Das X-odus Forum befindet sich derzeit in einer Pause.
Für all Diejenigen, die ihre Charaktere bis zum Wiederbeginn
nicht ruhen lassen wollen, empfiehlt die SL euch
diese Seite.
Wir wünschen unseren fleissigen Usern viel Spass
auf der neuen Plattform und hoffen
euch alle in alter Frische und mit dem gleichen Elan
bald auch wieder an dieser Stelle begrüssen zu können.
Es waren bereits einige Minuten seit Jeans Ruf vergangen, als endlich Ty im Briefingroom erschien. Sein Haar war noch feucht, stand aber so wild wie eh und je vom Kopf ab. Er hatte sich tatsächlich in eine seiner Jeans geworfen, die er eigentlich eher selten trug. Dazu hatte er sich allen Ernstes ein Hemd angezogen und einen zweifarbigen Wollpullover, den garantiert noch niemand an ihm gesehen hatte. Im Großen und Ganzen sah er her aus wie jemand, der auf der Ski-Berghütte einen netten Abend vor dem Kamin verbringen will, wie jemand, der zu einer Dichterlesung geht oder ein informelles Bewerbungsgespräch hat. Fehlte echt nur noch die Brille und das Klischee wäre perfekt gewesen. Die Army-Boots und der Gipsarm waren die einzigen Details, die den optischen Gesamteindruck schmälerten.
"Hey, bin ich zu spät? Ich war noch... Bobby!"
Ty war offensichtlich überrascht, den Jungen zu sehen. Im ersten Augenblick grinste er, dann zog er die Augenbrauen hoch, als er den Jungen betrachtete. Er war gewachsen, oder? Moment, wer hatte ihn denn in ein offizielles Outfit gesteckt? Und wie war er hergekommen? Und was wollte er hier?
"Hab ich irgendwas verpasst?" fragte er, während er um den Tisch herumging, Cait sacht am Arm berührte und sich in den Sessel neben ihr setzte.
Tylers Aufzug war schon eine Augenweide, möchte man meinen. Jean setzte kurz ihre Flasche ab, grüßte ihn und ließ ihn erst mal bemerken, dass Bobby da war. „Du bist nicht zu spät, wir warten noch auf Ororo. Sie will sich über die Sache mit dem Siegel informieren, vielleicht hat sie auch noch ein paar Ansatzmöglichkeiten, wie wir die Jungs wieder zurück bringen können.“
Die Jungs und dieses Mädchen, aus der Zukunft...
Ein weiterer Schluck wurde getrunken und man verfiel wieder in ein angespanntes Warten.
"Storm? Ist sie wieder da?" Es kam ein wenig zu enthusiastisch und schnell.
Dämliche Frage, Knight. In dem Aufzug hätte sich nicht mal Bobby in einen Linienflieger gesetzt. Und geschwommen ist er ganz gewiss nicht.
Ein Seitenblick zu Cait. Hoffentlich verstand sie seine Frage nicht falsch. Storm war eine gute Teamchefin, ein Vorbild und sie war immer noch die Leiterin dieses Instituts. Es klang vielleicht lächerlich, so als würden ein paar erwachsene Mutanten nicht ein paar Wochen ohne sie auskommen. Aber es war ein Fakt, dass die Dinge immer etwas besser liefen, wenn sie da war. Und im Moment repräsentierte sie wahrscheinlich die Hoffnung auf ... ein Wunder?
Die Zeit bis zum offiziellen Beginn der Besprechung wollte Ty sich mit einem leisen Gespräch mit Caitlynn vertreiben.
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Sclae nickte Kass kurz zu und sprach tatsächlich weniger als es sonst Cait tat. Auch als Tyler in seinem neuen Dress hereinkam legte sie lediglich den Kopf zurück auf die Rückenlehne des Sessels und folgte mit einer Drehung seinem Gang an ihr vorbei.
Ein "Hi Tyger..." unterstrich das ganze noch, dann nahm sie einen Schluck Orangensaft.
Warten auf Ororo und damit die Lösung aller Probleme?
