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Für all Diejenigen, die ihre Charaktere bis zum Wiederbeginn
nicht ruhen lassen wollen, empfiehlt die SL euch
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Wir wünschen unseren fleissigen Usern viel Spass
auf der neuen Plattform und hoffen
euch alle in alter Frische und mit dem gleichen Elan
bald auch wieder an dieser Stelle begrüssen zu können.
Den ganzen Tag schon war das rothaarige Mädchen eher schweigsam gewesen und selbst ihren Mitbewohnerinnen ausgewichen. Heute vor vier Jahren war ihre Mutation das erste Mal ausgebrochen, denn an disem Tag hatte ein Autofahrer das Leben ihrer Mutter ausgelöscht. Immer wieder sah sie vor ihrem inneren Augen sich selbst, wie sie nach dem Telefonat mit der Polizei zusammengebrochen und plötzlich überall in der kleinen 2 Zimmer-Wohnung Feuer ausgebrochen war.Der Schmerz, von dem sie heute nichtmehr sagen konnte, ob er körperlicher oder seelischer Natur gewesen war.
Mika war von ihrer Mutter christlich erzogen worden, und auch, wenn sie diese Religion in den letzten 4 Jahren nicht wirklich ausgelebt hatte, so glaubte sie doch noch immer an Gott, trotz all ihrer Zweifel in Bezug auf gewisse Dinge, die er geschehen ließ.Jedes Jahr hatte sie an dem Todestag ihrer Mutter für diese eine Kerze entzündet, und auch dieses Jahr würde sie es nicht versäumen. Da sie nicht gewusst hatte, ob in der kleinen Kapelle auf dem Gelände Kerzen vorhanden waren, hatte sie in Inverness einige gekauft. Langsam ging sie den schmalen Mittelgang entlang und entzündete dabei die kleine Kerze, um sie dann vor dem Altar abzustellen.
Wie sie es als kleines Kind gelernt hatte, faltete Marylin ihre Hände und sprach lautlos das gebet für ihre Mutter. Wie stolz wäre diese gewesen, sie nun hier zu sehen und zu wissen, dass es ihrer Tochter gut ging, und wie gern hätte Mika all diese Momente mit ihrer Mutter geteilt....
Ein dunkler Schatten verdeckte einen Moment das seichte Licht des Abends, als jemand die Flügeltüren der Kapelle mit einem schleifenden Geräusch aufzog und hindurch trat. Kurz darauf fiel das Kerzenlicht auf sein Gesicht und tauchte es in Licht- und Schattenflächen, so dass man es besser erkennen konnte. Der Fremde trug unter seiner Jacke ein schwarzes Hemd mit dem unverkennbaren weißen Kragen - die Kollare -, der ihn als Priester auswies. Sein Haar war dunkel, hatte im Kerzenschein aber einen leicht rötlichen Schimmer, vor allem als er den Kopf zur Seite drehte, etwas Weihwasser auf die Finger nahm und sich mit einem kurzen Kniefall bekreuzigte.
Er trug keinen Talar, aber dieser Mann bewegte sich dennoch wie ein Priester, als er langsam durch das Mittelschiff auf den Chor zuging, wo das Kruzifix stand. Erst jetzt schien er Mika zu bemerken, denn er sah sie einen Moment überrascht an (oder schien das nur so?). Wenn dieser Moment je existiert hatte, so war er im nächsten schon wieder vorüber, denn er lächelte leicht - aufgrund seiner Grübchen wirkte es sympathisch, auch wenn er noch kein Wort gesagt hatte. Dieses Versäumnis holte er jedoch schnell nach.
"Guten Abend. Ich wollte nicht stören - ich sah diese Kapelle nur und wollte sie mir ansehen. Mein Name ist Lucian MacGillivray."
Mika war so darin vertieft gewesen, die richtigen Worte zu finden für das, was sie hatte sagen wollen, dass sie das öffnen der Türen nicht wahrgenommen hatte. Ihre Kopf war leicht gesenkt, so dass ihr die feinen Locken ins Gesicht fielen, und noch immer bewegte sich ihr Mund leicht.
So war sie doch mehr als erschrocken, als der Priester sie ansprach, und wich unwillkürlich vor ihm zurück.Dann jedoch fasste sie sich wieder und lächelte leicht.
"sie haben mich nicht gestört, ich hätte daran denken sollen, dass vielleicht auch andere Menschen diese Kapelle nutzen wollen. Mein name ist Marylin Rose....gefällt ihnen die Kapelle?"
Ihr fiel nichts anderes ein, als diese Frage eher aus Höflichkeit zu stellen, immerhin war sie selbst acuh das erste Mal hier.Auf gewisse art und Weise fühlte sie sich von Mr. MacGillivray ertappt.
