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Dorian hatte die alten Daten heraus gesucht und in den letzten Tagen soweit entschlüsselt, dass er sie mit Padraig auswerten konnte. Die älteren Daten machten eigentlich keinerlei Probleme, da sie nach dem gleichen Schema zu entschlüsseln waren wie die jüngeren. Es hatten sich nur minimale Veränderungen ergeben. Das Gute an der Sache war, dass jeder gezüchtete Mutant einen Namen bekam, bevor er in die Camps geschickt wurde. Natürlich hatte auch jeder Mutant noch seine Nummer, aber ein Name vereinfachte das Verfahren... und es vereinfachte es nun auch Dorian, möglicherweise die Leute zu finden, die Padraig suchte.
Scott Summers hatte Padraig wieder in die Subs gelassen, genauso wie Dorian immer darauf warten musste, dass ihn jemand mit hinab nahm. Aber diesmal war er gleich nach dem Mittagessen in die Subs gekommen und wartete nun auf den anderen. Er saß bereits im Labor am Schreibtisch und schenkte sich einen Kaffee ein... so lange würde die Angelegenheit aber wohl nicht dauern.
Pad hatte die Nachricht bekommen, das sich Dr. Hayward mit ihm in den Subs treffen wollte. Natürlich sollte es um die Sichtung der Daten von Genethics gehen. Er war ziemlich gespannt was da auf ihn zukommen würde. Scott hatte ihn hinunter begleitet und so stand er vor der Tür hinter der Dorian stand. Etwas nervös und nicht sicher, ob er wirklich Gewissheit haben wollte. Andererseits brauchte er sie jetzt ganz besonders. Warum war er damals als Kind ausgesucht worden? Woher hatten sie seine medizinischen Daten gehabt? Wenn seine Befürchtung zutraf, dann war wenigstens das hier geklärt.
Kurz nur zögerte er, dann klopfte er energisch an die Tür und trat ein. „Guten Tag, Dr. Hayward. Ich bin ihnen dankbar, dass sie sich die Zeit nehmen um mit mir die Daten zu sichten. Immerhin könnten einige unserer möglichen Gegner darin auftauchen.“ Nicht zu vergessen meine eigenen. Bin mal gespannt, welche Codes hinter meinem Namen stehen. Er lächelte ihn entschlossen an. Von ihm aus konnte es losgehen.
Dorian drehte sich gerade auf seinem Stuhl herum und stand letztlich sogar auf. Erst als Padraig es ansprach wurde ihm klar, dass die meisten Namen hier auf der Liste zu ihren Feinden zählten. Gegner... es war ein wenig seltsam, dass er nun zwischen zwei Fronten zu wählen hatte, wo er doch früher immer geglaubt hatte, dass Genethics nichts widriges im Sinn hatte. Nein, eigentlich im Gegenteil. Genethics betrieb außer ihren dunklen Machenschaften medizinische Forschung, die nicht unbeachtlich war.
"Guten Tag, Mr. O'Diarmuid. Kommen sie... setzen sie sich her. Da drüben stehen noch genügend Stühle. Möchten sie auch einen Kaffee? Die meisten Codes habe ich soweit entschlüsselt, dass ich sie den Namen zuordnen konnte. Leider stehen dort nur Vornamen, aber sie wissen ja gegebenenfalls, woher sie gekommen sind."
Und bevor er sich darüber bewusst war, hatte er auch Padraig eine Tasse Kaffee vorgestellt und überließ ihm die Computermaus, damit der andere selbst scrollen konnte, wie er wollte.
Der Bildschirm flimmerte leicht, während die Zahlen und Namen, die sich nun einander zuordneten, darauf erschienen.
Die Auswertung ergab, dass es 6 Patricks, 3 Padraigs, 5 Fionas und 3 Kilians gab, die jedoch von unterschiedlichen Laboren stammten.