Viel zu tun für die Wetterhexe, dass stand schon einmal fest.
Sie legte den Kopf seitlich zu Tyler und lauschte was er zu sagen hatte, um sich dnn im halblauten Ton mit ihm zu unterhalten.
Wie langsam die Zeit verstrich, wenn man auf etwas - oder besser gesagt - jemanden wartete.
Wann hatte er Ororo das letzte Mal gesehen? Es war lange her. Thanksgiving war er nicht in New York gewesen. Er war gereist, durch Deutschland. Seine Vergangenheit war etwas, dass es noch aufzuarbeiten galt, etwas, an dass er vor einigen Jahren noch nicht einmal im Traum gedacht hatte.
Nun aber, nachdem er erkannt hatte, wohin er gehörte, hatte sich diese Tatsache geändert.
Vielleicht würde er noch einmal dorthin reisen, irgendwann und Schritt für Schritt sich dem Land seiner Herkunft wieder etwas annähern.
Seine Augen wanderten während dieser Gedankengänge weiter ruhelos über die Zeilen mit den gedruckten Worten, auch wenn er ungefähr seit einer dreiviertel Seite nichts mehr von dem, was dort stand, aufgenommen hatte.
Das Kassander und Tyler den Raum betreten hatten, hatte er am Rande mitbekommen.
Ein kurzes Lächeln war die Begrüssung seinerseits gewesen.
Nun, als er die nächste Seite umblättern wollte, stutzte er.
Was hatte er gerade gelesen?
Seine Stirn verzog sich zu nachdenklichen Falten. Er schüttelte für sich den Kopf.
Mit einem Seufzer wurde die Akte geschlossen und auf den Tisch gelegt. Es hatte keinen Sinn.
Er würde sie ein anderes Mal lesen, wenn er sich sicher war, dass er genug Konzentration für die Sache aufbringen konnte.
Seine gelben Augen begannen jeden im Raum zu beobachten. Nicht lange, immer nur ein kurzer Augenblick.
Caitlynn und Tyler unterhielten sich leise.
Sie waren ein schönes Paar, so wie Jean und Scott.
Sein Blick verharrte auf Jean, nur kurz, dann wurde er wieder gesenkt. Er wollte sie nicht anstarren.
Wie konnte er ihr am Besten helfen. Irgendetwas musste er doch für sie tun können.
Die Wettergöttin, Lösungen für alle Art von Problemen. Und schwierige Flecken bekam sie mit ihrem Waschbrett und dem nötigen an Regen auch raus. Man musste nur das nötige Kleingeld für ihre Dienstleistungen haben.
Was bitte erwartete man von einer pensionierten Göttin? Wunder waren ihr schon vor einiger Zeit ausgegangen, sonst wäre sie wohl auch nicht von ihrem Thron gestossen worden.
Wer auch immer eine Lösung zum Problem von Ro erwartet hätte, würde bitterlich enttäuscht werden, alles was sie den anderen anbieten konnte, war eine kleine Gabe.
Ororo kam nicht alleine in die Subs, sondern hatte einen weiteren Besucher für das Meeting mitgebracht: Finnja.
Es hatte gedauert, bis sie die junge Frau am See hatte ausfindig machen können. Finnja hatte zu allem Überfluss ihren persönlichen Gang nach Canossa nicht ganz aus freien Stücken angetreten.
So viel Selbstsicherheit (und halbgares Wissen über das Team), wie das Mädchen noch vor wenigens Stunden beim Gang zum Siegel mitgebracht hatte, so viel Scheu schien sie heute vor den X-odus zu haben. Sie hielt sich dezent hinter Ros Rücken und rückte von diesem kläglichen Versteck erst ab, als Ro sich auf einem der Stühle niederliess. Nun, ihr blieb einfach nichts anderes übrig, als es ihr gleich zu tun, nicht wahr - es sei denn sie wollte sehr dekorativ weiter im Raum stehen und damit noch viel mehr zur Zielscheibe aller Blicke werden.
