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Für all Diejenigen, die ihre Charaktere bis zum Wiederbeginn
nicht ruhen lassen wollen, empfiehlt die SL euch
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Wir wünschen unseren fleissigen Usern viel Spass
auf der neuen Plattform und hoffen
euch alle in alter Frische und mit dem gleichen Elan
bald auch wieder an dieser Stelle begrüssen zu können.
Die Lage war schnell erklärt. Noah glänzte sonst eher doch Abwesenheit, sicher im Unterricht war er anwesend und ihm bereitete der Stoff keine Schwierigkeiten, dennoch hatte er sich in letzter Zeit etwas rar gemacht. Das hatte verschiedene Gründe. Entweder man sah ihn nicht durch die Gänge schleichen, weil er seine Anpirsch-Technik extrem verbessert hatte, oder aber er arbeitete ohne Unterlass an seinen Bildern. Irgendwo hatte er mal gehört, dass man dem Fotografierten die Seele stehlen konnte wenn man ihn ablichtete, vermutlich war es irgendein Teeniehorrorfilm ala Scream gewesen, aber die Idee dahinter gefiel ihm auch wenn es eigentlich beunruhigen sollte.
Heute allerdings suchte Noah mal wieder Kontakt zu seinen Mitschülern und zwar weil bald Weihnachten vor der Tür stand. Nicht das Noah sonderlich gläubig war oder er der Geburt des wie hieß der Typ noch gleich?...ach ja Heiland irgendwas abgewinnen konnte, aber er mochte die Zeit die weitaus mehr Atmosphäre die weit bestechender war als sonst eine Zeit im Jahr.
Er hatte es im Wohnzimmer bequem gemacht und Jean (ohne Erlaubnis und ohne eine Erklärung) um Bastelzeug und Krimskrams aus ihrem Kunstraum erleichtert um nun Weihnachtsschmuck und Sterne basteln zu können. Man würde sehen ob er allein blieb oder ob sich jemand dazu gesellte. Seine Kamera zwecks Seelenfang –mit Augenzwinkern- hatte er immer griffbereit.
Sie hatte der Küche einen Kurzbesuch abgestattet, um sich eine heiße Schokolade und etwas Obst zu holen.
Mit der Tasse voll dampfender Flüssigkeit in der Hand und einer Orange und einer Banane in der anderen, schlug sie den Weg zum Wohnzimmer ein, um sich dort gemütlich in einen Sessel zu setzen und etwas fernzusehen.
Sie öffnete mit dem Ellbogen die Tür. Dadurch, dass sie darauf achtete, nichts von ihrem Tasseninhalt zu verschütten, bemerkte sie Noah nicht.
Ihr dunkles Haar, fiel heute offen über die Schultern. Sie hatte sie frisch gewaschen und keine Lust gehabt, sie zusammenzubinden, auch weil sie noch etwas feucht gewesen waren.
Sie schloss die Tür wieder hinter sich, indem sie sich dagegen lehnte.
Erst jetzt hob sie den Blick und bemerkte Noah.
In ihren bernsteinfarbenen Augen lag Überraschung.
"Oh, hi, ich hab gar nicht gemerkt, dass hier schon jemand sitzt"
Sie lächelte freundlich und ging langsam auf ihn zu.
Neugierig sah sie zu dem Bastelkram, den Noah ausgebreitet hatte.
Ihr Blick wanderte ab und zu zu ihrer Tasse, um sicher zu gehen, dass nichts verschüttet wurde.
Sie ließ sich in einen Sessel sinken und legte die Banane und die Orange neben sich ab.
Die warme Tasse behielt sie in beiden Händen und machte es sich in dem Sessel bequem.
"Was machst du da?"
Sie hatte noch nie Schmuck für Weihnachten gebastelt.
Noah würde lügen wenn er sagen würde er hätte Ashley nicht gesehen oder nicht bemerkt, aber er sah nicht ein warum er sich bemerkbar machen sollte. Er beobachtete nun mal gern Leute wenn sie sich unbeobachtet vorkamen. Das verriet viel über die Persönlichkeit und Noah wusste so sein Gegenüber einzuschätzen. Ein bisschen ruhig war es hier im Zimmer dennoch, vielleicht hätte er Musik anstellen sollen?
