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Nein, sie konnte nicht gerade sagen, dass sie den Laden indem sie zurzeit ihr tägliches Brot verdiente sonderlich mochte, allerdings war sie kaum in der Lage wählerisch zu sein. Allzu lang war sie ohnehin noch nicht in Inverness und von der angepriesenen wilden Romantik dieser Region hatte sie hier in der Young-Street noch nicht soviel mitbekommen. Dabei musste sie eigentlich froh sein, dass sie so schnell einen Job gefunden hatte mit dem sie sich hier über Wasser halten konnte und immerhin ein kleines Zimmer finanzieren könnte. Millionärin würde sie bestimmt nicht, aber verhungern würde sie auch nicht.
Der Laden indem sie ihre Tage verbrachte war nicht gerade das was man ein Schmuckstück nannte, dadurch dass das Ladenlokal über Eck ging war es unauffällig und nicht gerade einladend. Von Außen zumindest machte der An- und Verkaufladen von Musikartikeln nicht gerade viel her. Er war allerdings beinahe so etwas wie ein Insidertyp für Platten und Cds- Raritäten. Sogar ein paar gebrauchte Musikinstrumente nannte das „notice“ sein Eigen. Wer hier her kam, kam in erster Linie um zu stöbern und ein paar unbekannte Szenemusiker würden sich unter Garantie auch ab und an mal hier her verirren.
Vielleicht war der Laden gar nicht so schlecht wie Slades Laune, aber im Moment fehlte ihr die Objektivität das zu Beurteilen. Larry, der Besitzer des Ganzen war ein Mann der froh sein konnte zu leben. So sah es jedenfalls Slade. In ihren Augen war er weder besonders clever noch besonders geschäftstüchtig, aber irgendwas musste der Mann ja an sich haben, dass er es nun schon fünf Jahre lang schaffte von diesem Laden zu leben. Slade fand ihn abstoßend, mit seinen langen, fettigen Haaren und seiner schwarzen –vom waschen schon längst ausgebleichten- Kleidung. Allerdings hatte sie niemals zuvor einen Menschen getroffen der sich mehr mit Musikveröffentlichungen auskannte als Larry.
Wie es zu erwarten gewesen war, war Slade nicht die einzige Mitarbeiterin. Ihr Arbeitskollege war Patrick. Patrick der aussah wie ein Gorilla mit seinen viel zu langen Armen. Slade schätzte ihn nicht älter als 26 doch die Haare die ihm bereits auf dem Kopf fehlten wucherten ihm aus sämtlichen Körperöffnungen die sie zu sehen bekam. Ob sie ihren Job mochte? Nicht sonderlich, da gerade Patrick –der seit Eröffnung des Geschäfts hier arbeitete- um seine Stellung bei seinem Chef fürchtete. Warum dem so war konnte Slade nicht begreifen, gab es hier etwa eine Verkäuferhierarchie und sie hatte sie nicht mitbekommen?
Sie war bestimmt nicht hier um Streit zu provozieren, aber die gesamten drei Wochen in denen sie nun hier war, ließ Patrick kaum einen Moment aus um sie zu ärgern. Sich auf sein geistiges Niveau zu begeben war einfach unter Slades Würde, so dass sie versuchte ihn durchgehend zu ignorieren, nur ließ sich diese Verhaltensweise nicht gerade gut mit ihrem Temperament vereinbaren.
Erst vor wenigen Minuten hatte ein Händler einen ganzen Karton voller Schallplatten an Larry verkauft die man beim aussortieren auf einem Dachboden gefunden hatte. Für Larry war es ein gutes Geschäft gewesen und Slade stöberte selbst einfach gern in den alten Beatles, Jerry Lee Lewis und Ricky Nelson Platten. Vielleicht würde sie sich heute sogar selbst einige Scheiben gönnen.
Es war ja beinahe abzusehen gewesen das Patrick gleich herbei stampfte und seltsame Geräusche ausstieß die Slade als Worte interpretierte. Was dieser Affe versuchte ihr zu sagen war ihr nicht ganz klar, sie ging nur in Deckung weil er beim Schreien spuckte. Wie gern sie ihn einfach mal kräftig in die Klöten getreten hätte. Doch als das Glöckchen an der Ladentür baumelte könnte das ihre Rettung vom Mann ohne Hirn bedeuten….
Das klingeln der Türe begleitete das eintreten eines Mädchens mit einem Gesicht, das ob der hellen Haut ein wenig an eine Porzellanpuppe erinnerte und kühlen eisblauen Augen, die sich sofort wach im Raum umsahen als sie ihn betreten hatte. Umrahmt wurde das Gesicht von blonden langen locken, die sie Heute offen trug. Es war draußen nicht mehr gar zu bitter kalt. Keiner machte sich eine Vorstellung davon wie froh Brooke darüber war das es wärmer wurde. Trotzdem jedoch war das Geschöpf, das sich im Laden umschaute ziemlich dick eingepackt. Man sah nur etwas wie eine Schwarze, extrem eng anliegenden Lederhose, dazu einen dicken schwarzen Pullover in Schwarz und eine schwarzer Jacke mit Kapuze. Dazu trug sie wie immer ihre Handschuhe. Wie alt mochte man sie schätzen? Vielleicht 15 oder 16? Auf jeden Fall war sie noch blutjung. Ihre Aura war kühl und ihr Gesicht zeigte kaum eine offensichtliche Gefühlsregung.
