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Dieses Thema hat 12 Antworten
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 Institut-Area
Davin Sartre Offline

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Beiträge: 490

15.01.2006 16:46
12.12.2005 (Montag) - Sporthalle, 5:30 Uhr morgens Antworten
(ja genau, bei uns ist schon Montagmorgen Aber es ist noch so früh, dass da noch kein Plot beeinträchtigt wird)


Montagmorgen, 5:15 Uhr. Dave mochte es, wenn das Institut noch ganz still war, weil alle noch schliefen. Auf leisen Sohlen schlich er den Flur entlang und nach unten, damit er auch ja niemanden wecken würde. Von Caitlynn hatte er sich schon vor einiger Zeit eine Kopie des Schlüssels für die Sporthalle gemacht, und genau diese steuerte er jetzt auch an. Zuvor hatte er Ashley einen Zettel unter der Tür durchgeschoben, denn im Eifer des Gefechts hatten sie gestern ganz vergessen, einen Treffpunkt aufzumachen.

Er schloss die schwere Türe auf, tastete mit einer Hand nach dem Lichtschalter, und ging dann durch den langen Korridor zur Umkleidekabine. Es war kühl, deshalb zog er sich rasch um, bevor er mit einem runden, etwa 15 cm Durchmesser aufweisenden und circa 50 cm hohen Holzstück, einem CD-Player und passender Musik bewaffnet zur Halle ging. Drinnen drehte er das Licht nur schwach an, sodass ein sanftes, orangenes Dämmerlicht entstand. Dieses war perfekt zum meditieren, da es ein wenig Ähnlichkeit mit einem Sonnenaufgang hatte. Natürlich konnte man es nicht mit einem richtigen Sonnenaufgang vergleichen, zu dem Dave im Sommer jeden Morgen im Garten meditiert hatte, aber es war besser als nichts.

Er steckte den CD-Player ein und ging dann seine CDs durch. Er hatte seine gesamte Kollektion für fast nichts auf einem Flohmarkt in Inverness erstanden, und sie hatte ihm gute Dienste erwiesen. Es waren allesamt klassische Musikstücke, Klavierstücke mit ein wenig Streichern, afrikanische Klänge und Musik der australischen Aborigines, aber auch indianische Musik. Alle Stücke waren sanft, langsam und leicht getragen, eben perfekt für seine Quigong-Übungen. Heute wählte er die Afrika-CD aus, legte sie ein, drehte die Lautstärke so auf, dass sie laut genug, aber nicht zu laut war, und ging dann zur Mitte der Halle, wo er Aufstellung nahm.

Nach dem Aufwärmen durch Laufen und Dehnen begann er wie immer mit Atmungs- und Haltungsübungen. Er stellte sich aufrecht hin, die Füße schulterbreit auseinander, ließ die Arme locker herunterhängen und legte den Kopf leicht in den Nacken. Als die Musik begann, schloss er die Augen, atmete langsam und tief durch die Nase ein, fühlte, wie sich sein Brustkorb hob und an Volumen gewann. Er hielt die Luft einen Augenblick an, um sie in sich zu spüren, dann ließ er sie ebenso langsam und bewusst durch den Mund wieder entweichen. Dies wiederholte er gut fünfzig Mal. Nach einer Weile war er bereits in seinem routinierten Zustand völliger Entspannung. Er fühlte seinen Herzschlag, fühlte, wie das Blut durch seine Adern gepumpt wurde, fühlte, wie seine Lungen arbeiteten. Aber er fühlte auch, wie das hektische Chaos in seinem Kopf einen Augenblick lang zur Ruhe kam und er an nichts anderes dachte als an seine Ruhe. Tief einatmen. Halten. Tief ausatmen. Wieder und wieder tat er nichts anderes als das, und doch war es alles andere als eine leichte Aufgabe. Nichts war so schwer, als nichts zu tun, das hatte schon Oscar Wilde gewusst.