Lucian legte die Hände lediglich übereinander, während er etwas näher kam. Dennoch hielt er noch genug Abstand, damit sie sich nicht unwohl fühlte. Er wandte den Blick auf die Jesusfigur und nickte leicht.
"Ja, sie gefällt mir. Vor der Renovierung 1999 sah es hier ein wenig anders aus. Da oben im Dachstuhl hat es gebrannt und wenn man genau hinsieht, dann kann man eine kleine Kerbe dort in der Wand erkennen, nicht wahr? Dort verlief ein tragender Balken. Die Pfeiler hat man nun auf andere statische Punkte verlagert, so das man diesen Balken nach dem Brand nicht wieder ersetzt hat."
Er sah Mika kurz an und schmunzelte. Nein, er wollte sie nicht auf den Arm nehmen, er erzählte ihr die Wahrheit. Allerdings war fraglich, ob sie die auch interessierte.
"Auch ich dachte eigentlich, dass hier niemand ist. Aber es ist schön, jemanden hier beten zu sehen." Seine Stimme hallte in diesem Gebäude leicht nach und wenn man ganz genau hinsah, dann konnte man sogar feine Atemwölkchen beim Sprechen ausmachen. Der Winter hielt eben allmählich Einzug.
Cathrina war unterwegs in die Kapelle um eine Kerze aufzustellen. Sie war in keinerlei Glauben erzogen worden. Ihre Familie glaubte an sich selbst und ihre Kraft und so war es auch mit Cath.
Aber seit sie bei dem Gedenkgottesdienst für Ms Stone gewesen war und ihre Geschichte gehört hatte, kam sie oft her und stellte ab und zu eine Kerze auf. Einfach nur zum Erinnern.
Sie genoss die Stille in der Kapelle und hier konnte sie grübeln, weinen und wütend sein.
Cath war so in Gedanken versunken, dass sie gar nicht mitbekam, dass schon jemand anwesend war. So war sie ein bischen erschrocken, als sie aufblickte und den fremden Mann neben Mika stehen sah.
"Hallo..." Mika nickte sie zu und betrachtete den Mann. Ein Priester. Also war heute nicht viel mit allein sein und eigentlich wollte sie allein sein. Dann würde sie nur die Kerze anzünden und wieder gehen. Im Wald konnte sie auch gut nachdenken und sich erinnern.
Wenn Tara gedacht hatte, die Kapelle leer vorzufinden, dann hatte sie sich getaeuscht -- was sie an den leisen Stimmen feststellte, als sie die Kapelle betrat.
Sie hatte nicht wirklich Erwartungen diesbezueglich gehabt; die Kapelle war Teil ihrer Erkundungsgaenge, die sie beinahe jeden Tag machte, sofern sie die Zeit dafuer fand.
Ein wenig Gewohnheit war aber auch dabei. Natuerlich war sie christlich erzogen worden, nicht streng, aber in ihrer Familie spielte Glaube eine zentrale Rolle. Sie selbst wusste noch nicht so wirklich, ob sie tatsaechlich aus eigener Ueberzeugung glaubte oder ob sie es tat, weil es eben in ihre Familie gehoerte und man bei ihr zu Hause eben glaubte.
Sie sagte sich, dass sie es eines Tages schon noch feststellen wuerde; in der Zwischenzeit konnte es nicht schaden, mehr oder minder regelmaessig ein Gotteshaus zu besuchen und etwas zu beten.
So benetzte auch sie ihre Fingerspitzen mit Weihwasser und bekreuzigte sich, bevor sie weiter in die Kapelle hinein trat und sich langsam zwischen den Baenken hindurchbewegte. Sie schob sich schliesslich in eine der Reihen in der vorderen Haelfte, setzte sich und faltete die Haende zum stillen Gebet.
Mit Unhoeflichkeit oder Ignoranz hatte es nicht zu tun, dass sie kein Wort an die Anwesenden richtete; nach wie vor war sie einfach schuechtern und bevorzugte es, angesprochen zu werden anstatt anzusprechen, und sie wollte das Gespraech der beiden nicht stoeren.
Nach dem kurzen Bericht des Pristers hob sich Mikas Augenbrauce dann doch fragend.
"Wann wurde denn die Kapelle eigentlich erbaut, und warum hat es gebrannt,wissen sie das?"
Sie deutete lächelnd auf die anderen Kerzen, die sie mitgebracht hatte, und nickte. "Bedienen sie sich..." Sowohl Cath als auch tara erhielten ein kurzes Nicken, aber langsam wurde es hier wirklich zu voll. Vielleicht sollte man an die schulleitung herantragen, hier einen wöchentlichen Gottesdienst einzuführen, ging es ihr duch den Kopf. Denn anscheinend war ie nicht die einzige, die für das Seelenheil anderer betete.
Auch Lucian sah zurück, als die Eingangpforte erneut geöffnet wurde.