War es nur Einbildung oder spürte man das sich mit ihrem eintreten die Temperatur im Raum um ein oder zwei Grad gesenkt hatte? Nein, es musste eigentlich Einbildung sein. Traumwandlerisch begann sie den Laden zu durchstreifen und sich hier und da etwas anzuschauen. Als Musikjunkie hatte sie letztens irgendwo aufgeschnappt, dass der Laden hier ein Geheimtipp sein sollte. Das äußerer hatte sie keineswegs abgeschreckt. Wieso auch? Sie hatte zu viel gesehen um auf den schein etwas zu geben und sie wuste was für tolle Fundgruben solche Läden sein konnten.
Einige der CDs wurden genauer in Augenschein genommen, mehrere Platten ganz genau betrachtet bis sie vor den Musikinstrumenten stehen blieb. Die Auswahl an CDs und Platten war schon nicht übel gewesen und es hatte sie in den Finger gejuckt, in alte Muster zu verfallen und einfach… mitzunehmen… was sie begehrte, aber die Instrumente fesselten sie noch mehr. Wie sehr sich auch eines wünschte das sie ganz allein ihr eigen nennen konnte. Die Instrumente im Musikraum des Instituts waren schön und gut aber eben nicht ihre sondern allgemeingut. Fast schon zärtlich strich sie über das Holz einer gebrauchten Geige die in einer Ecke stand. Wenn sie nur mehr Geld hätte… Dieses Fundstück hier schien, nach allem was sie sehen konnte, noch recht gut in Schuss zu sein und taugte längst noch um darauf gut spielen und üben zu können. Zumindest bis sie sich mal eine Stradivari leisten konnte. Ja klar Zog sie ihr Verstand auf Als ob es jemals dazu kommen wird… Sie suchte nach einem Preisschild, fand aber keins. Sollte sie also Fragen? Musste sie wohl oder übel wenn sie wissen wollte was für das Instrument verlang wurde.
Wohl oder übel riss sie sich von der Geige los und schlug den Weg in Richtung des Mädels ein, das hier anscheinend arbeitete. So viel älter als sie schien sie nicht zu sein und sie war Brooke allemal sympathischer als der andere Kerl, mit dem sie eben so diskutiert hatte. Ihre glockenhelle und sehr angenehme Stimme erklang als sie in kühlem Tonfall fragte „Haste mal kurz nen Moment?“ Abwartend sah sie ihr Gegenüber an wobei sie sich eine Strähne ihrer langen Haare aus dem Gesicht strich. Waren die manchmal nervig. Sie hätte sie doch zusammenfassen sollen bevor sie in die Stadt gefahren war.
Wenn es hier einen Schönheitspreis für das hübscheste Mädchen im Laden geben würde, dann hätte Slade definitiv verloren. In ihren weiten Hosen und dem ausgebeulten Kapuzenpulli machte sie einen sehr rabiaten Eindruck. Die halblangen Haare hatte sie ohnehin streng aus dem Gesicht gebunden. Slade war klein, schon fast zierlich und schon immer mehr Mädchen als Junge gewesen. In der Grundschule hatte man sie deswegen auch oft herum geschubst und geglaubt Slade hänseln oder aufziehen zu können. Slade hatte ihren verehrten Mitschülern dann schon bald beigebracht das sie sich nicht scheute ihren Verstand zu benutzen und gerade Jungs –oder nun Männern- gegenüber verhielt sie sich aufmüpfig und pöpelig. Es wäre vielleicht am cleversten gewesen sich mit Männern die sie um vier Köpfe überragten und doppelt so breit waren wie sie nicht unbedingt anlegte. Slade tat genau das Gegenteil und das hatte Zuhause immerhin bewirkt, dass man sie unter lauter Männern und Jungen respektierte und sich vor ihrer „Linken“ in Acht nahm.
Patrick hatte das nur noch nicht ganz verstanden und war kaum das die Glocke ertönt war herum gewirbelt um Brooke zu bedienen. Slade hätte den Konkurrenzkampf untereinander verstanden wenn es Provisionen bei jedem verkauften Stück geben würde. Tat es aber nicht. Zähneknirschend, dass es schon ein Wunder war, dass Slade sich nicht den ganzen Zahnschmelz fort knirschte überließ sie Patrick seinen Willen. Der Klügere gibt schließlich nach und in Anbetracht von Patrick würde sie wohl bald für den Nobelpreis nominiert. Patrick versuchte auch gleich seinen nicht vorhandenen Charme bei Brooke spielen zu lassen und redete sie wenig fantasievoll mit einem. „Na meine Schöne. Wie kann ich dir denn helfen?“ an.
