Das X-odus Forum befindet sich derzeit in einer Pause.
Für all Diejenigen, die ihre Charaktere bis zum Wiederbeginn
nicht ruhen lassen wollen, empfiehlt die SL euch
diese Seite.
Wir wünschen unseren fleissigen Usern viel Spass
auf der neuen Plattform und hoffen
euch alle in alter Frische und mit dem gleichen Elan
bald auch wieder an dieser Stelle begrüssen zu können.
Trotz der mehr als turbulenten Nacht und des gestrigen Tages saß war sie pünktlich am Arbeitsplatz.
Die schwarze Kleidung stellte das einzigste sichtbare Zeichen ihrer Trauer dar und so begann sie die Morgenroutine, die etwas tröstliches hatte.
Der Kaffee lief durch, die Fenster waren offen zum Lüften und sie machte die Mappe für den Schulleiter fertig. Nur kam sie heute nicht so richtig vorwärts.
Nach dem kurzen Besuch in der Küche war sie nach Hause gefahren. Der Kratzer, der sich über die ganze Längsseite ihres Autos zog brachte bei ihr nur ein Schulterzucken hervor. Sie würde Mr Knight fragen, ob er was tun konnte.
Sie war ins Haus geschlichen wie ein Dieb, ein Bad hatte das Blut abgewaschen und die Gedanken zurück gebracht.
Einige Stunden Schlaf waren zwar nicht optimal aber besser als nichts.
Und so war sie wieder da, flüchtete sich in die Routine des Tages. Und heute nach dem Unterricht würde sie mit den Kindern Plätzchen backen oder auch allein, wenn keiner Lust hatte. Die Zutaten lagen im Auto und die Rezepte waren in ihrer Tasche.
Der Tag konnte beginnen, musste er aber nicht.
Interner Telefonleitungen sei Dank, hatte die gute Eleanora nach ihrer Rückkehr eine kurze Erklärung auf dem Stapel des Eingangsbereiches ihres Faxgerätes liegen. Jean hatte eine kurze Einschätzung über den Zustand des Jungen Ragnar zusammengestellt und den Vermerk gemacht, dass er einige Tage außer Gefecht sein würde.
Als kurzer Vermerk unter ihrer Unterschrift stand die ironische Bemerkung, die sich darauf bezog, wie wundervoll doch der Einstieg des Jungen in den normalen Schulalltag gewesen war. Außerdem sollte sie, falls Scott sich bei ihr erkundigen würde, noch ausrichten, dass jemand für sie den Unterricht übernehmen sollte, weil sie in dieser Phase den Jungen nicht allein lassen wollte.
"Ja Frau Doktor, mir wäre ein anderer Einstieg auch lieber gewesen aber gegen Misstrauen zu kämpfen war schon immer ein schwerer Kampf." murmelte sie leise.
Dann setzte sie sich ans Telefon um dem gesetzlichen Vormund von Sophie zu erzählen, dass sie über die Feiertage in der Schule bleiben wollte.
Nach einem doch sehr hitzigen Telefonat knallte sie den Hörer auf und schimpfte wie ein Rohrspatz auf diesen Ignoranten.
" So ein dämlicher Idiot... soll er doch froh sein, dass sie hier bleiben möchte, wo es ihr gefällt. Der hat keine Ahnung, sicher so ein Schreibtischidiot, der nur sein Geld nimmt und nichts für die Kinder empfindet. Dämlicher Sack"
Erstmal tief Luft holen und dann einen Schluck Tee... ok, langsam wurde sie wieder ruhiger. Irgendwann würde sie mal mit Sophie über diesen Trottel reden.
Wenn man vom Teufel spricht...
Nach einem vorsichtigen Anklopfen an der Tür wurde jene geöffnet. Ein langer Rotschopf schob sich vorsichtig durch den Türrahmen, graublaue Augen huschten von rechts nach links um dann auf Eleanora hängen zu bleiben. Gott, die hatte aber auch schon bessere Tage gesehen... Aber kein Wunder nach dem Ärger der letzten Zeit.
Allmählich war sie die dauernden Versicherungen der Lehrer und des restlichen Teams leid, wie sicher sie hier doch seien - Denn das war nach ihrem Empfinden eine schlichte Lüge. Trotzdem, es war tausendmal besser, als das Heim vorher...
Sophie versuchte dennoch ein Lächeln, um Ele etwas aufzumuntern und schob sich ins Vorzimmer, dicht gefolgt von...
Tja, dicht gefolgt von einem Anstanzwauwau? Äh, nein. Mark hatte sich ja eigendlich dazu bereitgeklärt, Sophie zu begleiten um ein wenig moralischen Beistand und eventuellen Trost zu spenden. (Man konnte ja irgendwie nie wissen, was jetzt eigendlich passierte.) Aber nachdem Sophie ihm von ihren Sorgen berichtet hatte war er irgendwie... naja, beunruhigt, dass Ele vielleicht doch schlechte Nachrichten irgendwo offerieren könnte, wenn sie sie auf das Thema ansprachen. (Zumal sie über all dem hinaus auch noch verhältnissmässig spät dran waren mit der Anfrage, ob man da etwas reißen könnte.)
