Das X-odus Forum befindet sich derzeit in einer Pause.
Für all Diejenigen, die ihre Charaktere bis zum Wiederbeginn
nicht ruhen lassen wollen, empfiehlt die SL euch
diese Seite.
Wir wünschen unseren fleissigen Usern viel Spass
auf der neuen Plattform und hoffen
euch alle in alter Frische und mit dem gleichen Elan
bald auch wieder an dieser Stelle begrüssen zu können.
Ragnar stürmte regelrecht in die Küche, wurde an der Tür aufgehalten, da seine Flügel ihn behinderten. Er stieß einen wütenden, fast schon verzweifelten Laut aus und drängte sich hinein. Er war aufgewühlt, warum, das wusste er nicht. So direkt mit seiner Andersartigkeit konfrontiert zu werden, dass war er nicht gewohnt. Und obwohl er Schwierigkeiten gehabt hatte, Ashley zu verstehen, war die Message angekommen. Er war anders ...
Er knallte den Teller mit einer solchen Wucht in die Spüle, das er zerbarst. Etwas hilflos sah er die Scherben an, dann griff er hinein und fischte die Splitter heraus. Irgendwo musste hier ein Mülleimer sein. Irgendwo ... wo ... seine Hände schloßen sich fester um die Splitter, Blut tropfte auf den Küchenboden, doch das merkte er schon gar nicht mehr. Er sah sich um, fand den Mülleimer und warf die Scherben hinein. Mit blutigen Händen fuhr er sich durch das weiße Haar, hinterließ dort blutige Striemen und sah sich nach einem Fluchtweg um. Er musste raus, weg, weg von hier.
Ele war nach ihrem Gespräch mit Deon unterwegs in die Küche um die Kuchenplatten abzuliefern und um nochmal nach dem Tee und dem Kakao zu fragen, ebenso nach Kaffee.
Ungelenk schubste sie die Tür auf und blancierte die beiden großen Behälter durch die Tür um sich dann umzuschauen und seufzend die Behälter auf dem Tisch abzustellen.
"Verflixt... sind die schwer"
Dann bemerkt sie Ragnar und blickt ihn verwundert und erschrocken an.
"Hast du dich verletzt? Ist das Blut Ragnar?"
Ashley hatte errschrocken die Luft eingesogen, als Ragnar so an ihr vorbeigerauscht war. Seine ganze Haltung drückte Anspannung aus und etwas anderes, dass sie nicht einordnen konnte. Dazu hätte sie wahrscheinlich in seine Augen sehen müssen, aber die Tatsache, dass er an der Tür ein Hindernis fand, was beim normalen Durchgehen eigentllich kein Problem gewesen sein dürfte, zeigte ihr, dass mit ihm etwas nicht stimmte.
Spätestens das Geräusch zerberstenden Geschirrs in der Spüle ließ die Vermutung zur Gewissheit werden.
Was hatte sie da nur wieder angestellt.
Sie blieb unsicher in der Türschwelle zur Küche stehen. Hatte er das, was sie gesagt hatte falsch verstanden? Hatte sie irgendetwas so formuliert? Würde er sie rausschmeissen, wenn sie zu nahe kam? Sie umklammerte den Teller und das Besteck fester und trat hinter ihn.
Das Blut, das auf den Küchenboden tropfte war dann doch etwas zuviel und ließ sie aus ihrer Erstarrung herauskommen.
"Du blutest...es tut mir leid...ich wollte...dich nicht..." ja was eigentlich? Verletzen? Wütend machen?
Hilflos stand sie hinter ihm und bemerkte Eleanora gar nicht, die dazugekommen war, obwohl sie auch etwas gesagt haben musste.
Etwas verstört blickte er über seine Schulter. Es musste seltsam aussehen, die Hälfte seines Gesichts war komplett rot vom Blut, das einzig weiße war das Auge. Hätte er Pupillen gehabt, so wären sie hektisch hin und her gehuscht. Langsam drehte er sich um, Spuren von Blut überall auf der ansonsten so makellosen Kleidung. Was wollten die beiden hier? Wie waren sie hergekommen? Wieso hatte er sie nicht gehört?
Mit einem Ruck breiteten sich die Flügel aus, wurden von den Wänden aufgehalten. Leise flüsterte er eine Aufforderung, aus dem Weg zu gehen, nur leider in der falschen Sprache. Er bemerkte es nicht, es war ihm egal. Wieso musste er Englisch reden, wieso redeten die anderen nicht ... Schwedisch? In Schottland? Wirre Gedanken huschten durch seinen Kopf, wieder sah er auf seine Hände. In seinen Augen waren sie weiß. Warum sahen sie ihn so geschockt an? Warum? Er war anders. Sie hatten Angst vor ihm, Angst vor dem weißen Engel. Sie waren nicht besser als alle anderen. Sie waren schlimmer. Sie waren wie er, doch hatten sie Angst vor ihm - und das war wie ein Stich ins Herz. Er wiederholte seine Aufforderung in der richtigen Sprache.