Anschließend begann er mit der Bewegungsübung, welche die meiste Konzentration erforderte. Er ging zurück zu der Ecke, wo er das Holzstück abgelegt hatte, holte es in die Mitte und stellte es auf. Er stellte sich davor hin, legte beide Hände darauf und korrigierte seine Handstellung so lange, bis sie ganz vollkommen richtig war. Dann schloss er wieder die Augen, nahm seine ruhige Atmung wieder auf und konzentrierte sich. Er fokussierte seine Gedanken auf ein einziges Bild in seinem Kopf: Auf ihn selbst, wie er auf diesem Holzklotz einen Handstand machte. Er hatte es schon mehr als einmal zuvor getan, und dennoch bedeutete es für ihn jedes Mal eine Herausforderung, denn die erforderliche Konzentration und die Fähigkeit, auf einer so kleinen Fläche die Balance zu halten, waren enorm. Er stand bestimmt zehn Minuten so gebeugt vor dem Holzklotz, ohne dass er etwas tat. Vorbereitung in Körper und Geist war die einzige Möglichkeit, diese Übung erfolgreich zu meistern. Erst, als er das Bild in seinem Kopf, den kurzen Film, wie es überhaupt dazu kam, so lebhaft vor seinem geistigen Auge sah, als sei es bereits geschehen, so, als habe es ihm jemand vorgemacht, erst da spannte er seine Muskeln an. Zuerst die Beinmuskulatur, denn als erstes musste er sich vom Boden abdrücken. Sobald dies aber geschehen war, verteilte er seine Priorität auf die Arm- und Bauchmuskeln, denn diese mussten nun sein gesamtes Körpergewicht auffangen, hochziehen und ausbalancieren. Langsam, auch wenn es so anstrengender war, sprang er ab ohne Schwung zu holen und schob seinen Körper in die Position des Handstandes. Es war eine sanfte, gleitende, flüssige Bewegung, ohne irgendetwas Abgehacktes. Ruhe und perfektes Zusammenspiel der Muskeln, das war der Schlüssel.

Als er senkrecht auf dem Holzklotz stand, verharrte Dave. Wie immer begannen seine Muskeln am Anfang zu zittern und nach einer Weile spürte er den Schmerz der Anstrengung. Jetzt durfte er nicht nachlassen. Er konzentrierte sich auf seine Atmung, versuchte, das Oben und Unten und die Schwerkraft zu vergessen, stellte sich vor, als hinge er von der Decke. Und plötzlich wurden seine Arme leicht, und der Schmerz verschwand. Er wurde schwerelos, völlig stabil, obwohl seine Hände auf dem runden Holz nur knapp Platz fanden. So verharrte er Minutenlang, lauschte seiner Atmung und seinem Herzschlag, sowie der Musik im Hintergrund. Es war wie eine surreale Traumfrequenz, ein Zustand von Trance. Wie von selbst nahm er nach einer Weile eine Hand weg, sodass er sein gesamtes Körpergewicht nur noch mit einer Hand auf dem Holz ausbalancierte. Wie zuvor war dies Anfangs hart, doch paradoxerweise wurde es leichter, je länger er dies durchhielt und je besser er sich konzentrierte.

Ebenso langsam und flüssig wie er den Handstand begonnen hatte, beendete er ihn schließlich auch wieder. Erst jetzt begannen seine Arme zu schmerzen, und er machte einige Dehnungs- und Lockerungsübungen, um eventuellem Muskelkater vorzubeugen.

Verglichen mit der Handstandsübung kam nun wieder ein entspannender Part. Auch diese Übungen waren Bewegungsübungen, doch diesmal wurden sie ihrem Namen auch gerecht. Die Bewegungen die er ausführte, glichen denen von diversen asiatischen Kampfsportarten, nur, dass er sie in Zeitlupe machte. Strecken, Gewichtsverlagerung, Dehnen, Synchrone Bewegung der Arme und Beine, Balancieren, darauf kam es an. Er streckte sich einer imaginären Sonne entgegen, machte sich klein und kämpfte verlangsamt gegen einen unsichtbaren Gegner.