Slade verdrehte die Augen bis zum Himmel und warf einen Blick über ihre Schulter wo sie Larry gerade in die Lagerräume verschwinden sah. Vorbei war es mit ihren gefassten, guten Vorsätzen. In nur wenigen Schritten war sie bei Patrick und Brooke und hatte offen gesagt nicht sonderlich viel Augenmerk für die Hübsche. Ihre Chance nutzend rammte sie den verblüfften Patrick ihren Ellenbogen in die Nierengegend was ihn aufheulen ließ wie ein Mädchen. Alle Schikanen und Sticheleien nachtragend, die Patrick ihr in den letzen Wochen hatte angedeihen lassen, riss sie an seinen Haaren seinen Hinterkopf zurück was ihn bemitleidenswert wimmern ließ. „Höre zu du Gehirntoter. Wenn du dich mir gegenüber noch einmal unkorrekt und nicht kollegial verhältst trete ich dir so dermaßen in den Arsch, dass du meine Fußnägel kauen kannst. Haben wir uns verstanden?“ Das Slade diese Nummer abziehen musste als Brooke in der Nähe war, tat ihr beinahe Leid, aber es war die einzige Chance Patrick mitzuteilen, dass er so nicht mit ihr umspringen durfte. Wie Slade es schon vermutet hatte ruderte Patrick mit den Armen und stammelte irgendetwas vor sich hin, dass Slade ohnehin nicht interessierte. Sie ließ ihn los und mit einem gedemütigten Blick blinzelte er in Richtung Brooke und stolzierte dann mit seinem letzten bisschen Würde in den hinteren Teil des Ladens.
„Du wolltest die Geige sehen?“ Sprach sie Brooke schließlich an und grinste sympathisch.
Brooke warf Patrick einen Blick zu der ganz eindeutig Fragte wer ihn denn bitteschön angesprochen hatte. Er war ihr nun wirklich zu eklig und unter ihrem Niveau. Da konnte er sich noch so sehr anstrengen und seinen vermeintlichen Charme spielen zu lassen es würde ihn keinen Schritt weiter bringen.
Die Luft um sie begann noch einmal um zwei grad kälter zu werden. Sie lächelte ihn liebenswürdig an und sagte mit ihrer freundlichsten engelsgleich klingenden Stimme „Süßer, nenn mich noch einmal deine Schöne und du brauchst wen der DIR hilft. Ich steh nicht drauf wenn man versucht sich mit Gewalt bei mir einzuschleimen und landen kannst du bei mir schon zehn Mal nich…“ Das lächeln auf ihren Lippen, das sich gezeigt hatte wandelte sich zu einem grinsen das dem verdutzten Kerl einen kalten Schauer über den Rücken jagte. Nein, sie war definitiv kein hübsches Püppchen sondern wusste wie man mit solchen Typen umsprang. Sie hatte schon schlimmeres erlebt.
Was dann zwischen ihm und dem Mädel das sie wegen der Geige hatte fragen wollen geschah betrachtete sie aufmerksam. Es brauchte ihr keineswegs Leid zu tun, dass Brooke diese Szene mit ansehen musste. Im Gegenteil. Sie bekam kostenlose Unterhaltung geboten und fand es amüsant wie der etwas empor gehobene rechte Mundwinkel anzeigte. Die ihr unbekannte hatte definitiv Durchsetzungsvermögen, etwas was Brooke sehr schätzte. Und sie ließ sich nichts gefallen. Auf eine gewisse art und weise waren dies durchaus Ähnlichkeiten zwischen ihnen.
Brooke zeigte keinerlei mitleid für diesen Volltrottel als der sich endlich verzog sondern wandte sich dem weiblichen wesen zu „Jap. Ganz genau“ Sie erwiderte das Grinsen denn irgendwie herrschte merkwürdiger Weise gleich ein gewisses Verständnis zwischen ihnen. Zumindest empfand Brooke das so. „Vor allem wollt ich wissn was ihr für das Stück haben wollt…“
Sie lies den Blick durch den Laden wandern und verharrte kurz mit ihrer Aufmerksamkeit dort, wo der Depp von eben verschwundne war „Mein Beileid wenn dein werter Kollege immer so is…“
„Er ist ein Typ den nur eine Mutter wirklich lieben kann.“ Und eigentlich tat er ihr fast schon wieder Leid. So ein unterbelichteter Kerl würde es nie zu etwas bringen und ganz bestimmt nicht zu einer Frau. Vielleicht stammte sein kleiner Spleen auch nur davon, dass er einfach nie Dates hatte? Slade konnte sich das vorstellen. Wobei sie auch nie Dates hatte und Gott behüte sie, auch gar nicht wollte.
Es stimmte schon, da war etwas zwischen Slade und dem blonden Mädchen. Vielleicht kam es ihnen so vor weil sie beide Mutanten waren und sie auf unerklärliche Weise einen Draht zueinander hatten? Slade neige den Kopf auf die Seite und betrachtete Brooke einen Augenblick, wobei sie sich durchaus gemustert fühlen durfte. Zudem blitzte etwas in Slades Augen auf, doch bis man erkennen konnte was es war hatte sie sich geschäftig umgedreht und winkte Brooke mit sich.