Sie hatte gerade damit beginnen wollen ihm bei dem Entfernen der Scherben zu helfen, als er sich herumdrehte. Ja, er bot wirklich einen errschreckenden Anblick, aber nicht weil er anders war, sondern wegen dem vielen Blut.
Sie sah auf seine Hände herab, überall Blut.
Dann breiteten sich seine Schwingen mit einem Mal aus und sie wich mit einem hastigen Schritt zurück, um nicht von den Füßen gerissen zu werden.
Er sagte irgendetwas...etwas, dass sie nicht verstand.
Er wirkte gerade sehr verletzlich, wie ein gefangenes Raubtier, das verzweifelt nach einem Fluchtweg suchte.
"Bitte...ich wollte dir nicht wehtun..."
Nun hatte sie den ersten Aspekt ausgesucht. Im Moment erschien er ihr einfach passender. Sie trat wieder einen Schritt auf ihn zu.
Ihre Augen hatten einen fast flehentlichen Ausdruck angenommen.
Warum musste sie an diesem Tag alles falsch machen? Warum? Sie spürte eine Träne, die an ihrer Wange herunterrann. Das hatte sie doch nicht gewollt.
"Ragnar... ganz ruhig, hol tief Luft. Hier tut dir keiner was."
Eleanora sah deutlich, wie durcheinander der Junge war und so blieb sie erstmal stehen, während Ashley auf ihn zuging. Sie wollte ihn nicht noch mehr aufregen.
Was hatte ihn so aufgebracht und warum schien er fast zornig?
"Nein ... nein ..." murmelte er leise. Er sah erst auf, als bemerkte, dass Ashley näher gekommen war. Er schüttelte den Kopf, und seine Flügel verschränkten sich vor seinem Körper, sodass man gerade noch seine Augen sehen konnten. Erneut schüttelte er den Kopf und zeigte damit seine Bereitschaft, sich den Weg mit Gewalt freizuräumen. Ein Schlag seiner Schwingen würde gewiss nicht das angenehmste werden, dass man sich vorstellen konnte.
"Geht mir aus dem Weg ... solange ihr noch gehen könnt ..." murmelte er weiter, und seine Aura der Kälte schien sich zu verdichten. Der Boden um ihn herum war von einer dünnen Schicht Eis umgeben. In seinem Kopf tobte alles, er wollte nur noch raus. Hier tat ihm keiner was? Sie sahen ihn an, als wäre er ein Monster ... hatten sie erst jetzt wirklich realisiert, was er war?
Ashley schüttelte den Kopf.
Vielleicht tat sie jetzt gerade wieder das Falsche, aber sie würde nicht zulassen, dass er ging. Er war verletzt und der Schnitt sollte versorgt werden.
Außerdem war es wieder einmal ihre Schuld, dass etwas gar nicht so lief, wie es eigentlich laufen sollte.
Sie hatte ihm danken wollen für heute morgen und stattdessen hatte er einen Teller ihretwegen zu Bruch gehen lassen, hatte sich ihretwegen an der Hand verletzt und war IHRETWEGEN so durcheinander.
"Hör auf...bitte..."
Sie zitterte bereits vor Kälte, denn ohne ihre Federn war sie nicht davor geschützt. Außerdem hatte sie nur eine Schlafanzughose und ein Top darüber an.
"HÖR AUF", hörte sie sich einen Augenblick später noch schreien, bevor auch ihre Gestalt sich zum zweiten Mal an diesem Tag in die Form wandelte, die ihr noch nicht so vertraut war.
Ein Engel und ein Falkenmensch, dessen ausgebreitete Schwingen nun ebenfalls die Wände berührten, wie zuvor Ragnars.
Der verzweifelte Ausdruck in ihren Augen hatte zugenommen.
Er senkte den Kopf und trat einen Schritt nach vorn, drehte sich um. Er wimmerte leise, aus dem Wimmern wurde ein schwaches Murmeln, aus dem Murmeln ein Reden, aus dem Reden ein Brüllen. Mit einem gewaltigen Schlag breiteten sich die Schwingen aus, katapultierten ihn über Ashley hinweg und ließen ihn gegen die Tür neben Eleonora stolpern, als er aufkam. Er rappelte sich auf, schlug erneut mit seinen Flügeln um sich, um alles, was ihm in den Weg kam, gewaltsam hinwegzuwischen, und floh, floh aus dem Gebäude hinaus in die Wildnis.
tbc ~ [18.12 Mittag - 19.12. späte Nacht] Wildnis, mehrere Kilometer entfernt vom Gebäude
Ashley hatte die Bewegung kommen sehen. Insgeheim hatte sie gehofft, dass er sich beruhigen würde, doch sein Zurückweichen zeigte das Gegenteil. So ging sie davon aus, dass er sie einfach umrennen würde und wappnete sich innerlich schon einmal gegen den Aufprall, doch dass er über sie hinwegsprang, daran hatte sie nicht gedacht.
