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Dieses Thema hat 6 Antworten
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 Institut-Area
Nolan Ford Offline

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Beiträge: 81

21.05.2006 23:08
[18.12.] Nolans Gästezimmer (nachts) Antworten

Es war dunkel.
Und es war still.

Das Fenster war noch weit geöffnet, aber dafür war die Zimmertür verschlossen. Ein paar Schneeflocken stoben in den Raum und wirbelten auf den Boden, ehe sie langsam schmolzen. Nolan saß an die Wand gelehnt und starrte ins Leere. Er hielt Dinand noch immer fest, obwohl die Leichenstarre langsam einsetzte, aber bei der Kälte, die im Zimmer war, nahm er es ohnehin nicht wahr. Eine Träne schimmerte auf seiner Wange und es hatte beinahe den Anschein, als würde sie dort festfrieren.

Vorhin war er einfach auf dem Dach gelandet und hatte das Fenster aufgeschoben, um ins Zimmer zu gelangen. So hatte ihn niemand bemerkt, als er ins Institut gekommen war, oder? Seine Schwingen hatten sich wieder um Dinands Körper gelegt, als wollten sie ihn trotz allem wärmen, während er ihn selbst nur im Arm hielt und alles, das er bisher geglaubt hatte zu wissen, hinfällig geworden war. War es Aristoteles, der einst gesagt hatte: 'Ich weiß, dass ich nichts weiß?' Aber nicht einmal das wusste Nolan im Moment.

Er fragte nicht warum.
Es war eine törichte Frage.

Er wollte nichts mehr wissen.

Raguel Offline

Besucher


Beiträge: 263

21.05.2006 23:13
[18.12.] Nolans Gästezimmer (nachts) Antworten
Er brauchte nichts mehr wissen. Nichts von alle dem, was er bisher in seinem Leben erlernt hatte, haette jetzt noch Bedeutung.
Er konnte auch Raguel nicht danach fragen, als dieser die Tuer zu Nolans Zimmer aufschob. Er konnte ihm nicht helfen, er war selbst verwundert darueber.
Koerperliche Mutationen hatte man schon von Geburt an, so hiess es zumindest im Volksmunde?

Raguels Blick durch den Raum war nicht noetig und dennoch schickte er ihn voraus, ehe die Tuer hinter ihm ins Schloss fiel.
Er sprach nicht zu Nolan - er hatte diesem Mann eigentlich auch nicht wirklich etwas zu sagen. Sie waren keine dicken Freunde gewesen. Dass das Schicksal ihm so boese mitspielte, veraenderte die Sache auch nicht.
Doch verdammt, es veraenderte sie, denn Raguel trug wieder einmal das Leid der Welt auf seinen Schultern. Dieses Mal aus dem simpelsten Grund der Welt: Er konnte nur zu gut nachvollziehen, was in Nolan vorging. Und das war keine billige Floskel, sondern ziemlich gemeine Realitaet. Raguel hatte inzwischen vier dieser Verluste hinter sich gebracht (die beiden juengsten davon, so hoffte er zumindest, wuerden wohl keine endgueltigen bleiben) und so schwer es auch fiel, er war hier um Nolan zu HELFEN!

"Steh auf, Nolan." Und vielleicht war das weiche Timbre seiner Stimme in einer solchen Situation doch Hohn, Rache fuer die verletzenden Worte, die Nolan ihm an den Kopf geworfen hatte. "Dein Kummer macht ihn nicht lebendig." Na, das waren doch Worte, die man unbedingt hoeren wollte, nicht wahr?
Aber wenn Raguel sie sprach hatten sie trotzdem diese verflucht beruhigende Wirkung auf einen. Und auch wenn Nolan ihn jetzt endgueltig zum Teufel wuenschen wuerde, wagte Raguel es sich neben ihm in die Hocke sinken zu lassen und mit einer Hand behutsam Nolans Schwingen beiseite zu streichen. Er ging unendlich behutsam damit um, denn (hatte Nolan es schon bemerkt?) diese Schwingen hatten es im Empfindlichkeitsgrad echt in sich.
Kaum dass Dinands Gesicht sichtbar geworden war, schnellte Raguels Hand vor (als wollte er vermeiden, dass Nolan die Beruehrung verhindern konnte) und kam auf der Stirn des Niederlaenders zum Ruhen. Sachte strich er dessen Gesicht hinab und schuettelte den Kopf.
Er hatte immer gedacht er haette die offene Rechnung mit Nolan, Sands - wie hatte er so blind sein koennen? Die Ratte war die offene Rechnung und er wuerde sie persoenlich in seinem eigenen Blut ertraenken.