„150 Piepen.“ Und genau das war ein absolutes Schnäppchen. Da Slade verhältnismäßig klein war musste sie sich strecken um die Geige vom Haken abzunehmen auf dem sie ausgestellt war. Rasch hatte Slade den passenden Bogen dazu gefunden, den sie an anderer Stelle aufbewahrten und wie man es wohl kaum für möglich gehalten hatte, nahm Slade die Geige auf dem Arm und schwebte mit dem Bogen über die Seiten um Brooke einen Eindruck von dem Instrument zu verschaffen. Eine qualitativ hochwertige Geige klang auf jeden Fall anders, aber deswegen musste sie ja nicht schlecht sein. „Das Theater hat sie uns verkauft.“ Keine Ahnung warum Slade in diesem Laden arbeitete, aber das verkaufen an sich schien nicht zu ihren größten Stärker zu gehören so schnodderig wie sie antwortete. Auffordernd hielt sie Brooke die Geige und den Bogen hin.
Er brauchte noch einige Dinge wie Notenpapier, Bleistifte und einige Hefte, wobei er das meiste schon gefunden hatte und eigentlich schon wieder auf dem Rückweg war. Dass er seine Aufmerksamkeit letztlich doch auf diesen Laden gelenkt hatte, resultierte lediglich aus der Tatsache heraus, dass es hier sonst in der Gegend eher weniger Läden gab. Er war hier noch nie gewesen, weil er meist in der Innenstadt alles fand, das er brauchte, doch war seine Neugierde geweckt, sich das mal etwas näher anzusehen. Also kündigte das Glöckchen an der Ladentür einen weiteren Kunden an, als Caleb in den Laden kam und sich gleich einen Weg zu den alten Platten bahnte. Erfahrungsgemäß fand man auf Flohmärkten und in Musikläden außerhalb der Touristenzentren die besten Dinge, wenn man nur die Augen richtig offenhielt.
Er wühlte sich eine Weile durch das Angebot, fand diesmal aber nicht unbedingt das, was ihn interessiert hätte, so dass er allmählich weiter wanderte und den Blick schweifen ließ. Der Laden war nicht groß, aber man konnte ihn aufgrund der Architektur auch nicht gänzlich einsehen, so dass Caleb Brooke erst sehr viel später bemerkte. Einen Moment war er sich nicht ganz sicher, ob er hingehen und Hallo sagen sollte, aber schließlich sprach nichts dagegen, auch wenn er sie im Unterricht ja oft genug sah. Außerhalb diesen sprachen sie aber nicht allzu oft miteinander, selbst wenn er sich schon immer mal für das Weihnachtsgeschenk hatte bedanken wollen. Irgendwann stand er dann doch neben ihr und warf einen Blick auf die Geige, die Slade ihr zeigte. Mit solchen Instrumenten kannte er sich nicht ganz so gut aus, aber er hatte auch nicht gewusst, dass Brooke...
"...du spielst Geige?"
Er musste leicht schmunzeln. Nein, nicht weil er sich über sie lustig machte, sondern weil er da schon so eine Idee hatte. Im Übrigen gab es keinen Schulchor, den es eigentlich in jedem Internat gab! Vielleicht sollte er das irgendwann mal vorschlagen, denn auch wenn er nicht die beste Stimme hatte, so wusste er, dass einige Mädchen im Institut sie durchaus hatten. Brooke gehörte ebenfalls zu ihnen.
"Hi", meinte er etwas verspätet, schenkte dafür aber sowohl Brooke wie auch Slade einen Blick und lächelte kurz. Wie war Brooke eigentlich nach Inverness gekommen? Wenn Mr. Knight sie gefahren hatte, würde er sich ihr für die Rückfahrt einfach anschließen. Ansonsten konnten sie ja zusammen mit dem Bus zurückfahren. Wenn sie das wollte.
Der Kommentar entlockte Brooke ein leises Lachen. Der war gut. Und so wahr. Wer außer seiner Mama würde den auch nur mit der Kneifzange anfassen. Sie konnte einen weiteren Kommentar nicht zurückhalten “Diese Mama tut mir total leid” Dann allerdings war er ihr schnell nicht mehr interessant genug um überhaupt einen Gedanken an ihn zu verschwenden.
Brooke interessierte vielmehr, wie diese Mädel sie anblickte. So merkwürdig. Sie erwiderte den blick wobei sich eine Augenbraue hob und die Stirn sich kurz in Falten legte “Hab ich irgend etwas auf der Nase?” Wenn dann wollte sie es schon gerne wissen. Wenn nicht wäre sie sehr verbunden nicht so angesehen zu werden. Danke. Dann war es auch schon vorbei und sie konnte der Verkäuferin, die sich so wenig um die üblichen Verkaufsstrategien scherte, zur Geige folgen, welche bald wieder ihre Aufmerksamkeit in Beschlag genommen hatte. 150 Piepen. Für eine Geige nicht all zu teuer aber ne Menge Holz für jemanden wie sie. Sie hatte ja so gut wie nie wirklich Geld über. Sie würde also noch einige Zeit sparen müssen…
Eine Theatergeige. Brooke nickte als sie die Information erhielt und zeigte so an das sie es zur Kenntnis nahm. Neugierig was sie wohl selber der Geige für Töne zu entlocken vermochte nahm sie die Geige entgegen. Sie zögerte. Sie würde besser spielen können wenn sie den Handschuh auszog aber sie würde dann auch riskieren das sich die geige ohne das sie es wollte in eis verwandelte… Whatever, sie würde das einfach als Test sehen wie gut sie sich im Griff hatte. Sie zog einen Der Handschuhe von Zihrer Schlanken hand und steckte ihn in die offene Seitentasche ihrer Jacke so das nur noch ein Zipfel des Stoffes heraus schaute. Die Geige und den Bogen hatte sie solang noch einmal abgelegt. Sich konzentrierend ergriff sie das Instrument wieder, legte es an und begann ein paar Töne zu spielen, den Anfang eines der ersten Lieder die sie in der Violinenstunde gelernt hatten.
