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Dieses Thema hat 18 Antworten
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LielDenir Offline

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Beiträge: 393

29.10.2005 18:10
[27.09] gegen 16:30 Uhr Antworten
Die Tage wurden kühler und kürzer. Der herbst ist zwar schön anzuschauen, so langsam wie er kommt, aber trotzdem nicht Liels Jahreszeit. Die Natur lag ihr sehr am Herzen, aber die Kälte machte einem doch irgendwie zu schaffen. Hier in Schottalnd war es kälter als in Frankreich, vielleicht lag es auch daran, dass sie im Moment das Wetter nicht so ganz genießen konnte.

Sie hatte sich ihre Hängetasche gepackt und den MP3 Player um den Hals geworfen. Sie wollte sich nochmal etwas auf dem Gelände umschauen, alleine. Falls ihr nciht irgendjemand über den Weg laufen wird, der sie daran hindern sollte. Die Ohrstöpsel des Players fanden sich in ihren Ohren wieder. Während sie das Institut durch den Haupteinfang verließ zog sie laute Musik mit sich mit. Keine Musik die einem die Ohren wegpusten ließ, aber schon etwas härterer Rock.

Es war noch genügend Zeit bis sie sich auf den Weg zum Zirkus machen bzw. sich alle in der garage trafen. Nur wann trafen sie sich nochmal? Sie biss sich bei dem Gedanken sacht auf die Unterlippe, war das an ihr vorbeigegangen? Egal, sie würde nacher schon irgend jemanden treffen den sie fragen könnte. Aber jetzt lief sie erst mal zielstrebig in Richtung Garten,d en sie sich schon mal etwas genau ansehen wollte.

Gambit Offline

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Beiträge: 818

29.10.2005 21:14
[27.09] gegen 16:30 Uhr Antworten
Das Erste, was Liel von einem solchen "jemand" sehen würde, wäre ein dunkelroter, wilder Haarschopf, der über eine der Hecken ragte. Wenn sie überhaupt darauf achtete. Rote Farbtöne waren im Herbst schliesslich nichts ungewöhnliches und es konnte ja auch gut sein, dass sie auf ganz andere Dinge achtete. Und die laute Musik musste auch ganz schön ablenkend sein. Dabei war der herbstliche Nachmittg eher ruhig und kühl, als hätten sich bereits die ersten Anzeichen des Winters in diesen Tag geschlichen.

Remy sass hinter dieser Hecke auf einer Bank; auf der Lehne um genau zu sein. Er hatte die Augen geschlossen und sein Gesicht in Richtung der vereinzelten, durch die Wolkendecke brechenden Sonnenstrahlen ausgerichtet. Er vernahm die sich nähernden Schritte so deutlich wie das Rascheln der Blätter im Wind, bewegte sich aber nicht. Dazu war er viel zu sehr beschäftigt mit was auch immer es war, das er da tat.

LielDenir Offline

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Beiträge: 393

30.10.2005 16:54
[27.09] gegen 16:30 Uhr Antworten
Dieser rote Haarschopf. Irgendwie kam er Liel bekannt vor. Den sah sie nicht zum ersten mal und sie konnte sicher sein, dass es nicht hier im Instut war. Doch lange kann es auch nicht her sein... Ihre rechte Hand griff nach dem MP3 Player, bevor einer der Finger den Volumen Knopf drückte und die Musik leiser stellte. ... In Paris. An dem Tag als Dr. Grey und ihr Begleiter zu ihnen nach Frankreich geflogen sind. Dieses Treffen, das Liel verdanken kann, dass sie hier sein darf. Und dieser Haarschopf gehörte dem Begleiter von Dr. Grey. Liel konnte sich Gesichter bzw. Gestalten sehr gut einprägen, das einzigste was ihr Probleme macht sind eben noch die dazu gehörigen Namen. Und genau der fiel ihr gerade überhaupt nicht ein.