"Setz dich." Wer Ororo kannte, durfte sich wundern. Wundern darüber, dass sie gegenüber Finnja einen ungewöhnlich schroffen Ton anschlug, obwohl die beiden Frauen sich sonst recht gut verstanden. Nun gut, vielleicht war sie ebenso wie Logan verstimmt darüber, dass Sariel scheinbar geheime Dinge (wie die Subs) an Finnja weitergegeben hatte. War es ihr zu verübeln? Nein, aber es war in dieser Situation einfach unpassend und soviel Einfühlungsvermögen sollte man doch von ihr erwartet haben.
Ehrlich gesagt, sie war einfach müde, sie war sogar übermüdet und die Neuigkeiten hatten sich als erschreckender herausgestellt, als sie es sich ausgemalt hatte.
Ein kurzer Blick galt Jean - und dann erst, ehe sie den Blick auf die Mappe heftete, nahm sie Kurt wahr. Die Zeit für Wiedersehensfreude fehlte leider gänzlich. Nein, so hatte sie sich ihre Rückkehr nicht ausgemalt. Sie fühlte sich genauso leer, wie das Institut es war - und deswegen galt es umso mehr gegen diese leeren Räume etwas zu tun.
"Ich hatte noch keine Zeit Finnja ein paar Fragen zu stellen - und ich bin mir auch nicht sicher, ob ich im ausreichenden Masse über die Angelegenheit informiert bin. Daher habe ich es vorgezogen Finnja mit hierherzubringen." Und damit wurde der Stuhl für Finnja zwar zur Anklagebank, aber auch dieser Sachverhalt schien eine gesunde Portion wut und Entschlossenheit von Ororo wiederzuspiegeln.
Scale drehte sich in ihrem Stuhl zur Tür um.
Sie unterbrach das gespräch mit Tyler und schaute zu Ro und Finnja.
Finnja?
Was hatte die denn damit zu tun.
Gut, das fragte Scale jetzt nicht laut, aber ihr Blick ließ die Frage erahnen.
Sie hatte nicht den genauen Überblick, wer von den X-Odus Mietgliedern hier, jetzt das sagen hatte, aber ihr Tipp fiel auf Jean und darum hielt sie sich erstmal mit den Fragen zurück.
Er richtete sich auf, als auf dem Gang Schritte erklangen. Es mussten zwei Personen sein, die da kamen,
Die Eine musste Ororo sein und die andere?
Die zur Seite gleitende Tür bestätigte seine Ahnung.
Es war wirklich Ororo, die da in den Raum trat und mit ihr...Finnja. Er hatte sie eher selten zu Gesicht bekommen, aber an ihren Namen erinnerte er sich.
Seine Lippen verzogen sich zu einem Lächeln, als er Ororo näher betrachtete.
Sie wirkte selbstsicher wie eh und jeh.
Ihr Blick, mit dem sie ihn bedachte, war jedoch ernst. Das Wiedersehen würde warten müssen und womöglich nicht in der Form, in es zu einer anderen, besseren Zeit stattgefunden hätte.
Er ließ sich ein wenig in seinen Sessel zurücksinken und wartete ab.
Fröhliches Quiz mit Finnja Thomspon? Er wusste zwar durchaus, um was es in den letzten Tagen so ging, aber er hatte Ro schon vorhin ein wenig darüber aufgeklärt. Zudem stimmte es nicht, dass Cait und Tyler überhaupt keinen Plan von diesem Zeittor hatten. Allmählich sickerte es sogar in der Schülerschaft durch und dass die Zimmerkameradinnen nichts über die verschwundenen Schüler erzählten, hielt er auch für utopisch. Oder hatten sich die zwei die letzten Tage schlichtweg eingemauert? Eben...
Kassander lehnte sich zurück und fasste es eben mal in ein paar Sätzen zusammen - zum Teil wusste er es von den Schülerinnen, zum anderen von Jean oder eigenen Eindrücken, die er gewonnen hatte, als er sich das Tor selbst einmal angesehen hatte.