Er ließ Ashley nicht aus den Augen, dabei war aus seinem Gesichtsausdruck nicht wirklich ersichtlich was er dachte, aber vielleicht war das ja auch Merkmal dafür, dass man ihn mitunter mit Vorsicht genießen musste, dabei war es nicht so dass er ihr gegenüber irgendwie feindlich wirkte, es war eher so, dass es da so ein Gefühl gab in seiner Nähe. Ein Gefühl auf das man hören sollte, es aber schwer fiel weil er schon etwas ausstrahlte.
Das waren eigentlich nur die kleinen Künstlerallüren und sie musste dem keine Bedeutung beimessen.
Gerade schnitt er sich aus einem Stück Tonpapier eine Schablone für die Sterne zurecht, seltsamerweise musste er dafür nicht auf seine Hände sehen, sondern konnte Ashley weiterhin ansehen.
Sie hatte gerade die Tasse an die Lippen gehoben, um einen Schluck zu nehmen, ließ sie bei Noahs Frage jedoch wieder sinken.
"Basteln? Ich weiß nicht...ich hab das noch nie gemacht.", sagte sie etwas unsicher.
Ihre Augen blickten fragend auf die Schablone, die er gerade schnitt. Etwas irritierend war es schon, dass er sie dabei ansah und nicht schaute, ob er überhaupt richtig schnitt.
Er schien das öfter zu machen oder er war einfach unheimlich geschickt in solchen Dingen.
Ashley hatte ganz Recht. Er war geschickt, aber basteln tat er eigentlich nicht oft, aber vielleicht hatte mal als Künstler irgendwie ein besonderes Talent für solche Dinge. Er lächelte sie zaghaft irgendwie schüchtern an und erhob sich dann um in den weiten Schränken des Wohnzimmers eine Weihnachtslieder- CD für die richtige Stimmung heraus zu kramen und sie in den kleinen CD- Player einzulegen, der versteckt hinter einer Lade neben dem Fernseher stand.
„Ist doch nicht schlimm.“ Meinte er nur und setzte sich wieder um seine Arbeit aufzunehmen. Eigentlich wusste er auch nicht genau was er da tat, aber damit ein bisschen Weihnachtsstimmung aufkam mussten sie auch ein bisschen was dafür tun, oder? Und jetzt wo ein Teil der Lehrer nicht im Haus war musste man die Lage einfach ausnutzen. Richtig?!
Sie beobachtete ihn, während er zum Schrank ging und die Cd heraussuchte.
Nicht schlimm, dass sie noch nie gebastelt hatte. Nun ja, warum sollte sie es dann nicht probieren.
Kunst machte ihr Spass, abgesehen davon, dass sie im Zeichnen sehr gut war, aber mit Schere und Papier etwas herzustellen war dann doch etwas anderes, als mit Bleistift oder Kohle.
"Okay...ich kanns ja mal versuchen"
Sie lächelte verschmitzt.
Sie griff ebenfalls nach einer Schere und betrachtete dann die verschiedenen Tonpapierformate und Farben.
Sie entschied sich für ein grünes, glitzerndes Papier.
Aber was sollte sie daraus schneiden.
Noah, so hieß der Junge, wie sie sich zu einnern glaubte, hatte mit einer Schablone für einen Stern angefangen.
Ein Tannenbaum schien ihr eine geeignete Wahl.
Sie nahm sich einen Bleistift und zeichnete in feinen Linien einen Tannebaum auf das Papier.
Sie legte den Bleistift weg und begann vorsichtig mit dem Ausschneiden, immer darauf bedacht, genau auf der Linie zu bleiben.
Noah war beinahe so was wie Multitaskingfähig, denn während er die Schablone des Sterns noch ausschneidet, beobachtete er Ahsley weiter aus den Augenwinkeln. Jetzt in dem Moment kam es ihm schon wieder verrückt vor zu den anderen Kontakt zu suchen wo es Zeiten gab indem er es noch nicht mal mit sich allein aushielt.