Während sie über diesen Schopf oder die Person die dort hinter der Hecke saß nachdachte, trugen ihre Füße sie immer näher ihm entgegen. Eigentlich wollte sich Liel etwas allein umschauen, aber das ließ sich hier wohl nicht vermeiden. Und jemanden einfach so ignorieren war genauso wenig ihr Ding. Wie wäre es mit einem netten, schnellen Hallo und weiter gehts? Hört sich schäbig an. Und eigentlich ist es doch ganz nett mal mit jedem ein bisschen gequatscht zu haben oder einfach nur eine kleine nette Unterhaltung.
Wenn es nach Liel ginge.

Gambit Offline

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Beiträge: 818

31.10.2005 00:09
[27.09] gegen 16:30 Uhr Antworten
Die Schritte kamen also näher, doch Remy bewegte sich immer noch nicht. Sein Hinterteil ruhte auf der Lehne der Bank, seine Füsse standen auf der Sitzfläche, seine Arme lagen auf den Knien auf und seine Hände baumelten irgendwo dazwischen. Der fast schon lächerlich gelbe Mantel hing gerade hinten herunter. Man konnte seine Gaderobe wirklich als eintönig bezeichnen. Remy hätte eher gesagt, dass nichts anderes auch nur annähernd genug Stil hatte, um von ihm getragen zu werden.

Remys Gesicht blieb weiter ins Sonnenlicht gerichtet. Allenfalls ein Augenlid bewegte sich minimal nach oben und schloss sich sofort wieder, nachdem der Blick aus den schwarz-roten Augen den Verursacher der Geräusche identifiziert hatte. Er wartete einfach ab, bis die Schritte nahe genug waren. Erst dann bewegte er sich wieder. Er sprach, ohne jedoch die Augen zu öffnen.

"Bonjour, Mademoiselle."

Ja, es war bereits Nachmittag, aber der Gruß gehörte nun einmal zu ihm wie der verkleinerte Kampfstab an seinem Oberschenkel, der Mantel und mindestens ein Deck voller Spielkarten, das er ständig bei sich trug.

LielDenir Offline

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Beiträge: 393

31.10.2005 13:56
[27.09] gegen 16:30 Uhr Antworten
Die Musik wurde so leise gestellt, dass alle Worte die an sie gerichtet waren auch verstanden wurden. Dazu befand sich auch nur noch ein Ohrstöpsel in den Ohren. Als der Herr auf der Bank Liel ansprach stellte sie den Player aus und versänkte ihn in der Tasche. Es gab Dinge die sollte man nicht kritisieren und das war zum Einen wie man sich kleidet. Schließlich könnten der eigene Klamottenstil den anderen ebenso wenig gefallen.

"Bonjour Monsieur"

Na, wenn man schon auf französisch gegrüßt wird sollte man selbstverständlich auch auf diese Weise zurück grüßen. Liel blieb darauf auch sofort stehen und legte ihren Kopf etwas in den Nacken und schaute gegen Himmel. Als die Sonnenstrahlen jedoch ihre Augen treffen fallen ihr auch sofort die Augenlieder für einen Moment zu.

"Die warmen Sonnenstrahlen lassen einen doch glatt den anstehenden Winter vergessen..."

Gambit Offline

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Beiträge: 818

31.10.2005 15:28
[27.09] gegen 16:30 Uhr Antworten
"Oui, und das ist auch gut so. Der Winter hier oben soll sehr kalt werden, und die Sonne bekommt man oft wochenlang nicht zu sehen, sagen sie. Es wäre eine Schande, diese letzten Strahlen zu vergeuden."

Er machte nur eine kleine Pause.

"In Louisiana wäre jetzt Indian Summer, Altweibersommer. Lange warme Tage, nur nachts wird es etwas kühler. Goldene Sonnenstrahlen die durch noch goldeneres Laub brechen, Spinnweben, die glitzernd im Licht tanzen. Zeit für die Ernte, Zeit für die Einkehr, Halloween, Thanksgivin' und ehe man sich's versieht ist der Winter da... Aaah."