"Im Keller gibt es ein seltsames Siegel, das allen Anschein nach ein Zeittor ist. Wie es funktioniert, wissen wir nicht, allerdings verschwand Scott vor einigen Tagen darin und wir schickten ein Team - bestehend aus Logan, Padraig... und zwei X-Men? - hinterher, das ihn zurückholen soll. Wahrscheinlich waren einige Schülerinnen neugierig und sahen sich den Keller an - sie sind seitdem auch verschwunden. Wie mir scheint, wissen ein paar Leute allerdings mehr als andere." Sein Blick schweifte dabei zu Finnja.
"Vor ein paar Wochen war ein Priester hier, der ein Buch über dieses Gebäude geschrieben hat. Er wusste einige Details über das Siegel im Keller. Vielleicht kommt er noch einmal vorbei, ich habe ...Miss Fraser diesbezüglich beauftragt."
Noch einmal machte er eine Pause, aber da niemand etwas sagen wollte, machte er einfach den Anfang. Gut, Finnja war hier, um Fragen zu beantworten - ob nun freiwillig oder nicht -, aber es gab durchaus ein paar Dinge, die ihn interessierten.
"Seit wann weißt du schon von diesem Siegel, Finnja? Und warum hast du zuvor nie einen Ton darüber gesagt? Man hätte uns vielleicht schon zuvor darüber aufklären sollen, findest du nicht?"
Ororo hatte Finnja mitgebracht? Jean saß einen Moment ungläubig auf der Tischkante, bevor sie sich daran erinnerte, wer hier eigentlich der Boss war und sich in den Stand brachte. Durfte sie ganz dezent darauf hinweisen, dass es nicht unbedingt notwendig war, sie hier her zu bringen? Vielleicht wollten sie ihr noch einen X-Ehrenorden besorgen? Moment, Jean, ganz ruhig! Du musst dich beruhigen! Scheinbar hatten sie diverse Träume aus der Bahn gebacht.
Kurt hatte es aufgegeben die Akte zu lesen, etwas in der Art hatte sie von ihm empfangen und darüber hinaus hatte sie diese Ansammlung von Fakten für Storm zusammengestellt, weshalb sie diese vom Tisch aufhob und persönlich vor Ororo ablegte.
„Willkommen Miss Finnja“, meinte sie ruhig. Sollte sie ihr ein paar beruhigende Hormone verschaffen? Das hatte sie einmal beim Professor gesehen, als Scott ungewohnter weise ausgerastet war. Nun gut, vielleicht lieber nicht.
Ihr Blick wandte sich an Kassander. „Wollen wir wirklich zuerst in Erfahrung bringen, woher sie das alles weiß? Das sind eigentlich Sachen, die wir auch später noch klären können. Mir missfällt die Tatsache, dass wir immer noch Zeit verschwenden. Wir sollten viel besser direkt zum Thema kommen.“ Und ja, sie war eindeutig angesäuert. Ihr ging dieses Bild von Scott nicht mehr aus dem Kopf.
Jean verschränkte ihre Arme, vielleicht sollte sie diese undurchsichtige Person selbst ausfragen. Dabei hatten sie sich doch schon beim Aufbruch des Teams in die Haare bekommen. „Nun gut, zu aller erst sollte ich euch sagen, dass es dem Team, wie auch Scott den Umständen entsprechend gut geht. Sie wollen sich in kurzer Zeit treffen und sich gemeinsam auf den Weg zum Siegel machen.“
Soweit so gut, nicht wahr? Jean stützte sich neben Finnja mit einer Hand auf dem Tisch ab. „Ich kann nicht leugnen, dass sie erstaunlich viel über dieses Thema zu verbergen scheinen und mich würde unter anderem interessieren, wie sie zu diesem Wissen kommen? Aber das ist im Moment nicht wichtig.“ Sie erhob sich wieder und ging hinter Finnjas Stuhl entlang, bis sie auf der anderen Seite stand und sich mit beiden Händen auf dem Tisch abstützte, um mit ihren Blicken ein Loch in die Tischplatte zu brennen.
„Wir müssen unbedingt wissen, wie man das Siegel öffnen kann. Wer oder was ist der Auslöser der ganzen Misere?“ Denn eines wusste sie, sie besaß es nicht, das konnte sie nach unendlichen Stunden vor dem Siegel sehr gut sagen.