Als auch diese Übung beendet war, war seine Zeit fast rum. Bald würde Ashley kommen. Allerdings wollte er noch seine abschließende Meditation machen, und so wechselte er die CD. Er legte eine Hörspiel-CD ein, auf der ein alter Indianer, von leiser Musik untermalt, eine Geschichte erzählte. Zwar verstand er die Worte nicht, doch inhaltlich, das wusste er durch eine Übersetzung, drehte es sich um die Einheit von Körper, Geist und Seele. Mittlerweile war ihm warm, deshalb zog Dave sein T-Shirt aus, bevor er sich in der Hallenmitte im Schneidersitz auf den Boden setzte und der Geschichte lauschte. Seine Atmung wurde ruhig, er wurde ruhig… er war mit sich im Einklang. Als er von fern leise Schritte hörte, öffnete er langsam die Augen und sah über seine Schulter.

Ashley Diamond Offline

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15.01.2006 17:22
12.12.2005 (Montag) - Sporthalle, 5:30 Uhr morgens Antworten
Sie schlug die Augen auf. Wieviel Uhr war es? Hatte sie verschlafen?
Sie rieb sich über die Augen und gähnte. Im Zimmer brannte die Nachtlichter von Belle.
Ein warmer Schimmer überzog die Wände und tauchte das Zimmer in ein weiches Licht.
Ashley drehte den Kopf zu ihrem Nachttisch. Die leuchtenden Ziffern des Weckers zeigten kurz nach halb sechs...
Nein, natürlich hatte sie nicht verschlafen. Ihr Wecker stand auf kurz vor sechs, für alle Fälle.
Sie setzte sich leise auf, um Belle nicht zu wecken und sah hinaus.
Draußen war es stockdunkel. Noch Nacht.
Ob Dave schon wach war?
Sie schob die warme Decke zurück. Brr war das kalt. Sie fröstelte und konnte nur schwer widerstehen, sich zurück ins warme Bett sinken zu lassen.

Möglichst wenig Geräusche machend, stand sie auf und schlich barfuß in Richtung des Bads.
Als sie zufällig zur Tür sah, bemerkte sie den Zettel. Was war denn das?
Leise ging sie zur Tür und bückte sich. Es war ein einfacher Notizzettel. Verwirrt drehte sie ihn in der Hand und stutzte.

Wir treffen uns in der Turnhalle. Dave

Wo kam der denn her? Sie konnte sich nicht erinnern, dass er gestern abend da gewesen war, sonst hätte sie das doch bestimmt gemerkt, oder nicht?
Schließlich war sie viel später als Dave ins Bett gegangen.
War er etwa wirklich schon wach und hatte den Zettel heute früh durch die Tür geschoben?
Was machte er denn so früh schon auf den Beinen? Sie war ja schon früh wach, aber so früh?

Mit schnellen Schritten ging sie zurück zu ihrem Nachttisch und legte den Zettel darauf. Sie sah nach Belle, die immer noch zu schlafen schien und hastete mehr, als dass sie ging ins Bad.
Rasch duschte sie und zog sich an.
Was ihren Kleidungsplan anging, so musste sie ihn überdenken, denn wenn er in der Halle war, dann erwartete er bestimmt, dass sie in Sportkleidung kommen würde.
Irgendwie war das Ganze albern. Sonst machte sie auch nicht so ein Aufhebens um ihre Kleidung...
Sie zog ihre schwarze Sporthose aus dem Schrank und ein enges Shirt. Sie verzichtete darauf ein kurzes Top zu nehmen.
Sie kam sich gerade etwas schäbig vor.
Ihre Kleidung, die sie sich für heute rausgelegt hatte, würde sie einfach nachher anziehen.
Was wohl an Meditation so anstrengend war, dass man dafür Sportklamotten brauchte oder benötigte sie am Ende gar keine Sportkleidung und er hatte die Halle nur ausgewählt,weil sie dort niemanden störten?