Ein leises Seufzen, dann bewegte Remy sich tatsächlich. Er drehte den Kopf und betrachtete Liel von der Seite her.

"Wie wäre der Herbst in Pari'?"

LielDenir Offline

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Beiträge: 393

31.10.2005 16:30
[27.09] gegen 16:30 Uhr Antworten
Noch während er von Louisiana erzählte setzte sie sich einfach so, ohne zu fragen neben ihn auf die Bank. Sie zog ein Bein auf die Bank, legte ihre Arme darum und stütze ihr Gesicht mit dem Kinn auf das Knie. Er scheint wohl ziemlich mit dieser Stadt verbunden zu sein. Sie lauschte seinen Worten und ließ ihren Blick durch den Garten wandern.

Sie sog die Luft für einen Moment tief durch ihre Nase und drehte ihren Kopf sacht zu ihm. Die Luft hatte sie ruhig wieder ausgeatmet.
"Der Herbst in Paris..." Ein leichtes Lächeln legte sich auf ihre doch etwas blassen Lippen, sie liebte Paris. Frankreich allgemein. Liel war sehr verbunden mit ihrem Heimatsland.
" Die Tage werden kürzer und kälter, dennoch nicht so kalt wie hier oben. Das faszinierendste sind die vielen Farben. Sie scheinen richtig zu explodieren... Wie das Laub den Boden immer mehr bedeckt und weie es knistert wenn man drauf tritt. "

Sie schloss bei dem Gedanken für einen zu kurzen Moment die Augen ehe sie mit einem sachten Schmunzeln weiter sprach.
" Im Herbst freut man sich doch überall, über die immer weniger werdenden Sonnenstrahlen. Und im Winter helfen dann die vielen Weihnachtslichter aus.... Weihnachten in Paris ist fast noch schöner"

Das Herz kann man so einfach verlieren.

Gambit Offline

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Beiträge: 818

31.10.2005 21:30
[27.09] gegen 16:30 Uhr Antworten
"Noël à Paris... Ja, ich denke, das müsste man direkt einmal ausprobieren."

Remy hob nun die Hände zwischen seinen Knien hervor. Ausser der Tatsache, dass sie in Handschuhen stecken, bei denen der Daumen, der kleine und der Zeigefinger freilagen, war wohl nur ungewöhnlich, dass sich darin ein Stapel abgenutzter Spielkarten befand.

"Und wie gefällt es dir hier bisher? Denkst du, du wirst Paris vermissen? Deine Familie, deine Freunde?"

Das waren eine Menge Fragen, und sie kamen recht plötzlich. Gut, das hier war Liels erste Woche, aber das Heimweh würde kommen, unausweichlich. Die Frage war, wie sie damit umgehen würde. Remy hatte schon vor Jahren angefangen, die ganze Welt als sein Zuhause zu betrachten. Das machte es einfacher, ständig seine Sachen zu schnappen und weiterzuziehen. Und doch gab es auch für ihn immer Orte, die etwas besonderes sein würden. New Orleans kam da an erster Stelle. Würde Paris auf ewig Liels Zuhause sein, oder würde sie sich irgendwann auch davon lösen?

LielDenir Offline

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Beiträge: 393

02.11.2005 14:32
[27.09] gegen 16:30 Uhr Antworten
Liel legte ihren Kopf mit einer Seite auf ihr Knie und schaute hoch zu Remy. Die Fragen machten ihr sichtlich nichts aus. Sie beantwortete gerne.. Wenn sie Ahnung davon hatte. Außerdem gab es so immer genug Gesprächsstoff, wenn einem die Fragen nicht ausgingen.

" Weihnachten ist nicht mehr weit... komm doch einfach mit"

Ein sachtes Grinsen wurde auf ihren mädchenhaften Zügen sichtbar. Er dachte sich bestimmt, dass sie das nicht ernst meinen könnte. Irgendwo war es auch nicht mit dem Funken Ernst verbunden mit dem man es vielleicht erwartet. Trotzdem war ihre Familie immer offen für Besuch. Sie schlossen eigentlich sogut wie Jeden in ihr Herz, aber man weiß ja nie wie is bei 'außergewöhnlichen Menschen' sein wird...