Kaum hatte sie jene Tön gespielt als Ablenkung nahte die sie veranlasste zu unterbrechen. Na schau mal einer guck. Das war doch Caleb. Brooke war schon ein großes Mädchen und ganz allein mit dem Bus gefahren. Das konnte sie nämlich schon. Daher wusste sie gar nicht, das auch noch jemand anderes aus dem Institut sich auf den Weg in die Stadt gemacht hatte. Kurzzeitig war sie also ein wenig erstaunt ihn zu sehen, was man ihr auch ansah. Dann bekam er sogar ein Andeutung eines Lächelns. Er war auch keiner von denen der sich nicht mit Begrüßungsfloskeln aufhielt. Der zerstreute Künstler eben. So kannte und liebte oder hasste man ihn. “Hey Caleb”
Die Frage ob sie Geige spielte wunderte sie dann doch etwas. Atte er noch nichts von der AG gehört? Und das als Musikfreak? Sie musste Grinsen “Ja, ich spiele Geige. Noch nicht lange aber ich spiel. Noch nicht gewusst? Es gibt da so eine AG…” War das ein Zwinkern oder hatte Caleb sich da gerade getäuscht? “Is es so abwegig?” Wollte sie dann doch noch wissen. Ihre Eisblauen und immer etwas kühlen Augen sahen ihn Fragend an.
Slade verzog den Mund zu einer Schnute, der seltsam weich für einen Menschen von ihrer Sorte aussah. Keine Sorge, sie wollte Brooke nicht zu nahe treten und selbst wenn wäre das hier nicht der richtige Ort und wenn würde Slade es viel geschickter anstellen und ganz bestimmt nicht so, dass sie Brooke vorher musterte und misstrauisch machte. Slade war alles andere als dumm und es war nicht schwer zu erraten, dass Brooke diese Geige haben wollte. „Wenn du mir was anzahlen kannst, kann ich dir die Geige eine Weile zurücklegen.“ Wobei für Brooke Ratenzahlungen vielleicht ganz geschickt wären. Das überlegte sich Slade gerade als der Junge dazu kam, den sie genauso kurz musterte wie Brooke zuvor.
“Ja, ich spiele Geige. Noch nicht lange aber ich spiel. Noch nicht gewusst? Es gibt da so eine AG…”
„Habt ihr eine Schülerband?“
Man sollte Brooke vielleicht bei Gelegenheit sagen, dass sie vorsichtig sein müsste mit dem was sie so von sich gab. Natürlich diese vier Sätze waren inhaltlich nicht wirklich interessant, aber sie konnten ein Teil eines Puzzles sein und Slade war eine Meisterin im zusammensetzen von Dingen, Teilen und vor allem Gerätschaften. Sie drehte sich halb zur Seite, ganz so als wäre sie höflich genug das Gespräch zwischen Caleb und Brooke nicht stören zu wollen. Allerdings war das absoluter Bullshit. Sie hielt sich nicht viel mit Höflichkeit auf und ob Caleb oder Brooke sich nun gestört fühlten war Slade scheißegal.
„Kann ich dir helfen?“ Fragte sie Caleb schließlich, weil das ja irgendwie zum Job gehörte und sah ihn auffordernd und einen Deut lang gereizt an.
Er grinste allerdings weiterhin. "Höchstens die Tatsache, dass wir am gleichen Tag in Inverness sind und uns da in einem Laden, der nicht wirklich auf dem Weg liegt, um die gleiche Uhrzeit treffen. Aber ansonsten finde ich gar nichts abwegig." Ein wenig komisch war es schon, aber daran erkannte man wohl die Leute, die keinen Musikladen links liegen lassen konnten und überall rein mussten, wo Musik stand. Ach ja, diese Geigen-AG... ehrlich gesagt hielt er sich selbst von allem, was irgendwie mit Musik in der Schule zutun hatte, fern. Er wollte es weder in einer AG lernen noch sonst irgendwie professionell betreiben. Oder sollte er sagen, nicht mehr?
Als es damals diesen Terroranschlag in der Royal Albert Hall gegeben hatte, war er dort gewesen. Er war sogar derjenige gewesen, der dort am Flügel gesessen hatte. Und er war auch derjenige, der seitdem eine Narbe an der Hand trug und sich geschworen hatte, nie wieder öffentlich zu spielen. Das hatte er - bis auf diesen einen Abend mit dem holländischen Sänger - auch nicht wieder getan. Und er würde nie wieder einen Kurs besuchen, der das Ziel hatte, sein Talent weiter auszubauen und es irgendwie zu nutzen. Es würde vergehen... irgendwann. Genauso wie die Erinnerung an jenen Tag in London.