Das alles erstaunte Dorian nicht sonderlich. Er sagte es Padraig ja nicht gern, aber er hatte die starke Vermutung, dass auch Pad ein gezüchteter Mutant war - einzig und allein zu einem bestimmten Zweck in diese Welt geholt. Dorian warf eigentlich eher zufällig einen Blick auf den Bildschirm, als er dann doch etwas sah, das ihm einen Schock versetzte.
Dankbar nahm er den Kaffee entgegen und setzt sich vor den Monitor. Sehr viele der Namen sagten ihm nichts, aber bei etlichen musste er schlucken. Jeden einzelnen davon notierte er mit dem entsprechenden Code und dem vollen Namen, soweit er sie wusste. Und es waren doch eine ganze Menge, auch wenn er hinter einige Namen ein Kreuz machte. Besonders beim Kreuz, das er hinter Fionas Namen machte, überkam ihn eine gewisse Trauer. Ohne sie wäre er wohl immer noch bei Psi Force
Und dann kam er schlussendlich zu einem Code von dem er befürchtet hatte, dass er da sein musste. Es wäre doch erstaunlich gewesen, wenn er alle anderen aus seiner Kindheit hier gefunden hätte, nur diesen einen Namen nicht. Es stimmte alles, das „Geburtsdatum“, die Region und auch die Beschreibung der Mutation. Fassungslos aber nicht wirklich überrascht starrte er auf jene Daten, die besagten, dass er selbst nichts anderes als ein gezüchtetes Wesen war. Gezüchtet um den faschistischen Gedanken eines Mannes gerecht zu werden. Wobei sie ja nebenbei auch noch andere Dinge gelernt hatten, nicht nur die Mutantenjagd.
„Ok, Dr. Hayward, ich habe alle Namen gefunden, die ich erwartet habe. Nicht einer davon fehlt. Und auch wenn von den ältesten …. Wie sollen wir sie nennen? Homo Artificiosum? … Ich weiß es nicht, aber wie gesagt, viele der ersten Reihe sind schon verstorben. Ich habe überall dort Kreuze hinter den Namen gemacht. Und wenn sie wollen, kann ich ihnen auch die Todesarten sagen. Und bei den unterstrichenen handelt es sich um jene, von denen ich weiß, dass sie bei Psi Force aktiv sind. Und man sich vor ihnen in Acht nehmen muss.“
Auch sein eigener Name stand drauf. Einer der beiden nicht besonders gekennzeichneten Codes. Killian und er, die einzigen der ersten Reihe, die nicht bei Psi Force oder tot waren. Und bei Killian war er sich über letzteres gar nicht sicher. Als er Dr. Hayward jetzt ansah, bemerkte er, dass dieser überrascht auf den Monitor starrte. Beunruhigt blickte er ebenfalls hin, doch zuerst erkannte er nicht, was der Doc dort sah.
„Was ist los, Doc? Haben sie etwa ihren Namen auch dort entdeckt?“ Es sollte ein Scherz sein und Padraig hoffte, das er nicht aus Versehen die Wahrheit gesagt hatte.
„…der ersten Reihe…“, wiederholte Dorian murmelnd, ohne wirklich den Sinn dahinter verstanden zu haben. Das konnte nicht sein, oder? Es war unmöglich. Er hatte eine Erinnerung. Er hatte eine verdammte Erinnerung an sein Elternhaus. Es war gelb… es war gelb und eines dieser Reihenhäuser an der Küste. Seine Mutter war an Krebs gestorben und sein Vater… es war vollkommen unmöglich. Wie hatten sie ihm das nur alles suggerieren können?? Wie hatten sie ihm nur für Erinnerungen gegeben? Was war die Wahrheit und was war eine Lüge? War alles nur Lüge?
