuen Plattform und hoffen
euch alle in alter Frische und mit dem gleichen Elan
bald auch wieder an dieser Stelle begrüssen zu können.
Am 26.08. um 9:45 Uhr bog ein Wagen auf die Auffahrt zum Institut. Es passierte die beiden Tore und parkte auf den dafür vorgesehenen Platz. Drei Türen schlugen zu und man hörte Schritte über den Kiesweg laufen, in Richtugn Eingangstür. Ein Blick auf die Uhr verriet den Besuchern, dass sie noch mindestens 10 Minuten Zeit hatten.
Megan legte den Kopf in den Nacken und ließ ihren Blick die Fassade hinauf wandern. Es sah alt aus und sie hoffte, dass die Schulleitung nicht genauso alt und verstaubt war, wie dieses Gemäuer. Wobei, ob es verstaubt war, wusste sie ja noch gar nicht, aber jedes altes Haus hatte seine Altstaubdepots auch wenn es zwischen den Wänden lag.
Mrs. Davies umklammerte ihre Handtasche wie eine Art Rettungsring, dabei war sie doch sonst nicht so ängstlich, sie warf Megan ab und zu ein paar Seitenblicke zu und hoffte inständig, dass sie nicht sofort schrumpft, wenn man sie empfängt, sie war in letzter Zeit so schreckhaft. Mr. Davies war auch nicht gerade wohl und wäre froh, wenn das alles schon vorbei war.
Sie erreichten die Eingangstüre und waren gespannt, wer oder was sie in Empfang nahm, bei diesen Mutanten konnte man ja nie wissen.
Wie gut, dass er nur die Mutations-AGs leitete und nicht auch noch regulär Unterricht hielt - Scott wäre sonst ein klein wenig überfordert. Aber da er sich am Vormittag um den Papierkram kümmern konnte (den er nebenbei auch bald an Mrs. Fraser abgeben können würde - jedenfalls die Verwaltung), war er es auch, der Megan und ihrer Mutter um diese Uhrzeit die Tür öffnete und lächelte.
"Guten Morgen..."
Er hatte zwar überhaupt keine Ahnung, wer da vor der Tür stand, noch was sie mit Logan besprochen hatten, denn der hielt es zur Zeit nicht allzu nötig, mit ihm zu kommunizieren. Aber er nahm sofort an, dass das Mädchen vor ihm eine neue Schülerin werden könnte, also zog er die Tür weiter auf und ließ beide eintreten.
"Ich nehme mal an, es geht um eine Aufnahme auf diese Schule? Ich heiße Scott Summers und in diesem Fall können sie sich an mich wenden."
Langsam schob er die Tür wieder zu und führte Mutter und Tochter über den kurzen Flur, so dass sie schließlich in der Vorhalle standen. Dennoch ließ er ihnen hier nun die Gelegenheit, sich zu äußern. Vielleicht waren sie auch nur Verwandte von einer der Schüler hier und kamen auf einen kurzen Besuch hierher.
Karen Davies lächelte freundlich, als die Tür geöffnet wurde und erwiederte den Gruß: "Guten Morgen ... Mr. Logan?" Da sie ja mit Logan gesprochen hatte, vermutete sie, dass er sie hier auch begrüßen würde, aber als sich der junge Mann mit Summers vorstellte, stellte sie sich und die anderen ebenfalls vor: "Mein Name ist Karen Davies, mein Mann John und unsere Tochter Megan. Wir hatten mit Mr. Logan gesprochen und er bat uns heute um 10 Uhr mit unserer Tochter vorbei zukommen." Auch wenn Mr. Davies mal wieder übergangen wurde, folgte er seinen zwei Frauen und Scott Summers in die Vorhalle, er ließ wie immer seine Frau sich um alles kümmern, und würde nur ab und zu seinen Kommentar abgeben.
Megan bestaunte derweil die Vorhalle, während ihre Mutter drauflos plapperte. "Hatte Mr. Logan mit Ihnen darüber gesprochen? Wir hatten Samstag nur miteinander telefoniert und sind am Sonntag früh gleich Richtung Schottland gefahren. 12 Stunden waren wir unterwegs, man kann gar nicht glauben, dass Inverness doch so weit von der Isle of Man entfernt ist." Karen könnte jetzt noch Stunden so weiter reden, aber ihr Mann stubste sie leicht an und erinnerte sie daran, warum sie überhaupt hier waren. "Entschuldigen Sie, das interessiert sie sehr wahrscheinlich gar nicht." Sie sah entschuldigend Scott an.