"Die AG...", er nickte knapp. "Ich habe davon gehört. Und jetzt willst du dir eine Geige dafür kaufen?" Sein Blick schweifte einen Moment über das Instrument. Es war gewiss nicht billig, wobei ihm allerdings etwas anderes einfiel. "Ich habe vor, mir in den Sommerferien einen Ferienjob zu suchen. Vielleicht in irgendeinem Musikladen. So könntest du dir ebenfalls was verdienen und dir die Geige irgendwann kaufen." Caleb hielt inne, als Slade ihn ansprach. Auch sie musterte er einen Moment, schüttelte dann aber den Kopf: "Nein, danke... ich habe mich vorhin schon hier umgesehen. Außer, ihr habt noch einen Job im Sommer... einen oder auch zwei. Soweit ich weiß, gibt es keine Schülerband oder einen Internatschor - allerdings gehen wir auf die gleiche Schule, das ist richtig." Und da er Internat gesagt hatte, würde ihr wohl auch eingehen, dass es das Institut im Wald war.
Mit einem leichten Schmunzeln streckte er ihr die Hand hin.
"Ich bin Caleb."
Gut. Sie hatte also nichts auf der Nase. Sie hakte den Blick von eben dann einfach ab und machte sich keine allzu großen Gedanken mehr darum. Selber schaute sie bestimmt auch manchmal so komisch und verübeln konnte man ja nicht das man andere Personen die man kennen lernte musterte. Dennoch beschloss sie, etwas vorsichtig zu bleiben. Unvorsichtig zu sein konnte böse enden. Man wusste ja nie. Dabei hatte sie bei Slade kein allzu schlechtes Gefühl.
Das Angebot welches ihr unterbreitet wurde, anzuzahlen und die Geige dafür zurück gelegt zu bekommen klang verlockend. Ratenzahlung war für sie generell der einzige Weg, wie sie sich die Geige würde leisten können wies aussah. Daher fragte sie “Was würdest du den als Anzahlung haben wollen? “Wieviel?” Wenn sie das wusste würde sie mal weiter sehen. Vorher entschied sie gar nichts.
Ob sie eine Schülerband hatten? Brooke warf Caleb einen Blick zu. Er wusste doch das sie nicht unbedingt mehr als nötig über das Institut sagen durften? Man konnte außerhalb ja kaum jemanden trauen. Konnte man ja noch nicht einmal innerhalb der Mauern. Das sie schon viel zu viel gesagt hatte mit der Andeutung die AG betreffend ging ihr selber nämlich gerade auch auf. Sie selber winkte ab “Ne, wir haben keine Schülerband. Und selbst wenn wir eine hätten wäre das nich mein Ding…” Die Eisprinzessin war was Musik anging wenn dann ehr Solo aktiv.
An Caleb gewandt erwiderte sie “Ja, Zufälle gibt’s. Ich will ne Geige weil ich lieber auf meinem eigenen Instrument spiele als auf nem geliehenen. Sonst aus keinem Grund” Es war nicht für die AG sondern ganz allein für sie selber. Das war ein großer Unterschied. Brooke hatte aufgehorcht als Caleb von seinen Plänen erzählte. Einen Ferienjob wollte er? Blöd war die Idee ja nicht. Nur bei ihr gabs da so nen kleines Problem. Sie war noch minderjährig und ihre Möglichkeiten waren damit begrenzter als seine, da er älter war. Doch im stillen nahm sie sich vor, auch mal zu versuchen auf diese Art und Weise an Geld zu kommen. Früher hatte sie das ja gehandhabt aber das hatte sie ja schwören müssen nicht mehr zu tun um bleiben zu dürfen. Und in den Knast wollte sie auch wirklich nicht nochmal. Wenn sie wollte wäre sie da im null Komma nix da wieder draußen, keine Frage, aber dann müsste sie weg von hier. Das wollte sie nicht riskieren, denn es gab ein paar Dinge die sie hier hielten.
Aufmerksam hörte sie zu, was Caleb dem Mädel erzählte um ihn falls er sich verplappern sollte zu unterbrechen. War jedoch nicht nötig, das sie auf eine Schule gingen war ja nicht weiter ungewöhnlich, immerhin lebten sie in der gleichen Stadt. Auch das sie auf ein Internat gingen war noch nicht all zu verfänglicher. Sie schweig und machte noch keine anstallten, ebenfalls ihren Namen zu nenne. Wenn der wen interessierte musste schon gefragt werden. Erstmal war zuhören bildender denn vielleicht nannte ja das Mädel seinen Namen und der interessierte Brooke schon ein wenig.