„Gott…“, flüsterte er. Padraig hatte keine Erinnerungen, er kannte nur das Camp. Aber wenn Dorian genau überlegte, dann kannte er auch nur das Labor. Einmal hatte er versucht das Haus an der Küste zu finden. Er hatte angenommen, dass man es abgerissen oder umgestrichen hatte. Er hatte doch diesen Autounfall gehabt, bei dem er eine Weile sein Gedächtnis… nein. Es hatte nie einen Autounfall gegeben, nicht wahr? Dorian nahm die Brille ab und drehte den Kopf langsam in Padraigs Richtung. Das Zucken seines Mundwinkels verriet, dass er versuchte zu lächeln, auch wenn es ihm misslang. Im Augenblick taten sich so viele Fragen auf, dass er eine Weile brauchte, bis er den anderen wirklich ansah.
„Ja. Auch ich stehe auf dieser Liste.“
Drei Dorian, einer aus dem Labor bei Genethics. Aquakinese und –genese. Harmlos. Er wurde als harmlos eingestuft. Aber das war im Moment nicht Padraigs Problem, denn Dorian legte ihm einen Moment die Hand auf die Schulter.
„Danke für ihre Ergänzungen, ich werde sie in die Liste aufnehmen. Es tut mir sehr Leid, was sie hier lesen mussten, aber manchmal bekommt man die Chance, noch einmal von ganz von vorne zu beginnen. Und genau diese Chance haben sie bekommen, Mr. O’Diarmuid. Um ihre Freunde tut es mir Leid.“
Dorian erhob sich langsam, und für einen Moment schien es so, als würde sich die tröstende Geste in eine stützende verwandeln, die wiederum der Arzt benötigte. Er hatte nicht damit gerechnet und wenn er ganz ehrlich war, dann hätte er auch niemals angenommen, dass er eine Züchtung war. Warum er? Warum ein Arzt? Warum war er wie Seana im Labor geblieben? Warum war er nie in ein Camp gekommen? Warum hatte man ihm diese Erinnerungen eingepflanzt? Zu viel warum und keine Antworten. Aber er sah zurück zu Padraig.
„Kann ich ihnen noch irgendwie helfen? Ja, vielleicht wäre die Todesursache bei einigen von diesen Mutanten hilfreich.“
Anders als für Padraig warf dieses Wissen für den Doc scheinbar so einiges über den Haufen.
„Machen sie sich darüber keine Sorgen, wie ich mit dieser Information umgehe. Es erklärt mir so einiges und im Endeffekt bedeutet es gar nichts.“ Das allerdings stimmte überhaupt nicht. Innerlich fühlte er gerade, wie seine Verbindung zur Welt der Menschen zusammenbrach. Gehörte er überhaupt in diese Welt? Und wie würde sein juristischer Status aussehen? Galt er als Person oder als Gegenstand? Natürlich atmete er, aber war das ausschlaggebend? Und was bedeutete das Ganze für ihn selbst? So viele Fragen, die er mit sich selbst erst einmal klären musste.
„So viele Freunde hatte ich unter ihnen nicht. Und die, die wirklich meine Freunde waren, starben wenigstens in Freiheit. Aber ich werde ihnen die Todesursachen der meisten nennen können. Viele starben bei dem gemeinsamen Training, aber einige wenige erlitten merkwürdige Krankheiten.“ Zu gut erinnerte er sich noch an die Aussagen als Deirdre nicht mehr aufstehen konnte. Sie wäre geschwächt und hätte eine Grippe. Von der Krankenstation kam sie allerdings nie mehr zurück. Verdammt, er spürte, wie die Wut auf Genethics, die Regierung und seine Ausbilder in ihm hoch kochte. Und hätte er jetzt irgend etwas zum zerstören gehabt, so hätte er es getan.
„Reicht es, wenn ich ihnen die Todesursachen morgen schriftlich gebe? Ich möchte jetzt etwas für mich alleine sein.“ Er spürte wie sich Energien in ihm zu sammeln begannen, etwas, das er eigentlich unter Kontrolle zu haben glaubte. Wenn er nicht bald hier herauskam, dann würde er zu einer Gefahr für alle hier unten werden. Und es reichte, wenn er morgen auf der Liste eintrug, dass bei mindestens einem der Namen, Cynthia, der Tod durch seine Codenummer eingetreten war. Es gab eigentlich nur zwei Möglichkeiten die Energieüberladung los zu werden. Und keine davon konnte er hier unten in der Enge der Subs nutzen. Er brauchte den freien Himmel über sich. Dann konnte er sich in jeder Hinsicht befreien.