"Also, das hier ist Megan," stellte sie ihre Tochter erneut vor und legte ihr eine Hand auf die Schulter, Megan zuckte dabei leicht zusammen, konnte sich aber noch beherrschen und schrumpfte daher nicht. "Sie hat eine gewisse ... Gabe, Fähigkeit ... Mutation. Das ist ja auch der Grund, warum wir uns an Sie und Ihre Schule gewandt haben." Logan hatte schon das Vergnüngen gehabt, Mrs. Davies Geplapper zu lauschen und es grenzt schon an Glück, dass Scott auch irgendwann mal zu Worte kommt, es ist eher Mr. Davies, der seiner Frau wieder einen kleinen Stubs gab, worauf diese verstummt, damit auch Scott zu Wort kommen kann.
Megan löste sich aus dem Griff der Mutter, deren Hand immer noch auf ihrer Schulter ruhte. Sie musterte Scott, wunderte sich, warum dieser im Haus eine Sonnenbrille trug und dazu noch eine so seltsame. Sie wollte schon fragen, aber sie traute sich nicht und außerdem wollte sie ihre Mutter auch nicht unterbrechen.
Megans Vater, John, hatte ihr noch im Hotel zugeredet, dass sie vor den Männern und den Jungs in der neuen Schule keine Angst zu brauchen hat, sie seien bestimmt nicht so wie ihr Bruder Luke. Das versuchte sie sich auch jetzt einzureden, aber der Drang, sich ganz klein zu machen war da, aber sie schaffte es noch, diesen zu unterdrücken.
Ihr Blick wanderte weiter durch die Vorhalle. Was sie sah gefiel ihr, es erinnerte sie etwas an das alte Internat, wo sie früher zur Schule ging. Die Schüler fehlten, aber das lag bestimmt daran, dass sie momentan Unterricht hatten. Ihr Blick blieb wieder auf Scott liegen.
Nein, Mr. Davies wurde natürlich nicht übergangen, der Spieler von Scott hat ihn nur schlichtweg überlesen, aber auch ihm wurde die Hand geschüttelt, als sich Scott vorgestellt hatte. Tja, Mr. Logan war eben um 10 Uhr noch nicht hier an der Schule und es war auch noch nicht sicher, ob sie im Verlauf des Tages kamen. Wenn Scott ganz ehrlich war, dann regte es ihn schon wieder auf, dass Logan irgendwelche Termine machte, letztlich aber schlichtweg nicht da war und auch keinerlei Information hinterlassen konnte. Jetzt konnte er die ganze Sache wieder ausbaden, weil der Herr schlichtweg in New York Urlaub machte.
„Mr. Logan musste zu einem wichtigen auswärtigen Termin, darum begrüße ich sie stellvertretend einfach hier an der Schule. Ich bin ebenfalls Schulleiter dieser Schule, aber vielleicht sollten wir das im Büro besprechen. Wenn sie mir folgen wollen?“
Er führte sie ins Schulleiterbüro und bot ihnen die Plätze vor dem Schreibtisch und eine Tasse Kaffee an, da er sich gerade selbst eine einschenkte. Sein Blick schweifte zu Megan und er lächelte leicht, wenngleich es vielleicht schwer zu sagen war, ob er sie nun direkt ansah oder doch in eine andere Richtung, denn durch die Rubingläser waren seine Augen nicht zu erkennen. Schließlich setzte er sich hinter den Schreibtisch und faltete die Hände über der Tischplatte. Nein, Logan hatte ihm nicht gesagt, dass sie kommen würden… was mal wieder typisch für ihn war. Ganz toll. Aber er durfte sich seinen Unmut jetzt nicht ansehen lassen, auch wenn er schon wieder alles auf seine Kappe nahm.
„Es mag sein, dass er es mir gesagt hat und ich vergaß, es in den Terminplaner zu schreiben. Aber wie sie sehen, haben sie mich ja angetroffen. Sie möchten ihre Tochter also aufgrund ihrer Begabungen in unsere Schule schicken? Wie sind sie auf uns gekommen?“
Scott glaubte nicht, dass es ihm nur so vorkam, dass Mrs. Davies ein klein wenig zu viel erzählte. Aber irgendwie ließ ihn das lediglich ein wenig schmunzeln und so holte er schon einmal die Formulare hervor, während sie noch berichtete. Megan müsste die Anmeldeformulare ausfüllen, etwaiges Krankenblatt oder Impfbuch und die letzten Zeugnisse vorlegen. Scott erklärte es ihr in knappen Worten und klärte die Eltern dann noch über Unterrichtsfächer und die Schule im Allgemeinen auf. Ja, vielleicht war es seltsam, dass er die Sonnenbrille nicht abnahm, aber diese Brille sah auch nicht wirklich wie eine Sonnenbrille aus, oder?
