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Cait schnaufte aus , stützte sich gebeugt mit den Händen auf ihren Oberschenkeln ab und gönnte sich dann einen Schluck aus der Wasserflasche.
Sie war schon über eine Stunde im Dangerrom und turnte durch simulierte Hindernissparcours verschiedener Schwierigkeitsstufen.
Sie würde heut den ganzen tag unten bleiben und nur zum Essen kurz hochgehen, jedenfalls war das so beschlossen.
Es galt fast zwei Wochen Fitness und Training nachzuholen und dunkle Gedanken, sowie Erinnerungs-Aussetzer abzuschütteln.
Cait wusste, dass sie keine Tabletten genommen hatte...jedenfalls nicht willentlich. Woher die Dose kam und wer sie ihr in die Kommode geshcmuggelt hatte, konnte sie nur vermuten.
Diese Vermutung machte ihr zwar Angst, aber auch Wut.
Wut auf die Kreatur, die ihren Schlaf beherrschte.
Wut auf sich selbst, dass sie nichts dagegen unternehmen konnte....
Oder?
Jean hatte einen telepathischen Eingriff ins Gehirn vorgeschlagen. Aber wie sollte das gehen. Caitlynn konnte sich nur schwer vorstellen, das Doc Grey irgendetwas an ihrer verkorksten Schakltzentrale ausrichten konnte.
Aber sie war die Sitzungen bei Jenkins-Hyde leid und den Gedanken, dass sie geisteskrank war, konnte sie auch nicht leiden.
Die Tabletten jedenfalls, hatten wieder ihren Weg den Mülleimer der Küche gefunden. Den fehler würde sie nicht noch einmal begehen.
Der Computer meldete den Start der nächsten Simulation und zu erklimmende Steilwände, hohe Mauern und rotierende Stangen erschienen aus der Simulation.
Ein Computerspiel war nichts dagegen.
Caitlynn schnaufte nocheinmal aus und konzentrierte sich dann wieder auf das Training.
Sie stieß sich ab, sprintete los und ergriff im Sprung eine Stange, von der sie sich bequem an eine der Kletterwände katapultierte. Dann ein Sprung an die gegenüberliegende Wand und auf die nächsthöhere ebene gezogen.
Sie schiwtzte...schnaufte...aber es gab kein Aufgeben. Nicht heute. Caits Klamotten klebten an ihrem Körper, sie wischte hastig eine nasse Haarsträhne weg, um wieder freie Sicht zu haben. Der nächste Teil des Parcours lag vor ihr.
"Wofür machssst du dassss alles, Caitlynn?"
Die Stimme kam so plötzlich und unerwartet, dass Cait vor Schreck fast das Gleichgewicht verlor und vom Vorsprung zu stürzen drohte.
Ein Fuß rutschte die kletterwand wieder herab udn sie kam gerade noch armen auf die Kante um sie festzuhalten.
"Ich meine...für wen diessssse Schufterei? Doch hoffentlich nicht für dein Team?"
Caits Augen weiteten sich vor Entsetzen, also sie die Gestalt auf sich zu kommen sah. Es war ihr Echsenebenbild, von Kopfstachel bis Schwanzende schlenkerte die Echsenfrau in lässiger haltung auf sie zu. Ihre feinen Schuppen glänzten nass-blau, der kopfkamm war aggressiv aufgetsellt und der Schwanz schwang mit der Bewegung der Hüfte hin und her.
Caits Lippen formten ein fassungsloses 'Das ist unmöglich' während sie die Schmerzen in den Armen ignorierte und versuchte sich hochzuziehen.
"Wir müssssen unsss mal unterhalten, Caitlynn Lydecker!" zischte die Echsenfrau feindlich und drückte Cait mit ihrem Fuß ins Gesicht runter, sodass sie weiterhin hilflos an der kante hing. "Dasss Spielchen hat mir eine Zzzzeit lang Spaß gemacht, aber esss wird Zzzzeit das wir nun Ernssst machen, verssstehst du?"
Nein, Cait verstand nichts. Sie versuchte es nicht einmal zu verstehen. Momentan schob sie es auf eine überreaktion ihres Körpers, vielleicht zuwenig Flüssigkeit. Vielleicht träumte sie auch nur.
"Du begreifsssst es nicht? Ich bin weder ein Traum, noch eine Einbildung...ich bin du....nur besssser. Volkommener und mit mehr Weitsssicht!" erklärte die Echse und trat ein wenig fester, so dass Cait etwas abrutschte.
"Esss ist..." erklärte die Echse weiter " ...wie in diessser Situation. Du klammerssst dich fest, obwohl enormer Druck auf dir lassstet. Wenn du loslasssen würdest, wärssst du frei. Vielleicht würdessst du dir kurzzz weh tun, aber danach, würdessst du dich stärker fühlen alsss vorher."
Caitlynn war immernoch nicht in der Lage etwas zu sagen.
Ein Traum, ein böser Traum, nichts weiter. Vielleicht hätte sie die Tabletten nehmen sollen.
"Nicht mehr lange, Caitlynn...nicht mehr lange und du wirsssst loslassen." die Echse verzog ihr triumphales Lächeln zu einem satanischen Grinsen und ihre Augen blitzten auf.
"Und dann bin ich da...und fang dich auf!"
Der Tritt ließ sie weiße Punkte vor den Augen sehen. Cait verlor den halt und stürzte auf den Boden des Trainingsraumes. Der Aufprall schmerzte weniger als erwartet, aber die Schere, die sich nun auf ihr Bewusstsein legte, ließ sie wissen, dass sie nun erst einmal Ruhe brauchte.
Ihr trüber Blick fing das Echsenwesen ein, was langsam am Rand der Kante verblasste. Die kalten Platten unter ihr gaben nach und entließen sie in die Bewusstlosigkeit.
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