Sie zog sich ihre normale Kleidung an, die sie für heute rausgelegt hatte. Die Sportklamotten packte sie in eine kleine Tasche. Nachher würde sie bestimmt noch Zeit haben vor dem Unterricht hier herauf zu kommen und ihre Schulsachen zu holen.
Leise verließ sie das Zimmer.
Ihr Bett war, untypisch für sie, nicht gemacht und auch der Schlafanzug lag unordentlich auf dem Bett, ganz zu schweigen von der offenstehenden Schranktür.

Sie schlich sich aus dem Institut und hoffte, dass niemand sie sah. Um diese Uhrzeit war aber bestimmt außer ihnen niemand wach, so hoffte sie zumindest.
Die kalte Morgenluft erfrischte.

Als sie im Umkleideraum ankam, hörte sie leise Klänge aus der Halle und eine Stimme, die etwas erzählte. Eine Sprache, die ihr völlig fremd war, aber irgendetwas in ihr zum Klingen brachte. Nicht völlig fremd war sie ihr, doch woher sollte sie wissen, woher sie wirklich stammte. Ihre richtige Herkunft hatte sie nie erfahren. Als ihre Pflegeeltern starben war sie noch zu jung.
Sie legte ihre Sachen auf eine der Bänke und ging zur Halle.
Dave war also wirklich schon da...
Sie öffnete die Tür und blieb erst einmal mitten in der Bewegung stehen.
Sie hatte nicht erwartet ihn so vorzufinden. Warum hatte er denn kein T-Shirt an.
Sie spürte, wie sie rot wurde und fixierte sein Gesicht.
Nur nicht wo anders hinschauen...

"Hallo"

Davin Sartre Offline

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15.01.2006 17:31
12.12.2005 (Montag) - Sporthalle, 5:30 Uhr morgens Antworten
Dave lächelte leicht und nickte.

"Hey. Guten Morgen. Na, schon wach?"

Er grinste leicht, stand auf und kam zu ihr hinübergeschlendert. Okay, sie war rot geworden, also schnell das T-Shirt wieder anziehen. Dummerweise hatte er vergessen, dass Ash ihn ziemlich nervös machen konnte, und so fand er den Ausgang nicht gleich.

"Ich hätte schwören können, dieses Ding hat ein Loch für den Kopf..." murmelte er, während der mit dem Stoff kämpfte. "Ah, da."

Als er wieder normal angezogen war, grinste er etwas verlegen, und sortierte erstmal seine durch die T-Shirt Aktion etwas zerwühlten Haare.

"Sind dir die Sachen bequem genug oder willst du Sportsachen anziehen?"

Ashley Diamond Offline

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15.01.2006 21:15
12.12.2005 (Montag) - Sporthalle, 5:30 Uhr morgens Antworten
Sie lächelte ihm zu und nickte.
Ja, sie war wach.

"Du bist noch früher aufgestanden?", es klang eher wie eine Feststellung. Ihre bernsteinfarbenen Augen waren immer noch auf seine fixiert.

Erst, als er begann sein T- Shirt anzuziehen, sah sie wieder wo anders hin.
Natürlich blieb ihr nicht viel übrig. Sie konnte an die Decke starren oder auf den Hallenboden.
Die dritte Möglichkeit war einfacher und seltsamerweise nicht zu umgehen.
Sie beobachtete ihn bei seinem Versuch ins T- Shirt hineinzukommen.
Sie hatte zwar zu Hause im Waisenhaus auch ab und zu schon die Jungs halbnackt herumlaufen sehen, wenn sie aus dem Bad kamen und es nicht für nötig befanden, sich vorher richtig anzuziehen, aber das hier war etwas anderes.
Sie musste sich eingestehen, dass er gut aussah.

Als er fertig war, grinste sie. Sie war immer noch rot,aber sie versuchte sich nicht anmerken zu lassen, was gerade in ihr vorging.