Sie war mit einem Satz bei Eleanora, um sie unter ihren Armen zu beschützen.
Die Flügelschläge, die sie von Ragnar abbekam, taten war weh, sehr sogar und es würde an ihren Rippen und Rücken einige blaue Flecke geben und Prellungen, doch gerade war ihr Eleanora wichtiger...
Die vielen Tränen, die nun über ihre Wangen rannen waren nicht nur Ausdruck des Schmerzes von den Treffern, sondern über das, was sie gerade wieder verursacht hatte.
Ele fand sich plötzlich in weicher Umarmung und wurde durchgerüttelt.
"Himmel, Arsch und Zwirn... ist er durchgedreht?" murmelte sie leise als sie sich aus der weichen Umarmung befreite.
"Ash.. Kleines.. bist du in Ordnung?" sie schaute besorgt auf das Mädchen, was gerade verhindert hatte, dass sie wie eine Puppe durch die Gegend geschleudert wurde.
Sanft wischte sie ihr die Tränen weg. "Weine nicht,... erzähl mir lieber, was passiert ist. Warum ist er so durchgedreht.?"
Sie konzentrierte sich jetzt erstmal auf Ashley, mit Ragnar würde sie später reden und ihm vllt. auch einige Federn ausrupfen, wenn sie die Gelegenheit bekommen würde und keine gute Erklärung.
Dann zog sie Ash in ihre Arme und murmelte ihr leise beruhigende Worte zu.
Ashley sagte nichts, sondern lehnte sich nur in Eleanoras Arme und vergrub das Gesicht an ihrem Hals.
Das Schluchzen ebbte irgendwann ab, aber es dauerte, bis sie dazu in der Lage war zu sprechen.
Was war, wenn der Junge jetzt wieder verschwand und morgen nicht im Institut sein würde?
Das wäre dann auch noch ihre Schuld.
"Ich...hab mich bei ihm...bedanken und entschuldigen wollen, wegen heute morgen...aber irgendwie sind wir darauf gekommen, dass seine Mutation immer...sichtbar ist ...und da muss ich irgendwas getan haben...was ihn verletzt hat...", sie schniefte und ließ sich auf den eiskalten Boden sinken.
Die Flügel hatte sie wieder eng um ihren Körper gelegt.
Sie hätte gar nicht hier herunter gehen sollen...jetzt wollte sie nur noch ins Bett.
Nachher war ja noch die Schneeballschlacht. Wirklich freuen konnte sie sich darauf jetzt nicht.
Der Gedanke, wo der Engel jetzt wohl war, machte ihr einfach viel zu sehr zu schaffen.
Ele ließ sich mit ihr zu Boden rutschen und hielt sie fest.
"das bekommen wir schon wieder hin..mach dir keine Gedanken. Ich glaube, er muss erstmal damit klar kommen, dass er hier in Sicherheit ist und das er offen leben kann. Gerade bei seiner Gabe ist das sicher nicht so einfach, könnte ich mir vorstellen."
Sie wiegte sie sacht und lächelte leise.
"Komm mein kleiner Falke, ich bring dich auf dein Zimmer. Dort ruhst du dich noch ein wenig aus ehe es dann zur Schlacht geht."
Sie nickte nur. Hoffentlich stimmte das, was Eleanora da sagte. Sie hatte den Jungen doch nicht verletzen wollen. So anders war er doch nicht. Falcon war doch wie er und Ashley mochte das Falkenmädchen sehr. Warum hatte sich der Engel dann so verhalten?
Ashley war verstört. Sie hatte Angst davor durch ihr Verhalten etwas ausgelöst zu haben, was sie nicht gewollt hatte und was noch lange nachhallen würde.
Ob er Junge mit ihr noch reden würde? Hasste er sie nun für das, was sie getan hatte?
Sie ließ sich von Eleanora aufhelfen und in ihr Zimmer bringen. Dort würde sie sich in ihr Bett legen und darauf warten, dass sie sich beruhigte und dann zurückverwandelte.
Vielleicht noch einmal eine heiße Dusche...oder ins Musikzimmer...
Nur irgendwas zum Ablenken.