Noah war ein Laborkind, was vielleicht seine kleine Macke erklären würde. Außerdem sah Noah weitaus älter aus als er eigentlich war. Er war erst 15 Jahre alt und doch war sein Körper soweit entwickelt wie der eines jungen Erwachsenen, sein körperliches Alter konnte man ohne sich zu weit aus dem Fenster zu lehnen auf gute 23 Jahre schätzen. Seine Stimme war bereits tief und voll, die Barthaare sprießen und dank seines Trainings, dass er in letzter Zeit allerdings hatte schleifen lassen, waren sein Oberarmmuskeln unter seinem Pullover deutlich zu erkennen.
Er summte leise die Lieder von der CD mit ohne sie wirklich zu kennen, wie seine Nachbarin hatte er alle Zeit der Welt und legte die ausgeschnittene Schablone auf dem Tonpapier auf um mehrere Umrisse hintereinander zu zeichnen.
„Fährst du zu Weihnachten nach Hause?“ Die Frage kam recht unvermittelt.
Sie spürte, dass er sie beobachtete und fühlte, dass sie rot wurde.
Warum sah er sie an?
Möglichst konzentriert betrachtete sie die Schere, welche den feinen Linien auf dem Papier folgte und den Karton zerteilte.
Gerade, als sie meinte, es nicht mehr aushalten können und sie irgendein beliebiges Thema anschneiden wollte, um ihn abzulenken, kam seine Frage.
Sie hörte auf zu schneiden und ließ die Hände sinken.
Nach Hause...sie hatte kein zu Hause...
Sie schüttelte den Kopf und bemühte sich, nicht wieder traurig zu werden, wenn sie daran dachte, dass Weihnachten keine besondere Bedeutung für sie hatte, dass sie nicht wusste, wie es war, mit einer Familie ein Fest zu feiern.
Noah grinste, nur ein ganz kleines bisschen, beinahe nicht wahrnehmbar. Wer konnte schon mit Gewissheit sagen was in seinem Kopf vorging? Mal verhielt er sich so und mal war er ganz anders, mal suchte er die Nähe zu seinen Mitschülern, mal scheute er sie. Nun, sollte man nicht gerade an dieser Schule lernen die Menschen mit ihren Eigenarten zu nehmen wie sie waren? Zugegeben Noah hatte mehr Eigenarten als andere Kinder in seinem Alter, aber Ashley musste schon eine gut ausgebildete Psychologin sein um das auf einen Blick heraus zu finden.
„Ich bleibe auch hier.“ Glücklich war er darüber nicht gerade und doch dürfte Ashley mit noch einer Eigenart von ihm Bekanntschaft machen und das waren seine Augen die keine klare Augenfarbe hatten. Mal schimmerten sie blau nur um das blau Lügen zu strafen und grün zu glitzern, aber eigentlich schimmerten sie jetzt gerade dunkelbraun.
„Du musst nicht traurig sein.“ Woher er wusste das sie traurig war? So schwer war das nicht, dass zu erkennen. Er räusperte sich leise, blinzelte als hätte er eine Wimper im Auge und konzentrierte sich auf seine Arbeit.
Es verging noch eine ganze Weile ehe er genauso unvermittelt meinte. „Hast du einen Freund, Ashley?“
Sie lächelte ihm kurz zu.
War ihr Gesichtsausdruck so offensichtlich gewesen?
Scheinbar ja. Aber was sollte sie machen. Weihnachten war einfach nichts, was sie bisher erfreut hatte.
Es hatte dazu keinen Grund gegeben. Sie hatte keinen gehabt, der ihr wirklich nahegestanden hatte, also auch keinen, der mit ihr Weihnachten gefeiert hatte, nicht so, wie es richtige Familien taten.
Die nächste Frage von Noah kam unerwartet.
Ihr Gesicht wurde heiß, sie sah bestimmt aus, wie eine Tomate.