"Ich hab Sportzeugs dabei, ja...", sagte sie und deutete auf die Tasche, die über ihrer Schulter hing.

"Ich ziehs kurz an, klitzekleiner Moment".

Sie lächelte, drehte sich um und verschwand im Umkleideraum für die Mädels.

Schnell zog sie die Jacke aus, hängte Schal und Mütze an den Haken und entledigte sich ihrer Kleidung, um kurz darauf in die schwarze Sporthose und das dazugehörige schwarze Oberteil zu schlüpfen.
Sie band sich das lange Haar zu einem Knoten zusammen und kehrte nach nicht einmal fünf Minuten zu Dave zurück.

Davin Sartre Offline

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15.01.2006 21:27
12.12.2005 (Montag) - Sporthalle, 5:30 Uhr morgens Antworten
Er nickte.

“Sicher, meine Übungen muss ich ja irgendwann auch noch machen. Aber ist kein Problem. Ich geh dann halt abends ne Stunde früher ins Bett. So groß ist der Unterschied zwischen 22 und 23 Uhr auch nicht.”

“Okay, ich wart hier,” meinte er, als sie verschwand um sich umzuziehen. Als sie wieder da war, hatte Dave seine Tarnform angenommen. Nicht, dass er sich in Ashleys Gegenwart schämte, aber er hielt es für weniger ablenkend, wenn er als Normalo und nicht als Grünling hier seine Stunden gab. Außerdem war es eine gute Übung.

“Dann lass uns mal anfangen. Wenn ich’s richtig verstanden hab, hast du bisher wenig bis har nicht meditiert, oder?”

Ashley Diamond Offline

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15.01.2006 21:34
12.12.2005 (Montag) - Sporthalle, 5:30 Uhr morgens Antworten
Sie wirkte kurzzeitig überrrascht, als sie ihn in seiner anderen Erscheinung sah. Er sah darin so ungewohnt aus.
Klar, sie hatte ihn natürlich in dieser Form auch schon gesehen, aber zwei Gesichter mit einer Person zu verbinden war irgendwie gewöhnungsbedürftig.

"Nein, ich hab eigentlich noch nie sowas gemacht...", sagte sie und trat in die Halle.

Davin Sartre Offline

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16.01.2006 19:08
12.12.2005 (Montag) - Sporthalle, 5:30 Uhr morgens Antworten
Als Dave Ashleys Erstaunen über seine Tarnform bemerkte, war auch er kurz überrascht. Offensichtlich war sie daran doch nicht so gewohnt, wie er dachte.

"Soll ich lieber grün sein? Ich dachte eigentlich, normal lenkt dich weniger ab, aber offenbar ist das Gegenteil der Fall."

Ashley Diamond Offline

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16.01.2006 19:21
12.12.2005 (Montag) - Sporthalle, 5:30 Uhr morgens Antworten
Ashley lächelte und schüttelte den Kopf.

"Nein, ist schon okay...ich war nur etwas verwirrt...es ist gewöhnungsbedürftig zwei Gesichter mit ein und derselben Person zu verbinden."

Sie sah ihn noch einmal an und verglich die Erscheinungsformen miteinander. So anders sah er nun wieder auch nicht aus...

"Außerdem...gefällst du mir beide Male", sagte sie und sah wieder nach vorn. Bloß nicht wieder rot werden.
Ein bißchen Mut war vielleicht gar nicht schlecht.

Davin Sartre Offline

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16.01.2006 19:28
12.12.2005 (Montag) - Sporthalle, 5:30 Uhr morgens Antworten
"Das meinte ich ja. Verwirrung ist beim Meditieren nicht sehr hilfreich..."

Mal wieder spitze hingekriegt. Anstat keine Verwirrung zu stiften hatte er genau das Gegenteil geschafft. Hätte ihm, wenn er für zwei Sekunden sein Gehirn benutzt hätte, auch klar sein müssen. Ashley hatte ihn kaum so gesehen. Mannomann Dave, dein Hirn setzt immer im falschen Moment aus.