Das konnte ja doch noch ganz interessant werden...und amüsant dazu.
Anscheinend hatte man hier ein schottisches Schlösschen gekauft, ohne vorher alle Geister auszutreiben. Huntet House, sozusagen.
Ach, und im Keller gibts einige Tore zur Unterwelt, ein Zeitloch und diverseVampirgrüfte...aber die Teeküche ist prima.
Scale verkniff sich krampfhaft ein Grinsen und versuchte ernst auf die Tischplatte zu starren.
wie es aussah, konnte Jean also Kontakt zu den Verschollenen in der Vergangenheit halten.
Und anscheinend gab es ein Siegel auch ...ähm...damals?
Tatsächlich war also die wichtigste Frage- wie gehts das Ding auf und lässt die Leute wieder zurück. Der Rest war wohl kein Problem.
Interessant für Slcle war jedoch auch die Frage....geht das nur rückwärts, oder auch vorwärts durch die Zeit?
So freakig diese Zeit-Reise-Sache auch war, sie hatte ihre Reize.
Scale schlürfte vom Saft und blinzelte zu Kurt rüber.
Der gottesfürchtige Teleporter, schien, wie sie und Ty ersteinmal die schweigend-lauschende Rolle zu übernehmen.
Noch ein Schluck Saft, dann zurückgelehnt und weiter im Verhör.
Was soll er auch dazu gerade sagen? Gerade er, der schon nervös wurde, wenn er fremde Gesichter sah und man ihm sagte, er solle sich ihnen vorstellen. Er war der Letzte, der etwas sagen würde. Sicher, wenn ihm etwas einfiel, was zum Kontext passte oder etwas, was er tatsächlich wusste, dann würde er sich zu Wort melden, aber nicht eher.
Er erwiderte den Blick von Caitlynn und lächelte kurz, wurde dann aber wieder ernst.
Seine gelben Augen wanderten zurück zu Finnja, die er beobachtete, während Kassander und Jean ihr Fragen stellten.
Ein wenig tat sie ihm leid. Sie hatte schon verschüchtert gewirkt, als sie hinter Ororo den Raum betreten hatte, doch nun war es wirklich wie in einem Verhör.
Was genau hatte die Anderen eigentlich so verärgert, was sie getan hatte.
Sein Blick suchte den von Jean, doch sie war gerade damit beschäftigt Fragen an Finnja zu richten, Fragen, die seine Eigenen in dem Moment beantworteten, in dem Jean sie stellte.
Natürlich. Jetzt war es klar.
Doch warum schwieg sie, wenn sie wirklich soviel wusste, wie vermutet wurde. Sah sie denn nicht die Gefahr, in der vor allem die Kinder schwebten?
Das es Scott und den Anderen gut ging war eine gute Nachricht, auch wenn es nur ein kleiner Trost war. Jeans Fähigkeiten waren fantastisch. Ohne sie hätten sie sicherlich nicht gewusst, wo Scott nun wirklich war.
Das mit dem Priester war ihm allerdings neu.
Er hatte MacGillivray oft in der Kapelle getroffen, aber außer einer Begrüssung hatte er nie viel mit ihm gesprochen. In Wahrheit hatte er ihn wohl gemieden.
Sie hatte zu allem bisher geschwiegen, sowohl zu den unterschwelligen - und nicht so unterschwelligen - Vorwürfen, wie auch zu den Fragen. Und auch nachdem Jean geendet hatte, heftete ihr Blick auf dem Tisch vor ihr und es schien fast so, als wäre sie schlichtweg an Ort und Stelle eingefroren worden. Schliesslich löste sich ein Finger ihrer ineinander verkrampften Finger und fuhr langsam über die glatt polierte Tischplatte hinweg. Aber auch auf Storms nachhackendes "Finnja?" erhielt niemand im Raum eine Antwort.
Letztlich hob die junge Frau den Kopf an und fing Kurts Blick auf. Und auch wenn sie ihm kurz zulächelte, hatte sich eine einzelne Träne auf ihre Wange verirrt.