„Was für besondere Fähigkeiten hast du denn, Megan?“
Nach dem Kunstunterricht verbrachte Jean noch einige Minuten allein und sortierte die letzten Arbeiten der Schüler. Die neusten Werke mussten noch begutachtet werden und bei einigen lohnte es sich wieder, sie im Haus auszuhängen, wobei sie noch Bilderrahmen organisieren müsste, denn die letzten waren schnell belegt und schmückten nun verschiedene Bereiche des Hauses. Die meisten hingen jedoch auf den Fluren und einige besondere fanden sogar ihren Platz im Büro der Schulleitung.
Völlig ahnungslos ging sie über die Flure in Richtung des Büros in denen Scott und der Besuch es sich bequem gemacht hatten und erst kurz, bevor sie die Hand auf die Klinke legte, spürte sie, dass Fremde dahinter waren. Verdammt, sollte es etwa so sein, dass Logan vergessen hatte einige Dinge zu klären, bevor er so abrupt abgereist war?
Mit einem Lächeln zog sie die Tür auf und tatsächlich, neue Gesichter und darunter ein Mutant. „Guten Morgen“, meinte sie, während sie die Tür zuzog und mit einem zusammengerollten Bild unter dem Arm eintrat. Ihre Schritte führten sie zum großen Schreibtisch um die Gäste herum, denen sie nun ins Gesicht sehen konnte. Ein kurzer Blick zu Scott und sie wusste, dass er nicht weniger überrascht über die Situation war, als sie. Aber das waren Dinge, die es später zu klären galt.
Der Form halber begrüßte sie alle und stellte sich als die hausinterne Ärztin Jean Grey vor. Die Rolle immer noch unter dem Arm, hatte sie beinahe vergessen was sie hier wollte. Eigentlich wollte sie eine Bestellung machen, aber das war wohl im Moment eher nebensächlich.
Familie Davies folgte geschlossen Scott ins Büro. Megan sah sich dabei um und langsam fiel die Schüchternheit von ihr ab, da Scott scheinbar nicht zu der schreinden Fraktion von Männern gehörte. Sie setzten sich und die Eltern nahmen dankend das Angebot vom Kaffee an.
"Wir haben durch eine Verwandte in Amerika von einem Institute in den Staaten gehört und auch gleich an Mr. Xavier geschrieben, der gab uns Ihre Adresse. Wir hatten zuerst nur einen Brief geschrieben, aber am Samstag rief dann auch gleich Mr. Logan an," antwortet Karen. Als Scott die Anmeldeformulare vorlegte holte John die Unterlagen von Megan hervor und reichte sie Scott rüber. Logan hatte ihnen schon am Telefon mitgeteilt, was sie alles brauchten.
Megan füllte in ihrer noch recht kindlichen Schrift das Formular aus, und als Scott sie direkt ansprach, wollte ihre Mutter antworten (aus reiner Gewohnheit), aber in diesem Moment ging die Tür auf und Jean betrat den Raum. Die Eltern begrüßten sie freundlich und Megan nutzte diese Gelegenheit, das erste mal über ihren eigenen Schatten zu springen.
Vielleicht lag es am freundlichem Lächeln von Scott oder an der Anwesenheit einer weitern Frau, jedenfalls beantwortete sie selbst Scotts Frage.
"Ich kann ganz klein werden." Ihre Stimme war leise, aber deutlich zu verstehen. Mit ihren Fingern, zeigte sie, wie klein sie werden konnte (ca. 10 cm). Ihre Eltern sahen sie etwas überrascht an und Karen sagte zu Scott: "Das war sie in der letzten Zeit öfters, und sie weigerte sich zu wachsen, wir sind schon froh, dass sie nun ihre normale Größe hat." Megan hasste es, wenn ihre Mutter so sprach, als ob sie nicht im Raum war. "Ich bin dann auch viel schneller und kann auch viel besser klettern, wenn ich so klein bin," sagte sie leicht trotzig, wie zur Erklärung, warum sie es vorgezogen hatte klein zu sein. "Darf ich mein Puppenhaus hier behalten, ich mein auf dem Zimmer?" Ihre Mutter war das erste Mal sprachlos, so kannte sie ihre Tochter gar nicht.