Na ja. Auf der einen Seite hatte Padraig natürlich Recht, aber wie stand es mit der Tatsache, dass Dorian jetzt nicht mehr wusste, was er noch glauben konnte und was nicht? Was war Realität und was war Suggestion? Aber gewiss... Padraig sprach nicht von Dorian, sondern von sich selbst. Er nickte leicht.
"Sowohl die gewaltsamen Todesursachen als auch die Krankheiten wären durchaus von Belang. Wenn sie sie mir zukommen lassen könnten, wäre ich ihnen sehr dankbar. Leider kann ich ihnen keine Dateien mitgeben, da sie hier in den Subs bleiben müssen, aber sie wissen ja selbst, wen sie nun gesehen haben und wen nicht."
Vielleicht klang es ein wenig mechanisch, wie er das sagte. Im Moment überkam ihn die gleiche Wut wie Padraig, auch wenn sie sich vielleicht anders zu entladen versuchte wie die eines 'Soldaten'. Dorian nahm seine Brille wieder auf und setzte sie sich auf die Nase, ehe er auf die Tür zuging. Vielleicht spürte er die Spannung, die von dem anderen ausging, was möglicherweise etwas mit seiner eigenen Mutation zutun haben konnte, denn er öffnete ihm die Tür.
"Ich denke, Mr. Summers wartet noch auf sie, um sie wieder hinauf ins Institut zu lassen." Aber bevor Padraig wirklich gehen konnte, fragte Dorian noch etwas Eigenartiges: "Ach... Mr. O'Diarmuid. Ich hätte da noch eine Frage. Kennen sie vielleicht einen Wissenschaftler mit dem Namen Nolan Ford? Dr. Nolan Ford?"
Padraig wollte gerade hinausgehen als ihn Dr. Hayward nach Nolan Ford fragte. Kurz nur musste er überlegen, bis er sich erinnerte, dass ein Dr. Ford im Camp ab und zu nach den Patienten geschaut hatte. Er selbst hatte wenig mit diesem Arzt zu tun gehabt, da er ja selten krank wurde.
„Es gab einen Arzt im Camp der Ford hieß, und wenn ich mich richtig erinnere, dann begann sein Vorname mit N. Es könnte also ein Dr. Nolan Ford gewesen sein. Kannten sie ihn?“ Neugierig blieb er stehen und irgendwie begann dabei die sich in ihm stauende Energie abzuebben.
"Ja, ich kannte ihn. Er war mein Freund", antwortete Dorian mit einem leichten Nicken. Er wusste, dass man Nolan öfters in andere Labore geschickt hatte - dass dies Camps für Mutanten gewesen waren, war ihm allerdings damals nicht bewusst gewesen. Manchmal hatte Nolan Andeutungen gemacht, aber er hatte nie wirklich darüber gesprochen, da man ihn gewiss erpresst hatte nichts zu sagen. Möglicherweise hatte man Nolan auch einer Gehirnwäsche unterzogen. Irgendwann war er einfach verschwunden gewesen und niemand hatte je erfahren, wohin er gegangen war - oder vielmehr, wer ihn verschleppt hatte. War Nolan irgendjemand im Weg gewesen? Wahrscheinlich. Und wenn Dorian richtig darüber nachdachte, dann war Nolan den geheimen Laboren noch vor Dorian auf die Schliche gekommen. Eigentlich hätte er Padraig noch fragen wollen, ob dieser wusste, wie lange Dr. Ford im Camp gewesen war, aber Dorian war sich ziemlich sicher, dass Nolan jetzt tot war.