"Mir gefällt es hier eigentlich recht gut und die Schüler, die ich bisher kennen gelernt habe sind auch ganz okay. Ich glaube man kann sich hier wohl fühlen. "

Nach kurzer Zeit stützte sie ihren Kopf mit dem Kinn wieder auf ihr Knie und schaute sich im Garten um.

"Das Heimweh ist noch nicht .. so richtig da.. aber warscheinlich nur, weil mein Kopf erst begreifen muss, dass das hier kein Urlaub ist und ich hier längere Zeit verbringen werde.. Vermissen werd ich sie aufjedenfall, aber soweit ist es noch nicht..." Sie presste ihre Lippen sacht aufeinander, nachdem ihr ein fast lautloses Seufzen entwich...

X-odus Offline

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Beiträge: 296

02.11.2005 19:38
[27.09] gegen 16:30 Uhr Antworten
Etwas stimmte nicht.
Etwas das sich zunächst nur in einem Gefühl offenbarte, sei es der Instinkt der Gefahr witterte oder einfach ein gewisses Unwohlsein.
Das hier waren die Highlands und da waren solche eiligen Veränderungen eher an der Tagesordnung als wirklich eine Ausnahme, vor allem wenn der 31.10. näherte.
Es war als würde jedes Geräusch um sie herum einfach verstummen. Kein Wind, keine Geräusche die man sonst aus dem Institut hörte, noch nicht mal die Töne und Geräusche die sonst die Tierwelt von sich gab.
Da ertönte die Glocke, nicht sonderlich laut aber dafür überdeutlich. Remy und Liel würden sich bestimmt dem geisterhaften Geräusch umsehen und sie wurden schnell fündig.
Nur wenige Meter von ihnen entfernt, mitten im Hof, dass Stück das zur Pforte und Eingangstür des Instituts führte konnten sie es sehen:
Ein Scheiterhaufen der bereits in Flammen stand und dessen Feuer an einem schon verkohltem Leib leckte. Dabei sollte es klar sein, dass dieses Bild eben nur ein Bild war, es war zwar Realität aber nicht diese in der sich Remy und Liel gerade bewegten. Die Szene war verschwommen ganz so als sähen sie dieses Ereignis wie durch ein getrübtes Stück Glas. Begleitet wurde diese Erscheinung von dem stetigen klingen der Glocke, dessen Schläge das Bild Stück für Stück für Stück schärfer und deutlich vor Augen treten ließen. So konnten die Beiden nach dem sechsen Gong eine tobende, aufgebrachte Menschenmasse um den Scheiterhaufen herum erkennen die in faszinierter Abartigkeit dem schon verbrannten Leichnam zujubelten.
Sollte einer der Beiden die Glockenschläge mitgezählt haben würden sie erkennen, dass es der 12. Schlag war der das Bild anhalten ließ und wenn die Beiden nun gedacht hatten es ginge nicht noch schlimmer, dann sollten sie eines besseren belehrt werden.
Gleich neben dem Scheiterhaufen, der nun schon wieder verblasste, konnten sie nun einen Menschen erkennen. Einen Menschen in brauner, gegürteter Mönchskutte gekleidet, die Kapuze des Gewands tief ins Gesicht gezogen und doch drehte der augenscheinliche Mönch den Kopf zu den Beiden, hob den Blick und zum Vorschein kamen stechend gelbe Augen.
Dann verblasste die Erscheinung und hinterließ nichts als Unbehagen und offene Fragen.

Gambit Offline

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Beiträge: 818

02.11.2005 21:09
[27.09] gegen 16:30 Uhr Antworten
Pik Dame. Karo Zwei. Karo Drei. Kreuz Acht. Das waren die ersten Karten, die auf dem Boden auftrafen. Der Rest des Stapels folgte innerhalb der letzten Glockenschläge.