Marks Hand hob sich jedenfalls kurz nachdem er durch die Tür geschlichen kam und drückte Sophies Schulter nochmal beruhigend. Irgendwie war eine förmliche Anspannung im Raum spürbar... und dabei war er fast schon am überlegen gewesen, ob er Ele auch noch mit einem eigenen, kleinen Problem belästigen könnte. Aber das war in dem Fall eindeutig nebensächlich, sekundär und im Vergleich zu Sophies Problem einfach nur... bedeutungslos!
Kurz dachte Mark noch einmal über das nach, was Sophie ihm alles an Bildern gezeigt hatte an diesem speziellen Morgen. Ein kurzer Blick glitt durch den Raum und... hmm, irgendwie hatte Mark schon das Gefühl, das er etwas verpast haben mochte. In Schwarz hatte er Ele, seiner Erinnerung nach zumindest noch nie gesehen. Hies das jetzt noch schlechterer Zeitpunkt, oder was?
"Hi.", meinte er noch kurz, strich sich anschließend die Haare aus dem Gesicht und sah Ele fragen an, "Könne wir eben kurz stören?"
Langsam wurde es ihr unheimlich. Erst ihr Boss, der sofort erschien wenn sie ihn brauchte und nun Sophie, wo sie gerade mit dem Idioten von Vormund geprochen hatte.
"und eigentlich erscheint ihr aufs Stichwort. Zumindest Sophie. Du bist eine angenehme Zugabe Mark. Allzuoft hab ich dich ja hier noch nicht gesehen." sie lächelte beiden zu.
"Setzen wir uns doch. und dann erzählt ihr mir, was euch auf der Seele liegt." Ele ging um den Schreibtisch herum und setzte sich auf einen Stuhl, der in Sitzgruppe vor dem Schreibtisch stand.
Marks Augenbraue ging bei der Aussage ovn wegen Beiwerk und dergleichen kurz in die Höhe: "Das klingt jetzt fast so als hätte ich was angestellt, von dem noch nicht mal ich etwas weis." Meinte er deshalb kurz ironisch im Anschluss, um überhaupt etwas gesagt zu haben. Aber gut, eigendlich war ja Sophie hier der Hauptgrund, und nicht er.
Noch einmal lag kurz die Hand beruhigend drückend auf Sophies Schulter. Wird schon schiefgehen, keine sorge. Oder was auch immer das jetzt zu bedeuten hatte. Es sollte lediglich nervösität über die Lage nehmen, bei wem auch immer.
"Naja, und um Sophie gehts im Moment wohl auch eher.", die andere Hand hatte sich mal wieder in die langen Haare des Jungen verirrt. Ob das jetzt seinerseits ein Zeichen von nervosität war oder nicht... man würde sehen. Langsam shcllich sich jetzt auch Mark zur Sitzecke rüber, auf dei Ele zugesteuert war und lies sich einfach in einen der Sessel fallen. Fragend warf er noch mal einen Blick zu Sophie hinüber. Sollte er anfangen, oder wollte sie noch mal das ganze versuchen?
Sophies Blick zu Mark war eher bittend, mit einer Hand bedeutete sie ihm, dass es ihr lieber wäre, er würde erzählen, auch wenn sie eine Braue hob, als er sagte, es ginge nur um sie...
Dann lächelte sie Ele freundlich zu und...
Schickte ihr ein Bild, das Mark in einer Herkules-Pose mit gradezu grotesk heldenhaft gereckter Faust zeigte...
Was sie sagen wollte, war eindeutig... Er versuchte viel zu oft, stärker zu sein als es gut für ihn war... Aber der einhergehende Blick bedeutete ihr auch, bitte keinen Kommentar zu diesem Bild abzugeben... Sie wollte Mark nicht blosstellen.
Also gut. Er war demnach nicht nur begleitende moralische Stütze, sondern auch Sprachrohr. Und da er ja keinerlei Gedanken lesen konnte, war ihm auch in keinster Weise bewußt, das hinter seinem Rücken auch noch über ihn getuschelt wurde. Tsst.
Also, Mark lehnte im Sessel nach vorn, die Arme auf die Beine gelehnt, die Hände ineinander verschrängt. "Ähm, naja. Sophie meinte vor kurzem mal zu mir, dass sie den Gedanken nicht mag, über die Weihnachtsferien zurück zu müssen. Scheinbar gibt es da das eine oder andere Paragraphenproblem. Von daher wollten wir nachmachen ob du vielleicht noch den Versuch machen könntest dort kurzfristig was auszuhandeln."
O.K., das war jetzt die Kurzfassung, aber eine andere Alternative fiehl ihm gerade nicht so direkt ein. Zumindest nicht, ohne unnötig viele andere Worte zu verwenden.
"na da schau her, vor nicht ganz 10min hab ich mit dem zuständigen Sozialarbeiter gesprochen. Der ist zu dumm, einen Sack Türklinken zu transportieren. Aber egal, auf jeden Fall kannst du über die Ferientage hier bleiben."
Sie verschwieg allerdings, dass der Idiot einen Bericht über ihre Entwicklung haben wollte. Na, der würde einen Bericht bekommen, der sich gewaschen hatte.
Es war selten, dass Ele ihre gute Erziehung vergaß, aber bei solchen Schwachköpfen konnte das schon mal vorkommen und zum Glück hatte sie keiner fluchen hören.