Das X-odus Forum befindet sich derzeit in einer Pause.
Für all Diejenigen, die ihre Charaktere bis zum Wiederbeginn
nicht ruhen lassen wollen, empfiehlt die SL euch
diese Seite.
Wir wünschen unseren fleissigen Usern viel Spass
auf der neuen Plattform und hoffen
euch alle in alter Frische und mit dem gleichen Elan
bald auch wieder an dieser Stelle begrüssen zu können.
Eisig, das war die perfekte Beschreibung für das Wetter an diesem Nachmittag. Seana stand schon geraume Zeit am Fuße der Treppe und machte eine Mischung aus Dehnung und Aufwärmen. Allerdings ließ sie sich immer wieder von der Tatsache ablenken, dass hier draußen ihr Kopf um einiges freier schien. Keine düsteren Schatten, keine komischen Eindrücke, einfach nur angenehme Ruhe. In letzter Zeit schien sie sich selbst nicht mehr zu kennen und eben das machte sie um einiges unruhiger.
Die Mutations-AG hatte sie in manchen Aspekten darauf vorbereitet, was passieren könnte, aber so recht konnte sie es sich einfach nicht vorstellen. Gaben? Mutationen? Seltsame, unerklärliche Kräfte? Wirklich unheimlich... aber wie sollte sie da hinein passen? Mitschüler, die sich in Tiere verwandeln konnten, welche das Feuer beherrschten oder das Eis. Das alles war irgendwie greifbar. Aber sie? Seana hatte dieses Erlebnis am Strand, dass ihr seither nicht mehr aus dem Kopf ging. Dieses Gefühl, als würde es irgendwo in ihrem Kopf Klick machen.
Es wurde Zeit für ihre tägliche Joggingtour mit Karl. Vielleicht würde sie das auf andere Gedanken bringen.
pünktlich wie es für das schweizer uhrwerk brauch war das an seinem arm hing kommt er hinaus. fünf minuten vor der zeit, so wie eben für ihn üblich... und nicht unbedingt überrascht, seana hier schon anzutreffen. die dehnübungen waren wichtig geworden in der kälte, wenn man sich nicht durch irgendwelche rutschpartien auf die nase legen wollte geschweige denn sonstwas zerren. und, so waren die erfahrungen damit, es linderte den schmerz am morgen nach einer völligen verausgabung. göttlich! mit einer freundlichen begrüßung geht er auf sie zu und holt, wie immer, den bluethooth kopfhörer heraus um sie damit zu verkabeln
"hast du einen speziellen wunsch für die musik heuteß ich habe wieder eine etwas größere auswahl draufgeladen"
er beginnt derweil mit seinen lockerungsübungen. nurnoch ein paar jahrhunderte mehr training und er macht beinahe die figur eines profijoggers...
Hauptsache laut. Das war ihr Musikwunsch für heute. Sie wollte einfach nur Laufen und an nichts denken müssen. Einen Moment lang betrachtete sie einfach nur den weißen Schleier, der sich von Karls Mund aus in die kühle Luft schlängelte, bevor sie sich weiter den Dehnübungen widmete.
Auf den Hecken, den Bäumen und dem sonst so grünen Gras hatten sich glitzernde Vorhänge gelegt und alsbald würde es sicher auch schneien. Weihnachten, es war nicht mehr weit und sie fragte sich, was das war. Dann und wann hatte sie von den anderen Schülern etwas gehört, etwas, dass viel Aufregung zu verbreiten schien. Thanksgiving und Weihnachten. Feste sollten das sein, aber was feierte man da? In ihr keimte die Idee auf, dass sie ja einfach mal in den Computerraum gehen könnte. Dort würde es sicherlich Informationen dazu geben, denn in der Bibliothek hatte sie Mühe, Bücher mit diesem Thema zu finden, wenn sie nur ein paar Worte ohne Bedeutungen kannte.
Ihre Beine ausschüttelnd, machte sie sich seelisch und moralisch darauf gefasst, wieder eine Runde in eisiger Luft und stiller Umgebung zu Laufen, bis ihre Lungen brannten, was durch das Klima nicht wirklich angenehmer wurde.
laut. okay. schon nach wenigen klicks am arm büllt ihr die stimme ins ohr, grollende guitarren und hammernde bässe fegen jeden klaren gedanken aus dem geist wenn man sich nur auf den rhymus einlässt und den texten erst garnicht folgt. es geht am see entlang, weil das der einzig noch halbwegs geräumte weg ist. der schnee der da liegt ist stückweit geschmolzen, das eis auf dem see nur in kleinen schollen am ufer zu finden. super sache das... also, er marschiert los.
Eine feine Rauchwolke stieg in die Luft auf. Sie hatte ihren Ursprung irgendwo zwischen den Bäumen... oder in den Ästen eines Baumes? Ein dumpfer Laut war zu hören, der von den Kindern gewiss nicht gehört wurde, als Rat auf dem Waldboden aufkam und eine Weile in halb kniender Haltung zubrachte. Die klirrend eisige Iris fixierte die sich bewegenden Joggingjacken, die zwischen den Baumstämmen immer wieder hervorblitzten. Bald.