Slade war keine besonders gute Schauspielerin, sie konnte sich zwar bis zu einem gewissen Grad verstellen, aber nur wenn es notwendig war. Ansonsten war Slade ein von Grund auf ehrlicher Mensch, brutal ehrlich um genau zu sein. Es war schon mehr als einmal vorgekommen, dass sie mit ihrer Meinung oder ihren Ansichten anderen Leuten zu Nahe getreten war, aber wenn man sie nach ihrer Meinung fragte, dann hielt sie damit auch nicht hinterm Berg und dann war es ihr egal was andere Leute von ihr denken mochten. Das hatte zwar alles nicht mit den Kunden –Brooke und Caleb- zutun, aber Slade grinste hintergründig als sie die Beiden ein weiteres Mal betrachtete und fuhr sich mit der Zungenspitze in den Mundwinkel.
„Soweit ich weiß, gibt es keine Schülerband oder einen Internatschor - allerdings gehen wir auf die gleiche Schule, das ist richtig."
Sie war nicht dumm und als die Stimmung so dermaßen abgekühlt war als Brooke den Laden betreten hatte ließ das nur eine Schlussfolgerung zu. Vor allem weil sie von dem Institut gehört hatte und es sogar weitläufig kannte. Wussten die Beiden was man über das Institut so redete? Das dort Mutantenkinder unterrichtet wurden und die Abgeschiedenheit der Schule war nur ein weiteres Indiz dafür.
Als Caleb ihr dann die Hand entgegen streckt um sie zu begrüßen hätte Slade beinahe laut gelacht. Wie war er denn bitte drauf? Machte er ihr gleich einen Diener? Aber irgendwie fand sie es auch nett, selbst wenn sie sich nicht mehr daran erinnern konnte wann ihr jemand das letzte Mal die Hand geschüttelt hatte und ein kleines bisschen durchgedreht war sie vermutlich auch, dass sie sich in Gedanken so lange mit dem Händeschütteln befassen konnte. Sie ergriff seine Hand und wenn er jemals jemanden erzählen würde, dass ihre Hände für ihr ruppiges Auftreten ziemlich weich und gepflegt waren würde sie ihm leider sein Nasenrücken ins Großhirn rammen müssen.
"Slade"
Besonders begeistert war sie natürlich nicht als Caleb nach einem Ferienjob fragte. Warum? Weil sie selbst noch nicht so lange hier arbeitete und fürchtete, dass man ihr den Job wieder nehmen konnte. „Was für ein Job soll es denn sein?“ Ihr war nämlich beinahe Zeitgleich etwas eingefallen und wenn es bedeutete dass sie die blöde Geige endlich verkaufte würde sie ein bisschen freundlich sein.
Brooke musste ihn ja für ganz schön bescheuert halten, oder? Wenn er gewusst hätte, was sie dachte und dass sie nur darauf hörte, was er sagte, damit sie im Notfall einschreiten konnte, hätte er wohl wirklich gelacht. Jeder wusste, dass es dort oben eine Schule - ein Internat für hochbegabte Schüler - gab, in was sie auch immer begabt waren. Es gab keinen Grund, dies zu verheimlichen. Und alles andere würde er gewiss nicht ausplaudern, nur weil er der Einzige auf dieser Schule war, der kein Mutant war. Vielleicht war es auch ganz gut, wenn es einige Schüler mehr gab, die keine Mutanten waren, so würde die Aufmerksamkeit nicht auf die Mutanten gelenkt, denen man ihre Mutation ansah oder anmerkte... wie zum Beispiels Brookes 'kühle Art'.
Wenn Brooke 16 Jahre alt war, würde sie wohl keine großen Probleme haben, einen Ferienjob zu finden - für ein paar Wochen konnte man in Inverness immer wieder mal arbeiten. Jedenfalls hatte Caleb diese Erfahrung schon gemacht, da er hin und wieder an einigen Samstagen gearbeitet hatte.
Gut, sie waren hier in Schottland, vielleicht grinste man sich da einfach nur etwas bescheuert an, aber in England gab man sich noch die Hand. So hatte er es jedenfalls gelernt - mochte vielleicht etwas spießig unter Jugendlichen sein, aber ein Junge, der Polo spielte, gab anderen Leuten eben auch die Hand. Allerdings grinste er nun auch einen Moment. "Slade", wiederholte er, als wollte er sich vergewissern, ob das auch wirklich ihr Name war. War schon ein wenig seltsam, oder? Dafür bemerkte er immerhin, dass Brooke sich nicht vorstellen wollte, so dass er ihr dies auch nicht abnahm.
"Keine Ahnung, wenn es nicht gerade von morgens bis abends Kisten sind, die rein und raus geschleppt werden müssen, mach ich fast alles. Vielleicht kennst du auch jemanden, der noch Leute sucht." Ansonsten würde er einfach mal in der City nach etwas Ausschau halten. Und wenn Brooke wollte, konnten sie sich auch zusammen umsehen.