"Hallo."
Er lächelte erneut und nahm dankend eine von Mikas Kerzen, um sie an ihrer zu entzünden und ebenfalls aufzustellen. Die Mädchen, die hinzu gekommen waren, wollte er natürlich nicht stören - wenn er ganz ehrlich war, dann war er positiv überrascht. So wurde diese Kapelle ja doch öfter genutzt, als er angenommen hatte. Über Mikas Frage musste er einen Moment nachdenken.
"Die Kapelle wurde fast zeitgleich mit dem Gebäude erbaut - das war Anfang des 15. Jahrhunderts. Warum es vor ein paar Jahren gebrannt hat, ist eine gute Frage. Manche sagen, es war ein technischer Defekt..."
Wieder sah er Mika an. Diesmal hatte er mit gedämpfter Stimme gesprochen, damit er niemanden störte. Eigentlich gab es noch etwas über die Katakomben zu sagen, aber da er ein Telefonat mit der Schulleitung geführt hatte, sparte er diese Tatsachen aus. Obwohl die Katakomben viel älter waren als das Gebäude, das darüber errichtet worden war.
Lucian war schon lange nicht mehr hier gewesen. Eigentlich war er schon lange nicht mehr in dieser Gegend gewesen, aber er freute sich über diese Einladung - auch wenn er etwas erstaunt war, dass das Gebäude nun in anderer Hand war.
Mika nickte verstehend. 15. Jahrhundert, dann waren die Gemäuer des Instituts wirklich schon sehr alt.Aus den Augenwinkeln heraus hatte sie wahrgenommen, dass Cathrina eine Kerze für Carol entzündet hatte, und wollte daher nicht unnötig laut sein und sie stören.
Den Kopf leicht schiefgelegt, sah sie zu Mr. Macgillivray. "Wissen sie, wozi das Gelände vormals genutzt wurde? Und da sie so viel über die kepelle wissen, schätze ich, dass sie hier einmal Priester waren..."
Sie sprach leise, während ihre Augen im Licht der kerzen hell leuchteten. Fast schien es ihr, als wäre Mr. Macgillivray zu jung, um schon sehr lange Prister zu sein, aber woher sonst sollte er sein hintergrundwissen über das Institutsgelände haben?
Lucian lächelte erneut auf Mikas Worte hin, schüttelte dann aber den Kopf. "Nein, ich war hier nie Pfarrer. Meine Gemeinde lag lange Zeit in Glasgow, aber ich bin hier in der Nähe geboren worden."
Auch sein Blick glitt einen Moment zu Catherine, ehe er ein paar Schritte ging und wartete, dass ihm Mika folgte. Er hielt bereits wieder auf den Ausgang zu, denn er musste zu den Schulleitern. Eigentlich hätte er da vor 5 Minuten erscheinen sollen. Langsam ging er die Gestühlreihen entlang, ehe er meinte: "Damals war es ein Kloster. Schon als Kind hat man mir Gruselgeschichten darüber erzählt, so dass es nicht erstaunen mag, dass es mich auch jetzt noch interessiert. Vor ein paar Jahren habe ich die Erlaubnis bekommen, mich hier umzusehen, weil der Besitzer... ein paar Probleme hatte."
An der Eingangstür angelangt, sah er noch einmal zurück zum Chorbereich, ehe er Mika ansah und lächelte. "Jetzt muss ich wirklich los, ich habe noch einen wichtigen Termin. Es hat mich gefreut, dich kennen zu lernen, Marylin Rose."
seltsame geschehnisse sind also nicht erst seit wir hier sind normal... Mika grübelte über die worte des Priesters nach, während sie im in Richtung Ausgang folgte. Und da die Schulleitung sicher nicht vorhatte, einen priestr einzustellen, konnte sich das Mädchen zwei und zwei zusammen zählen, dass es wohl auch diesmal um Ereignisse ging, an denen die Schüler keine Schuld trugen. Sie lächelte MacGillivray an.
"mich hat es auch gefreut, sie kennenzulernen, sir..."
Dann verschwand sie durch die Pforte nach draussen und im dunkel der Nacht, um mit sich und ihren Gedanken allein zu sein und über die Informationen nachzudenken, welche der junge Priester ihr vermittelt hatte.
Nun war es so ruhig, dass sie die Augen öffnete und den Kopf an die Wand lehnte. Vor ihren Augen erstand die Szene neu, das Labor, die weißen Kittel und die Apparaturen. Dann Carols Bild, die Kerzen und ihre Gedanken machten wieder einen Sprung. Nach Hause, zu ihrer Familie... dann zu Stan und Mark und Liel... Sie konnte keinen Gedanken lange genug festhalten.
Und so verging die Zeit, aber irgendwie schien sie das nicht zu berühren.