Sollte er den Jungen im See ersäufen? Seine Visage gefiel ihm nicht und das war eigentlich schon Grund genug. Vielleicht schlitzte er ihm aber auch nur die Kehle auf - derartige Gelüste krochen gerade quälend langsam in ihm auf und entluden sich im vorfreudigen Funkeln seiner Augen, ehe sein Blick auf dem Mädchen haften blieb. Lewis wollte ihn um die Bedingungen des Kontrakts betrügen? Rat hingegen würde den Wissenschaftler lehren, was es hieß, wenn man mit ihm Geschäfte machte. Und es war nur noch ein kurzer Moment, dann waren sie nahe genug. Rat zog die Klinge aus dem Stiefelschaft - der Tag war so kalt und trüb, dass sich der matte Stahl nirgendwo spiegeln würde.
die route war recht harmlos und einfach. immer vorran am see entlang und gut, alles unkompliziert und mit ein klein wenig streu das hier verteilt wurde sogar halbwegs ungefährlich. immer den wanderweg entlang. und tatsächlich... keiner von beiden würde auch nur irgendwas hören, geschweigedenn der umgebung sonderlich viel beachtung schenken. karls blick ist vor seine füße gerichtet damit ihm auch keine glatte stelle entgeht... das letzte was er brauchen könnte wäre ein überschlag mit beinbruch
Knirschender Schnee, knisternde Kälte und der ausgestreute Sand grub sich tief in die Profile ihrer Schuhe. Selbst dicke Socken in ihren Turnschuhen würden auf Dauer keine Lösung darstellen, aber die Winterschuhe fühlten sich so groß, schwer und kantig an. Sie waren schlicht nicht eingelaufen, im Gegensatz zu ihren Turnschuhen, so dass sie diese immer noch bevorzugte.
Die Musik hämmerte ihr jeden Gedanken aus dem Hirn und füllte es bis über den Rand mit irgendeinem Gebrüll. Es war so laut, dass sie sich selbst nicht mehr denken hören konnte und das war genau das, was sie wollte.
Die Strecke lag vor ihnen, das Loch zur einen Seite und der angrenzende Wald zur anderen. Ein weich geschwungener, ebener Weg, denn bei Eis und Schnee war eine Bergwanderung alles andere als gutes Training.
Rat war lautlos... selbst wenn sie nicht derartig laute Musik gehört hätten. Niemand würde je behaupten, dass Rat wie ein stummer Tod war, aber nur aus dem einen Grund, da niemand je von den Toten zurück gekehrt war. Es bedurfte wohl kaum mehr als einen kurzen Hieb in Karls Nacken, um ihn ins Land der Träume zu befördern, so schmächtig wie der Junge war. Und Rat war schnell. Denn noch bevor Karl überhaupt auf den Waldweg fiel, hatte er Seana bereits von hinten gepackt und den Mund zugehalten. Nur noch leise war das Lied zu hören, das über die Kopfhörer - die nun allerdings auf dem Weg lagen - weiterlief. Das alles erinnerte vielleicht ein wenig an Ro's Entführung, wenngleich er das diesmal nur für sich selbst tat.
Rat sprach nichts. Und auch um Seana musste es bald tiefschwarze Nacht sein. Wenn Karl eine Stunde später aufwachen würde, so wäre keine Spur von Seana auszumachen und auch Karl selbst sollte besser zusehen, dass er zurück ins Institut kam, bevor er im Wald erfror. Aber vielleicht hatte Rat auch einfach geglaubt, die Witterungsverhältnisse beendeten das, was er begonnen hatte...
chaos ist eine konstante, mit der niemand rechnen kann. berechnung allerdings und geschürte paranoia stellt einen völlig anderen faktor dar. natürlich hat er keinen schatten gesehen bevor irgendwas seine verbindung zwischen dem kopf und der restlichen motorik einfach... so rüde unterbrach. im gegenzug dazu hatte der jäger keinen einblick auf die dinge, die sich unter der kleidung verbargen; wahrscheinlich so oder so, garkein interesse daran. mitten aus dem lauf gerissen landet karl sich mehfach überschlagend am rand des weges, kaum zu erkennen unter dem schneegestöber das er aufwirbelt.
irgendwo in den tiefen seiner kleidung, mit einem klettverschluss dergestalt am arm befestigt das er zufällig garantiert nicht daran stoßen würde und ihn dennoch immer erreicht übt der druck des sturzes genug solchen aus um den alarmknopf zu betätigen. dies kleine, wundersame gerät das ihm ausgehändigt wurde falls er jemals erneut in konflikt mit einem "geist" kommen würde.
und mehr noch... den körper scheint fast der lebensatem verlasen zu haben. er kühlt rasant ab, der herzschlag ist kaum wahrzunehmen und die atmung auf ein niveau heruntergesunken das mit "flach" noch großzügig beschrieben war. wie ein rächender geist löst sich unsichtbar die geisterhafte gestalt des leblos daliegenden und dringt mit einem wutschrei auf den angreifer ein. zu fäusten geballte hände fuchteln wüst um ihn herum, durch ihn hindurch...
und doch bemerkt rat nichtmal einen luftzug davon, geschweigedenn das er den rasenden schemen zu erkennen vermag. dieser heftet sich mit zornig funkelnden augen an die lodernde schleppe des jägers... ohne einen klaren gedanken mit dem wunsch nach rache für diesen schmerz... von dem verursacher zehrend
Kassander war an diesem Morgen ebenfalls joggen gegangen. Aber er hatte die andere Richtung des Waldweges genommen und war viel später an jener Stelle aufgetaucht, wo Karl noch immer lang. Er hatte dessen "Notruf" mitbekommen und kam ziemlich atemlos am Ufer des Sees an, denn Padraig hatte ihm diesen Pieper gegeben, solange er nicht da war. Immerhin fand er ihn gleich. Irgendwie schien es ihm im ersten Moment, als wäre Karl tot, als er ihn auf den Rücken drehte und ihm die Hand an die Halsschlagader drückte. Der Puls war mehr als schwach und flatterte. Wie lang Karl schon dort gelegen hatte, konnte er nicht sagen, aber irgendwie hatte er das Gefühl, dass sein Geist nicht mehr in seinem Körper war.
Karl war ins Koma gefallen, als Kassander das Institut erreichte.