"Wir muessen uns beeilen", eigentlich hatte er herkommen wollen, um mit Nolan zu reden. Eigentlich gab es vieles, was der andere erfahren muesste (und doch nur selbst herausfinden koennte), aber jetzt war weder die Zeit fuer Fragen, noch fuer Antworten.
Ja, Raguel hatte endgueltig den Verstand verloren - oder wollte er Rat nachsetzen, um ihn endlich zur Strecke zu bringen?

Nolan Ford Offline

Besucher


Beiträge: 81

21.05.2006 23:18
[18.12.] Nolans Gästezimmer (nachts) Antworten
Wie war Raguel eigentlich durch die verschlossene Tür in sein Zimmer gelangt, hm? Konnte er etwa auch durch Wände laufen? Aber es war nicht wichtig. Nichts war noch wichtig. Nolan sah zwar auf, als Raguel vor ihm stand, aber ob er ihn auch bewusst wahrnahm, war anfangs irgendwie schwer zu sagen.

"Nein, es war Sokrates... nicht Aristoteles."

Raguel musste das nicht verstehen, aber das Gehirn sponn manchmal seltsame Geschichten, wenn es heillos überfordert war. Dass es ausgerechnet Raguel war, der in sein Zimmer kam, gab der ganzen Situation doch seine eigene Bedeutung und Nolan holte einen Augenblick Luft, als würde er entweder schluchzen oder röcheln. Auch das ließ sich nicht so genau sagen. Da Nolan ohnehin nichts mehr spürte, fühlte er es auch nur am Rande, dass Raguel seine Schwingen berührte und sie zur Seite schob. Er ließ es geschehen, genauso wie er es zuließ, dass er Dinand berührte.

Ein wenig wirkte es wie ein Eingeständnis: Sieh meine Sünden. Schau auf meine Wunden. Aber Nolan war so wenig gläubig, wie man nur sein konnte (abgesehen von Rat vielleicht). Die blutgetränken Federn wichen zurück und lagen letztlich genauso kraftlos da wie Nolan selbst. Steh auf, Nolan... drang das überhaupt zu ihm durch? Die Worte durchaus, aber er brachte sie nicht mehr in Verbindung mit dem, was er Raguel einst am See gesagt hatte.

Wir müssen uns beeilen...
Ein schwaches und gleichzeitg vollkommen resignierendes Lächeln trat kurz in seine Züge, ehe er den Kopf hob und Raguel ansah.

"Ich kann nicht...", sein Mundwinkel zuckte leicht und da schimmerten immer noch (oder wieder?) Tränen in seinen Augen.

"Ich kann nicht. Ich habe gerade 5000 Milligramm Paracetamol geschluckt." Er musste jetzt nur noch warten. Aber nicht mehr lange.

Raguel Offline

Besucher


Beiträge: 263

21.05.2006 23:33
[18.12.] Nolans Gästezimmer (nachts) Antworten
Hach, er hatte gerade Paracetamol geschluckt. Nolan konnte ja ein richtiger Spassvogel sein.

"Steh AUF!" Und dieses Mal war nichts in Raguels Stimme sanft, noch mitleidig und am allerwenigsten wohl freundlich.

Wie hirnverbrannt musste man denn bitte sein (gut, es war nicht so, als haette er nicht daran gedacht damals, aber ER hatte Verantwortungsbewusstsein), um das auch wirklich zu tun? Streicht das hirnverbrannt, ersetzt es mit verzweifelt. Ja, an diesem Punkt war er auch gewesen.

"Beweg deinen verdammten Arsch, du Vollidiot." Ja, Aufmunterung nach der irischen Art - mit Schimpfworten waren die Iren ja eh nicht zimperlich.
Ehe Nolan sich versehen hatte, packte Raguel nach seiner Schwinge und zerrte ihn daran in die Hoehe. Das er dabei einige Federn verlor, duerfte ihm in dem Zustand wohl nicht mehr viel ausmachen - dafuer wuerde der Begruessungsschmerz nachher umso groesser sein.

War Raguel neuerdings unter die Sadisten gegangen oder lag es nun daran, dass er Nolan nicht leiden konnte? Weder das eine, noch das andere. Es verhielt sich ganz einfach so: Er wuerde aus seinen Fehlern lernen - und seine Suenden hoffentlich bereuen. Jesus, Raguel war nun mal erzkatholisch erzogen worden und hielt sich auch im (zugegeben sehr weit) gedehntem Rahmen an seine Erziehung.