Remy war nicht einmal dazu gekommen, etwas auf Liels Angebot zu erwidern, als die Glocke zu läuten begann. Zunächst hatte er sich nichts dabei gedacht. Doch als mit jedem Glockenschlag das ungute Gefühl wuchs und er das flackernde Feuer entdeckte, hatte er sich erhoben und schützend vor Liel stellen wollen. Doch dazu kam er nicht mehr. Schon während den sechsten Gongs hatte er die Schmerzen gefühlt, diese eisige Kälte, die ihn im Innersten erstarren lies, die seinen Kopf dröhnen liess und ihn völlig einnebelte. Es hatte laut und hart hinter seiner Stirn zu pochen begonnen.

Er liess beim neunten Glockenschlag die Karten fallen und presste sich die Hände auf die Ohren, doch er hörte die Glocke noch genau so deutlich wie zuvor. Ihm schossen Tränen in die Augen und seine Zähne begannen wehzutun, während sich vor ihm die Szene abspielte. Er sank auf die Knie, die Hände auf die Ohren gepresst und als schliesslich der letzte Glockenschlag verhallte, bemerkte Remy, dass das laute Geräusch, das in seinen Ohren wiederhallte, seine eigene Stimme war.

Remy kniete schreiend zwischen seinen eigenen Karten, die Hände noch immer an seinem Kopf, auf den leeren Hof starrend. Seine Wangen glänzten vor Feuchtigkeit. Als dann schliesslich der Schrei verebbte, brachte er nur ein einziges geflüstertes Wort heraus.

"Merde"


LielDenir Offline

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03.11.2005 17:32
[27.09] gegen 16:30 Uhr Antworten
Ein Augenschlag und das Atmen stockte.
Ihr Blick huschte durch den Garten.. suchend..
Wo kommt das Glockenschlagen, das pochend in ihren Kopf erklingt, her?

Jeder einzelne Muskel in dem Körper des Mädchens spannten sich an als sie die Flammen erblickte. Sie hatte zwar wieder mit Atmen begonnen, aber der Körper saß weiterhin steif auf der Bank. Der Blick starr auf das immer deutlicher werdende Bild vor dem Institut gerichtet, während die Atemzüge immer kürzer und flacher wurden. Man konnte nur erahnen was in ihrem Kopf vorging. jeder Glockenschlag ein neuer Gedanke...

Oh, mon Dieu ...

Wie ein gehauchter Atemzug wurden die Worte über die blassen Lippen gebracht. Vielleicht nahm Liel Remy noch im Augenwinkel war, wie er zu Boden sank und sein Schrei den garten erfüllte. Ihre rechte Hand glitt ruhig hinunter zu Remy und legte sich sacht und vorsichtig auf seinen Rücken.
Dennoch lag ihr Blick weiterhin auf der Menschenmasse und dem Scheiterhaufen.

Es war wie eine Gänsehaut die sich über ihre Glieder schlich. Nur sah das Ganze etwas anderes aus, als dieser Mensch in Mönchskutte sich ihnen zuwandte. Ein durchsichtiger Schimmer legte sich auf ihre Haut. Womöglich wäre dieser Schimmer ins unsichtbare übergegangen, aber Liel schien sich zu wehren. Doch mit dem Bild verschwand auch der Schein, was blieb war der steife Körper und der Glanz in den Augen.

Gambit Offline

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04.11.2005 13:25
[27.09] gegen 16:30 Uhr Antworten
Remy erhob sich unendlich langsam. Er machte sich nicht die Mühe, seine Wangen zu trocknen. Als er seine Stimme wiedergefunden hatte, galten seine Blicke und seine erste Frage an Liel.

"Bist du in Ordnung?"

Dann fiel sein Blick wieder auf die Stelle, wo eben noch der Scheiterhaufen gewesen war. Natürlich war dort nichts.