Was war das für eine Frage?
Warum wollte er das wissen?
Sie legte den Kopf schief und sah ihn mit einem verlegenen Lächeln an.
Wieder antwortete Noah ihr nicht gleich. Manchmal sah es so aus als wäre er mit seinen Gedanken meilenweit weg und eigentlich war es ja auch so nur um sich dann wieder an den Augenblick zu erinnern und von diesem Ort in seinen Gedanken zurück zu kommen und sich gespenstisch wieder auf das hier und jetzt zu konzentrieren. Er lächelte…vorsichtig.
Dann pinselte er die Sterne mit dem Bastelkleber ein und bestäubte die Sterne mit ein wenig Glitter.
„Nur so,“ meinte er schlicht, aber mal ehrlich…hatte sie das Gefühl das an ihm irgendetwas schlicht war?
Nur so?
Ihr Blick verriet Skepsis, aber sie nickte nur.
Nein, nur so hatte er sicherlich nicht gefragt, doch sie kannte ihn ja nicht wirklich und war sich daher auch nicht sicher, ob sie nachfragen sollte.
Sie legte die Schere und den halb ausgeschnittenen Tannenbaum beiseite und griff nach der Tasse mit heißer Schokolade.
Nun war sie es, die Noah dabei beobachtete, wie er die Sterne zum Glitzern brachte.
"Was willst du eigentlich mit den Sternen machen, wenn du sie fertig hast?"
Es ging die Türe auf und Tom schob seinen Kopf hinein und guggte sich um.
" Hallo was macht ihr denn hier "
Er ging komplett in den Raum und sah beide an er war immer noch sehr zurückhaltend selbst in der klasse war er nicht gerade der auffälligste das dürfte woh Ashley festgestellt haben.
Das Geräusch der heruntergedrückten Linke, ließ Ashley ihren Blick von den gebastelten Sternen in Noahs Hand zur Tür wechseln.
Sie musste einen Moment überlegen, wer da hereingekommen war. Mit Namen hatte sie es eigentlich ganz gut, aber dieser Junge war immer so still, dass sie selten jemanden hörte, der ihn beim Namen nannte.
Der Name begann mit dem Buchstaben "T", soweit war sie. Soweit so gut und der Rest?
Sie lächelte. Was sollte man sonst machen, wenn man nicht genau wusste, was man tun sollte.
"Hallo", sagte sie einfach nur und ließ den Namen, mit dem sie den Jungen eigntlich ansprechen wollte, weg.
"Wir basteln Sterne, Tannenbäume und andere Dinge, die man zur Weihnachtsdekoration nutzen kann?"
Ihre Stimme war immer fragender geworden zum Schluss hin. Er hatte ihr noch nicht gesagt, was er eigentlich mit dem gebastelten Zeug anfangen wollte.
Der Blick mit dem er Ashley nun wieder bedachte war ungeahnt freundlich. Noch vor wenigen Minuten hatte er distanzierter gewirkt, nun aber lächelte er und es fiel leicht das wahre Alter des Jungen zu vergessen, wirkte er doch jetzt um einiges älter und erfahrener. Nur passte es womöglich nicht wirklich zu seinem kreativen Wahn den er mit der Begeisterung eines kleinen Jungen auslebte.
„Ich dachte wir können sie im Flur oder an den Fenstern verteilen.“
Er glaubte sich erinnern zu können, dass er früher mit seiner Oma oft gebastelt hatte und dass diese auch Gestecke aus Tanne gebunden hatte. Im ganzen Haus hatte es dann nach Tanne geduftet und wie jedes Kind hatte er sich natürlich auf die Geschenke und somit auch auf Weihnachten gefreut. Heute war das anders.
Als der Junge hinzu kommt kann Noah nicht gerade sagen, dass er sonderlich begeistert ist. Eher gar nicht. Als weiterer Junge drängte er sich gerade in sein Terrain und das auch noch auf elend blöde Art und Weise. Noah begrüßte Tom also nicht sondern hielt den Blick konsequent auf seine Bastelarbeiten gesenkt.