Und verflucht, dann wurde er doch tatsächlich rot, jetzt, wo er mal ausnahmsweise nicht grün war. Er blinzelte. Hatte sie das eben wirklich gesagt? Am liebsten hätte er ja "Was?" gesagt, aber das ließ er schön bleiben. Solche heroischen Anfälle von Mut klappten meistens nur einmal, das wusste er aus eigener Erfahrung nur zu gut. Siehe gestern Abend. Wie sie das wohl aufgenommen hatte? Vielleicht hätte er nicht einfach sow egrennen sollen. Aber etwas anderes war für ihn in diesem Moment gar nicht in Frage gekommen, zumal...

Okay, S-T-O-P-P! Er hatte sie hier zum Meditieren herbestellt, und jetzt war doch tatsächlich er derjenige, der nervös wurde. Ironie des Schicksals. Er lächelte leicht als Antwort auf ihren letzten Satz, denn danke sagen kam ihm irgendwie komisch vor. Und wenn sie hier und jetzt das Flirten anfingen, dann war das vielleicht auch nicht unbedingt förderlich für das, was sie eigentlich ursprünglich mal vorgehabt hatten.

"Okay, warte kurz," meinte er, und ging eine Matte holen. Er legte sie in die Nähe des CD players. "Setz dich da drauf, das ist bequemer als auf dem Boden."

Währenddessen suchte er die passende CD raus.

Ashley Diamond Offline

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16.01.2006 19:37
12.12.2005 (Montag) - Sporthalle, 5:30 Uhr morgens Antworten
Sie wartete neben dem CD-Player, während er die Matte holen ging.
Hatte sie sich das gerade eingebildet oder waren auf seinen Wangen rote Flecken gewesen. Sie war sich nicht sicher, denn sie hatte nur kurz beim Gehen zu ihm rübergeschaut.
Gestern hatte er ja die andere Erscheinung gehabt und durch das Grün hatte man kein Rot gesehen, wenn es überhaupt dagewesen war.
Wahrscheinlich lag es am Hallenlicht.
Sie kniete sich hin und betrachtete die herumliegenden CD´s.
Klassik.
Sie hatte nicht gedacht, dass solche Musik zur Mediation gehörte.
Eigentlich hatte sie gar nichts gedacht...sie hatte keine Ahnung, was man für Musik bei Meditation benutzte, aber sie hatte irgendwie eher mit Vogelgezwitscher oder sowas gerechnet. Aber warum eigentlich keine richtige Musik.
Für sie war es ideal.

Sie erhob sich und setzt sich dann im Schneidersitz auf die Matte.
Das sie auch auf dem Boden sitzen hätte können, sagte sie nicht. Wenn sie draußen unterwegs war, hatte sie ständig auf dem Erdboden gesessen oder gelegen. Aber er hatte die Matte extra für sie geholt, also wäre es unfair, wenn sie jetzt sagen würde, dass sie sie nicht brauchte.

Sie sah Dave mit einem fragenden Blick zu, während er eine CD auswählte.
Sie war neugierig, was jetzt kommen würde.

Davin Sartre Offline

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17.01.2006 20:44
12.12.2005 (Montag) - Sporthalle, 5:30 Uhr morgens Antworten
Dave drückte auf Play und die Musik begann zu spielen. Es war ein sehr ruhiges Streicherstück, hauptsächlich Bratschen, Celli und Bass. Sehr langsam, getragen, nur hin und wieder kam ein leiser, sanfter Rhythmus durch eine Rassel oder Klanghölzer hinzu. Dave ließ es laufen, während er zu Ashley hinüberging.

"Schließ die Augen," meinte er ruhig und mit etwas gesenkter Stimme. Es kam jetzt aufs Gleichgewicht an, auf Harmonie. Er hatte sich für den Anfang eine leichte Übung ausgesucht, die zunächst noch nicht sehr viel mit Konzentration selbst zu tun hatte, sondern mit der Vorstufe davon: Zur Ruhe kommen.