Scott wartete einen Moment, was Jean denn eigentlich gewollt hatte, aber da sie sich schon selbst vorgestellt hatte und auch nicht mehr wirklich zu wissen schien, warum sie hergekommen war, wandte er sich wieder Megan zu, wenngleich er Jean einen Stuhl heranschob. Eigentlich eine stumme Einladung, hier zu bleiben.
"Kannst du diese Fähigkeit denn willentlich lenken oder wirst du auch klein, wenn du es gar nicht willst?"
Sie weigerte sich also, wieder zu wachsen. Wahrscheinlich brauchten sie auch noch psychologische Betreuung. Er musste mal in den Akten von Dorian Hayward nachsehen, er glaubte, dass eines der Gebiete, die Auswirkungen auf die menschliche Psyche in Verbindung mit Mutationen zu seinen Forschungsgebieten gehört hatte... auch wenn sich Megans Weigerung, wieder zu wachsen, wohl nicht unbedingt auf ihre Mutation bezog. Es lag wohl am Unverständnis ihres Umfeldes. Aber das ging wohl allen Mutanten so, darum nickte Scott nur.
"Na ja, es muss ja ein ganz tolles Puppenhaus sein... das möchte ich natürlich auch einmal ansehen. Du darfst es mit auf das Zimmer nehmen - jedoch nur unter der Bedingung, dass du dich nicht immer so schrumpfen lässt. Hier wirst du lernen, besser mit deiner Mutation umzugehen und zu leben...vielleicht kein Leben wie jeder andere zu führen, sich aber auch nicht zu verstecken oder die Mutation dazu zu nutzen, sich vom Leben zu distanzieren."
Wenigstens hatte Logan das mit den Unterlagen bereits geklärt, so dass er alles vorliegen hatte. Er klärte mit den Eltern noch abschließende Fragen ab und lud sie daraufhin ein, sie alle einmal durchs Institut zu führen, damit sie sich ein genaueres Bild davon machen konnten. Jean zog er einfach mit und schmunzelte einen Moment; warum war sie eigentlich zu ihm ins Büro gekommen?
Megan starrte kurz auf ihre Füße und sah dann wieder Scott an, als dieser seine nächste Frage stellte: "Früher schrumpfte ich mehr durch Zufall, besonders, wenn ich mich erschreckt hab oder ... mein Bruder mich ärgerte, aber seit ein paar Monaten kann ich es besser steueren und schrumpfe und wachse, wann ich will. Nur meine Kleidung schrumpft leider nicht mit. Vielleicht klappt das auch irgendwann." Dann verstummte sie wieder, weil sie nicht so wie ihre Mutter einfach nur drauflos plappern wollte.
Sie versprach Scott das Puppenhaus nicht allzuoft zu benutzen. Er könne es sich ja nach her schon ansehen, wenn Mr. Davies versucht, dass "Monstrum" hinauf in den 1.Stock zu schaffen, er bräuchte bestimmt Hilfe dafür.
Die Eltern waren gerne bereit zu einem Rundgang, das Gebäude hatte sie schon von außen fasziniert und waren schon sehr gespannt, wie es von ihnen aussah. Megan versuchte sich beim Rundgang alles wichtige schon einzuprägen, dann war die Gefahr des Verlaufens geringer.
Nach dem Rundgang half Scott Mr. Davies, das Puppenhaus hinauf in Megans neues Zimmer zu tragen. Es war schon seltsam, welche Eigenarten seine Schüler doch zum Teil hatten...
Seine Schüler. Er hatte auch in New York seine Schüler gehabt, aber hier wog dieser Begriff irgendwie noch schwerer. Es war seltsam, denn eigentlich war er nur hierher gekommen, um Jean zurück zu holen und jetzt war Ro wieder in New York und er war hier und versuchte, sie so gut wie möglich zu vertreten. Und jetzt, da Logan auch noch fort war, war er sogar die erste Instanz an dieser Schule. Verrückt. Es war einfach verrückt...
Er ließ Megan und ihren Eltern schließlich noch genug Zeit, sich von einander zu verabschieden, ehe auch er sich von den Eltern verabschiedete und Megan Schulbücher und Stundenplan aushändigte, damit sie schon morgen in den Unterricht gehen konnte und gleich ihre Mitschüler kennen lernte.