Das X-odus Forum befindet sich derzeit in einer Pause.
Für all Diejenigen, die ihre Charaktere bis zum Wiederbeginn
nicht ruhen lassen wollen, empfiehlt die SL euch
diese Seite.
Wir wünschen unseren fleissigen Usern viel Spass
auf der neuen Plattform und hoffen
euch alle in alter Frische und mit dem gleichen Elan
bald auch wieder an dieser Stelle begrüssen zu können.
Die Tasse mit heißer Schokolade dampfte auf dem Fensterbrett vor sich hin. Das Radio in der kleinen Lehrerküche spielte einen alten Song von Madonna
Cait stand am Fenster und sah raus. Draußen tobte ein regelrechter Schneesturm und wirbelte dicke weiße Flocken vor dem dunkelgrauen Himmel auf und ab.
Das ganze Institut lag ziemlich still.
Es fehlten einige der Lehrbeauftragten, zwei Leiter des Instituts und auch ein paar Schüler waren nicht auffindbar.
Irgendwie war es beunruhigend so wenig Personen beim Abendessen angetroffen zu haben. Wo waren Brooke, Chui, Megan und Mika abgeblieben? Wo Scott, Logan und Padraig?
Und dann auch noch dieses Wetter.
Fröstelnd schlang sie die kleine Decke um sich enger, denn trotz Thermoanzug war ihr kalt. Wie immer.
Jean hätte bestimmt eine Antwort auf einige der Fragen gewusst, aber die war nicht aufzufinden. Hatte wohl ihre eigenen Probleme, seit Scotts Verschwinden.
Und dann der Vorfall mit Noah, der sich vor wenigen Minuten noch im Wohnzimmer ereignet hatte.
Dieser Junge konnte einem schon Sorgen machen.
Oder Angst. oder Beides.
Ein Kopf schob sich um die Ecke, dann der Rest vom Körper. Die Decke verbarg einen Großteil der Person am Fenster, aber Ty erkannte sie sofort.
"Hi. Wartest du auf jemanden?"
Er trat in die kleine Küche und legte seine Bücher umständlich auf den Tisch. Erst dann drehte er sich wieder zu ihr und kam etwas näher. Sein Blick folgte dem ihren aus dem Fenster.
Cait konnte ihn schon im Spiegelbild des Fensters sehen, doch sie drehte trotzdem den kopf Richtung Tür.
"Ja...ich warte auf den Frühling..." antwortete sie und seufzte theatralisch.
Sie nahm einen Schluck Kakao und drehte sich ganz Tyler zu, lehnte sich zurück an die Fensterbank.
"Ich war auf dem Weg in die Küche, als ich die Musik gehört habe. Und da bin ich neugierig geworden."
Er kam etwas näher, stellte sich dicht neben sie ans Fensterbrett, so dass ihre Arme aneinander lagen. Er würde sie nicht aus der Decke schälen, offensichtlich waren ihr diese Temperaturen viel zu unangenehm. Ausserdem wollte er die Gipshand etwas schonen.
"Es ist verdammt still geworden in den letzten Tagen. Ob es hier jeden Winter so still ist? Man kommt sich fast vor, wie der letzte Mensch auf Erden."
Das Gefühl, dass irgendwas anders war, beschlich ihn, als er ihr bronzefarbenes Profil betrachtete. Lag es an Caits Unfall und dem Angriff auf sie? Lag es daran, dass er vor zwei Tagen die Beherrschung verloren hatte? Daran, dass immer mehr Leute verschwanden? Es musste etwas mit dem Siegel zu tun haben, aber niemand sprach darüber.
"Hör mal," lenkte er das Gespräch auf ein anderes Thema, "ich wollte eigentlich was essen gehen und ... naja, dabei was lesen. Falls du noch nichts vor hast, kannst du gern mit runter kommen und mir Gesellschaft leisten?"
Er drehte den Kopf nun gänzlich zu ihr und neigte ihn leicht, versuchte, ihr ins Gesicht zu sehen.
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Cait starrte wieder hinaus in den Tanz der Schneeflocken. Sie hörte die Worte, aber dachte nicht groß darüber nach.
Ja, es war still geworden...und irgendwie trist. Entweder weil kaum noch jemand im Institut war, oder...vielleicht lag es an der Jahreszeit.
Und auch in ihrer Beziehung mit Tyler sah es ähnlich aus. Seit dem tablettenvorfall und ihrer psychiologischen Behandlung? Seit Thanksgiving? Irgendwie seltsam.
Die letzten Tage waren alles andere als gut verlaufen. Angefangen mit dem Überfall und den ständigen Aussetzern.
Die erinnerungslücken und Kopfschmerzen, sowie die Stimme in ihrem Kopf ließen ihre schlimmsten Befürchtungen langsam wahr werden, aber Cait sträubte sich dagegen.
"Ich habe schon gegessen..." sagte sie ziemlich leise, oder war einfach nur das Radio zu laut?
Sie wollte eigentlich heute nicht mehr runter, nicht nach dem Vorfall mit Noah. Eigentlich wollte sie die Tasse Kakao trinken, ne heiße Dusche und dann schnell schlafen.
"Aber du kannst dir ja was auf nen Teller schaufeln und wieder hochkommen? Ich hab nichts gegen Gesellschaft."
wie das klang. Nicht gerade nach inniger Sehnsiucht...oder so.
Cait versuchte noch irgendeinen Satz nach zu schieben, aber ihr fiel nichts ein. Mir würde da einigesssss zzzu einfallen, CaityCait!
Ein Schluck Kakao. Ein müdes Lächeln aus dem Fenster.
Nein, es klang nicht nach inniger Sehnsucht. Es klang nach einem stressfreien Abend, den man gemeinsam irgendwo verbringen konnte. Nach einem Sofa mit Decken und Kissen vielleicht, einem Video oder einer DVD, einem Buch oder nach einfach nur miteinander reden. Alles, nur keinen Stress.
Für Ty klang es genau richtig.
"Hört sich gut an. Ich beeil mich und wir sehen uns nacher wieder. Wenn ich dich hier nicht finde, komm ich zu dir ins Zimmer, okay?"
Er beugte sich leicht vor, berührte sacht ihre Stirn mit seinen Lippen und verharrte einen Moment lang so.
Dann machte er sich auf den Weg. Die Bücher liess er auf dem kleinen Tisch liegen.
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Cait sah ihm hinterher und umklammerte mit beiden Händen den halbvollen Becher. Sie trank das warme Schokogetränk in drei Schlücken herunter und damit auch die gedanken an den heutigen Vorfall im Wohnzimmer. Man konnte sich ein andermal damit beschäftigen.
Der Becher landete in der Spüle.
Dann fiel ihr Blick auf die zurückgelassenen Bücher, die sie im Vorbeigehen aufnahm. Ihr Weg führte sie über den Flur in Richtung Zimmer.