Kaum, dass Nolan auf seinen doch eher wackligen Fuessen stand, packte sich Raguel Dinands Leichnahm und warf ihn sich kurzerhand ueber die Schulter. Dinand wuerde es ihm hoffentlich nicht uebel nehmen (Galgenhumor vom Feinsten, wenn er das mal an dieser Stelle betonen durfte).

"Hier lang!" Sollte er ehrlich sein? Es interessierte ihn einen Scheissdreck, wie es Nolan gerade ging.
Es gab nur zwei Regeln: Er wollte kein Gejammer hoeren (Nolan hatte sich das alles selbst zuzuschreiben) UND wenn er ihn ankotzte, wuerde er es ihn im Leben nicht vergessen.

Relativ unbeeindruckt von Nolans Getorkel, zerrte er ihn halb am Kragen mit sich und halb musste er ihn eigentlich schon stuetzen, damit ueberhaupt noch was lief.
Toll, doppelte Last zu tragen machte die ganze Angelegenheit nicht wirklich einfacher. Dabei noch zu versuchen kein grosses Aufsehen zu erwecken... ohne die Hilfe der Subs waere es unmoeglich gewesen. So allerdings waren sie doch recht schnell in einer der Speedroehren verschwunden.

Was Raguel mit einem Toten und einem "auf-dem-definitiv-nicht-besten-Wege-dahin" Typen am LOCH wollte, wuerde wohl auch niemand verstehen.

Nolan Ford Offline

Besucher


Beiträge: 81

21.05.2006 23:42
[18.12.] Nolans Gästezimmer (nachts) Antworten
Gott, wie hasste er Raguel!!
Dieser Penner sollte seine Schwingen in Ruhe lassen!
Er sollte IHN in Ruhe lassen.
Er konnte es nur noch einmal betonen, er HASSTE ihn.

Aber sogar diese Empfindung war nur ein müder Abklatsch dessen, was er noch vor ein paar Tagen getan hätte, wäre Raguel einfach so in sein Zimmer eingedrungen. Nein, im Moment gab es da keine allzu großen Empfindungen, weil der Verlust alles in einen zu großen Schatten stellte. Badete er in Selbstmitleid? Vielleicht... aber er litt diesen Schmerz wirklich. Er hatte Dinand verloren und er wollte diesen Schmerz nicht mehr fühlen. Raguels Befehle waren ihm vollkommen egal.

"Fass mich nicht an, du Arsch!!" zischte er und es hörte sich wie aufwallender Sandsturm an, während seine trübe Iris einen Moment wie heiße Luft in der Wüste flirrte. Seine Schwingen glitten leicht zitternd zusammen, als er sich torkelnd aufrichtete. Natürlich stolperte er lediglich vorwärts und wusste doch, dass jede Bewegung das Ganze nur beschleunigte. Dieser Gedanke war ihm wie eine Erlösung, so dass er voranstolperte und eigentlich gar nicht wusste, wo Raguel hinwollte. Aber auch das spielte keine Rolle.

Jedes Mal, wenn Raguel ihm helfen wollte, riss er sich los, auch wenn es nicht nur einmal vorkam, dass er stolperte und hinfiel. Er musste wirklich einen erbärmlichen Anblick bieten, so wie es Rat gesagt hatte. Er vertrat sich in der Treppenstufe und fiel die Treppe mit einem Poltern bis zum nächsten Absatz hinunter, wo er einen Moment liegen blieb, bis er sich tatsächlich wieder aufrichtete. Bald... so lange würde es nicht mehr dauern.

"Ich hasse diese Welt", stieß er aus und seine Schwingen glitten leicht auseinander, als wollte er noch einmal einen Flugversuch unternehmen. Letztlich war es aber nur ein Zucken, das durch seinen ganzen Körper gegangen war. Es dauerte nicht mehr lange und er würde gänzlich zusammen brechen. Manchmal war es gut, ein Arzt zu sein und das alles schon vorher sagen zu können. Leberversagen. Nein, toxischer Schock.

Bald. Bald, Dinand.

Sie waren in den Subs?
Da war er noch nie gewesen... das hatte er doch immer sehen wollen, aber jetzt... war es ihm gänzlich gleichgültig.

Nolan Ford Offline

Besucher


Beiträge: 81

21.05.2006 23:46
[18.12.] Nolans Gästezimmer (nachts) Antworten
tbc. Subs... so btw

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