"Sei ganz ruhig," sprach er sacht weiter, während er sich ans andere Ende der Matte setzte. Seine Stimme hatte etwas Beruhigendes, etwas Gleichmäßiges, welches den Zweck der Übung unterstützen sollte. Sein Sprechtempo passte er dabei Ashley an.

"Atme langsam durch die Nase ein. Gaaaanz langsam. Gaaanz tief. Fühl, wie dein Brustkorb sich mit Luft füllt und hebt. Halte die Luft für einen Moment. Spür, wie sie in deinem Körper ist, dich mit Energie versorgt. Jetzt lass sie langsam durch den Mund wieder raus."

Er machte es mit, machte ein langgezogenes 'puuuuuuuu'-Geräusch, als er ausatmete.

"Und wieder einatmen. Ganz langsam, durch die Nase. Konzentrier' dich auf deine Atmung. Stell dir vor, wie die Luft, die du atmest, durch deinen ganzen Körper reist, bis in jede Zelle. Konzentrier dich darauf, wie du ein bisschen schwere wirst, wenn du einatmest... und wie du wieder leichter wirst, wenn du ausatmest."

Er sah Ashley zu, wie sie die Atemübungen machte, und lächelte leicht. Gut machte sie das. Sie ließ sich auf ihn ein.

Ashley Diamond Offline

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17.01.2006 22:20
12.12.2005 (Montag) - Sporthalle, 5:30 Uhr morgens Antworten
Ashley folgte seiner Aufforderung und schloss die Augen.
Sie lauschte dem Verlauf der Musik und fühlte, wie sie schon allein durch das Zuhören ruhiger wurde.
Musik stellte für sie immer Entspannung dar.

Daves Stimme durchdrang die Läufe der Streicher. Sie hatte etwas Monotones, beruhigendes.
Der Morgen mit seiner Stille und dem noch nicht vom Tag gestressten Geist war wirklich ideal für solche Übungen.
Bald hörte sie nur noch die Musik und den Rythmus ihrer Atmung. Das dumpfe Schlagen ihres Herzens fügte sich mit ein.
Sie atmete tief durch die Nase ein. Es war ein seltsames Gefühl sich wirklich derartig damit zu beschäftigen.
Sie spürte, wie die Luft in ihre Lunge und den Bauch strömte.
Und was jetzt? Nicht denken Ashley, sondern einfach fühlen...
Sie hielt die Luft an. Es schien an den Stellen leicht zu kribbeln, an welche die Luft sich aufteilte.
Sie ließ die Luft wieder langsam und möglichst kontrolliert entweichen. Das war eigentlich ganz einfach.

Sie begann von vorn - einatmen - Luft anhalten -ausatmen - einatmen -Luft anhalten - ausatmen...
Was tat er eigentlich gerade?
Beobachtete er sie? Er hatte sich doch vor sie gesetzt oder hatte sie sich die Bewegung auf der Matte eingebildet?

Sie ließ sich ablenken und war versucht die Augen aufzumachen.
Verdammt...reiß dich zusammen und mach weiter.
Wenn es schon so anfing, dann konnte das doch gar nichts werden.

Also nochmal von vorn und sich nichts anmerken lassen...

Einatmen. Die Nasenflügel weiten sich, die Luft strömt in den Körper. Ein seltsames Gefühl wenn man darauf achtet. Die Luft der Halle ist kühl und kurz spürt man das an der Innenseite der Nasenschleimhaut.
Weiter geht die Luft bis in die Lunge. Irgendwann ist sie voll. Kein Platz mehr für weitere Luft, also Luft anhalten und warten. Spüren, wie der Sauerstoff für die Stoffwechselvorgänge genutzt wird.
Kurz bevor die Luft zu knapp wird, wieder ausatmen.

Hat doch wieder ganz gut geklappt...aber beobachtet er sie vielleicht doch?
Konzentration ist so eine Sache...

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