Les fantômes... war sein erster Gedanke. Als Junge aus New Orleans war er mit dem religiösen Mischmasch der Stadt großgeworden. Für ihn war Voodoo eine ebenso ernstzunehmende Glaubensrichtung wie der Katholizismus der französischen Siedler oder die refomatorischen Strömungen der Amerikaner. Und deswegen wusste Remy ganz genau, dass es mehr Dinge zwischen Himmel und Erde gab, als irgendeine Religion erklären konnte. Er selbst war doch dafür ein lebendes Beispiel. Jeder Mutant war dafür ein lebendes Beispiel.

Ja, er würde der Sache nachgehen, auf seine Art und Weise. Sein Blick wanderte abermals zu Liel, und noch während er auf ihre Antwort wartete, bückte er sich, um seine Karten einzusammeln, eine nach der anderen.

LielDenir Offline

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04.11.2005 17:18
[27.09] gegen 16:30 Uhr Antworten
Liel zog ihre Hand von Remys .Rücken zurück, als er aufstand und klemmte sie zusammen mit der Anderen Hand zwischen ihre Schenkel. Sie holte tief Luft und schaute auf zu Remy.
Ihre Augen glänzten, jedoch traten die Tränen nicht über, so presste sie ihre Lippen auf einander und nickte Remy sacht zu.

"Alles okay..."

Das war ein Schock der wohl beiden in den Knochen hing. Liel war selbst davon überzeugt, dass nicht alle Illusionen oder etwas wie Gespenster rein aus dem eigenen Kopf entstehen. Das hier war Beweis genug. Vor allem da es vor den Augen Remys und Liels erschienen war. Für den ersten Moment wollte sie darüber nicht sprechen. Verabreitung oder war es besser es sich von der Seele zu reden? In diesem Fall sollte es vielleicht erst einmal unter ihnen bleiben oder eben nicht an die Schüler geraten. Sie wird es wohl Remy überlassen, ob es an die Schulleitung weitergegeben wird oder nicht.

Sie stützte ihre Ellenbogen auf die Knie und senkte ihren Kopf, wobei sie ihre Hände in die Haare schiebt. Wenige Momente später stützte sie ihren Kopf wieder mit dem Kinn auf ihre Hände und betrachtete Remy. Fragend, verwirrt, aufgelöst, mitfühlend und bedrückt. All das konnte man in ihrem Blick wieder finden.

"Gehts Bei Dir?"

Gambit Offline

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Beiträge: 818

04.11.2005 22:02
[27.09] gegen 16:30 Uhr Antworten
Remy schob die Karten wieder in einem Stapel zusammen, liess diesen zweimal von einer Hand in die andere springen, um den Sand zu entfernen, und schob ihn dann komplett in die Manteltasche.

"Ich komme klar."

Sein Blick wanderte noch einmal zu der Stelle, an der eben noch der Scheiterhaufen gebrannt hatte. Dann sah er Liel an. Die Frage, ob sie das ebenfalls gesehen hatte, konnte er sich sparen. Es war offensichtlich, dass sie beide dasselbe gesehen hatten. Nur -

"Was denkst du, was das war?"

Remy hatte hatte sich schon Gedanken gemacht, doch er wollte auch Liels Einschätzung hören. Und dann war da auch noch die Frage, ob er jemandem davon erzählen sollte. Was ihn weiterdenken liess. Würde Liel den anderen Schülern davon berichten? Würde man ihr glauben oder sie auslachen? Und was, wenn man ihr glaubte? Gäbe das nicht nur eine heillose Panik?

"Hör mal, ich glaube, es wäre das Beste, wenn du vorerst keinem deiner Mitschüler etwas davon sagst. Ich werde mich darum kümmern und die anderen Erwachsenen informieren. Wir bekommen das bestimmt in den Griff, aber wir müssen sehr diskret vorgehen. Verstehst du das?"

Verlangte Remy etwa gerade, das Liel log? Nein, nur dass sie etwas nicht sagte. Und es diente dem Schutz aller Institutsbewohner. Hoffentlich verstand sie das.

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