"Ich hab nicht erwartet, dass jemand es finden würde." Sie hatte einfach nie die Möglichkeit in Betracht gezogen - vermutlich weil sie selber keine Mutantin war und auch wenn sie nun jeden Tag mit ihnen zu tun hatte, war es für sie doch noch jedesmal phantastisch zu sehen wie jemand seine Kräfte einsetzte. "Es lag hinter einer Mauer, in einem verstecktem Raum!"
War sie nun wirklich dafür schuldig zu machen, das einige Leute ihre neugierige Nase selbst in sowas hinein stecken mussten? Ja, sie trug Mitschuld an Scotts verschwinden - würde es jemandem helfen, wenn sie sagte, dass sie über die Rückkehr der Kinder und des Teams zuversichtlich war? Sie hielt lieber den Mund.
"Ich denke das Rubinquarz könnte ein Auslöser gewesen sein, schliesslich haben Isis und mein Kreuz darauf reagiert bei dem letzten Besuch und Scotts Brille..." Sie schwieg, denn sie wollte nun nicht auch noch gelöchert werden, warum sie von Scotts zerbrochener Brille wusste. Letztlich erhob sie sich von ihrem Stuhl, als wäre er zu heiss geworden und wanderte zu einem der Bilder an der Wand, das einen Plan der Subs aufwies.
"Ich möchte in den Siegelraum." Wobei sie die Hand ausstreckte und das rötlich schimmernde Kreuz aus dem Ärmel kullerte und auf dem Handballen zum Liegen kam. Die Kette trug sie seit dem Verschwinden des Teams schon am Handgelenk, da die Reaktion des Kreuzes tatsächlich eine kleine Brandblase auf ihrem Dekolleté hinterlassen hatte. Wer nun glaubte Finnja wollte in die Rolle eines aufopfernden Märtyrers schlüpfen, um die Sache wiedergut zu machen, der irrte. Sie war nicht heroisch veranlagt - eigentlich war sie sogar eher ein Angsthase -, aber diese Ahnung hielt sie einfach fest gepackt, dass sie es versuchen musste.
"Vielleicht, wenn das Team zur gleichen Zeit dort ist, schaffen wir es das Siegel für die richtige Zeit zu programmieren. Hat das Mädchen noch ihren Anhänger?" Wobei sie das erste Mal wieder zu Jean blickte, der sie vorher unbewusst immer wieder ausgewichen war.
Jean hatte sich aufrecht hingestellt und die Hände in die Taille gestemmt, wobei ihre Ellenbogen nach hinten zeigten, was dem Ganzen einen positiveren Look gab. „Das Team hat einen Visor für Scott bei sich“, meinte sie, ohne eine rechte Wertung mitschwingen zu lassen. Es war einfach eine Tatsache und vielleicht würde die größere Gruppe, durch die größere Ansammlung von Rubinquarz sogar mehr Chancen haben.
In Gedanken erinnerte sie sich kurz daran, dass sie wohl ein neues Set Brillen für ihn in New York bestellen müsste. Wer wusste schon, inwieweit es danach noch funktionstüchtig war.
Und dann tat Jean etwas, dass man nicht wirklich nachvollziehen können musste. Ein kurzer Blick zu Storm leitete die ganze Sache ein. „Wer soll auf dieser Seite des Siegels stehen, Miss Finnja?“
Der Plan stand und man war anscheinend gewillt ihn in die tat umzusetzen. Zumindest Jean.
Je schneller desto besser.
Scale stützte den Ellenbogen auf die Tischplatte und ihren Kopf in die offene Handfläche udn wartete gespannt auf die weiteren Entwicklungen.
Rubinquarz...also das Material, welches verhinderte, dass Scott Summers Augenstrahlen davon abhielt Amok zu laufen.
Und diese Thomson hatte anscheinend einen Anhänger daraus, sowie eine der verschwunden Schülerinnen.
Es musste möglich sein, sich irgendwie eine Scherbe dieses Zeugs zu sichern....nur für alle Fälle.