„S-L-A-D-E.“ Caleb und Brooke würden nicht zum letzten Mal mitbekommen, dass Slade ein wenig spitzzüngig sein konnte, doch Caleb sollte es nicht falsch verstehen als er ihren Namen wiederholte als könnte er nicht glauben, dass sie so genannt wurde und sie ihren Namen für ihn buchstabierte. Sie meinte es nicht böse, zumindest jetzt nicht, wenn sie wirklich ihre fiese Hose anhatte würden Brooke und Caleb das schnell merken. So grinste sie einfach nur ziemlich verschlagen als könnte sie kein Wässerchen trüben und blickte Caleb unverfroren in die Augen. Sie wollte ja nichts sagen aber konnte es sein, dass in seiner Verwandtschaft irgendwelche Rehe gab? Wie war denn sein Zweitname? Bambi? Nur weil sie diese fucking Geige verkaufen wollte konnte sie sich zurück halten ihm zu versichern, dass sie ihn nicht erschießen würde. Sie war schließlich keine Jägerin. Nur manchmal.
Sie war nun hinter die Ladentheke getreten und hatte vorausgesetzt das Caleb und Brooke ihr folgen würden. Da sie nicht sonderlich groß war, sah es schon seltsam aus wie sie hinter der Theke stand, fast als wäre sie noch ein Kind. Sie kramte geschäftig in den Geschäftsbüchern herum und fand einen Packen bunter Flyer von verschiedenen Musikern die diese hier hinterließen um für ihre Auftritte zu werben. Es verstand sich von selbst, dass diese Musiker nicht wirklich berühmt waren, ein Teil von den Leuten die hier ein und aus gingen konnten von der Musik allein noch nicht mal leben. Doch Brooke und Caleb wären überrascht wie groß die Musikszene in Inverness eigentlich war. Sie erklärte was ihr durch den Kopf gegangen war.
„Ein Teil dieser Musiker heuern oftmals Larry an damit er ihnen hilft die Instrumente und Ausrüstung von Auftritt zu Auftritt zu schleppen. Die Arbeit ist zwar ein bisschen anstrengend, aber ihr sehr ja beide nicht aus als würdet ihr gleich vom Fleisch fallen.“ Na gut, sahen sie doch, aber Slade sah auch nicht wirklich kräftig aus und war es doch. „Ich könnte mal bei einigen Bands anfragen ob sie weitere Hilfe brauchen.“ Das bedeutete für sie viele Telefongespräche und auch einiges an Aufwand. Sie konnte nur hoffen Caleb und Brooke würden sich irgendwann auch mal als nützlich für sie erweisen.
Slade. Ein ungewöhnlicher Name wie Brooke fand Klang ehr nach einem Spitznamen oder dergleichen. Aber dies war ja ein freies Land und das Mädel dort konnte sich nennen wie sie wollte. Ice würde sich hüten dazu etwas zu sagen.
Der Konversation folgte sie stumm aber dennoch nicht unaufmerksam. Zusammen mit den beiden anderen ging sie in Richtung Verkaufstresen und legte dort die Geige und den Bogen ab, natürlich nicht ohne vorher noch einen beinahe liebevollen Blick auf das Instrument zu werfen. Sie würde diese Geige noch bekommen, dieser Entschluss reifte in ihr und ihre Gedanken waren immer entschiedener was dieses Thema anging. Auf ihre Frage, wie viel sie anzahlen sollte hatte sie noch keine antwort. Brooke nahm an, weil Slade und Caleb ja gerade miteinander beschäftigt waren. Tja, sie würde gleich eben noch mal fragen. Sie bekam schon heraus was sie wissen musste und hatte keine Eile.
Finanzieren würde sie sich die Geige aber vermutlich nicht auf die Art und Weise die slade gerade vorschlug. Kisten schleppen war nicht unbedingt was für sie. Falls Caleb das also tun wollte würde sie ihm nicht in die quere kommen. Ihr kam da sogar schon so eine Idee… Mal sehen ob sich das umsetzen lies.
In der Zwischenzeit sah sie sich noch einmal die CDs an, die ganz in der Nähe von ihr zu finden waren. Noch während sie die titel schon einmal überflog zog sie sich ihre Handschuhe wieder an. Sicher war sicher. Erst als dies geschehen war nahm sie eine CD heraus um sich die Trackliste auf der Rückseite anzuschauen. Wow. Da waren ja ein paar Lieder drauf die sie schon länger suchte. Und diese Cd hatte sie eben glatt übersehen als sie sich umgeschaut hatte. Es juckte sie wieder in den Fingern, die CD einfach einzustecken aber sie ging brav damit zu den anderen beiden zurück.
“Ich bin Brooke by the way” Tat sie jetzt doch noch kund um hinzu zu fügen “Meine Entscheidung ist gefallen. Die CD hier nehm ich mit und ich will die Geige anzahlen, allerdings hab ich nicht viel was ich anzahlen kann…” Eine kleine Pause entstand bevor sie beiläufig auch noch anmerkte “Und thanx für den Tipp”
Mochte ja sein, dass Slade es ganz normal fand, andere Leute ein wenig für unterbelichtet zu halten, dass man ihnen ihren Namen noch einmal buchstabieren musste, aber Caleb hob lediglich eine Braue und musterte sie. Er erwiderte ihren Blick ungerührt und vielleicht kam in diesem Moment doch ein wenig der kühle Engländer zum Vorschein, denn er für seinen Teil fand es nicht allzu witzig. Und wenn er im Moment an ein Reh erinnerte, denn musste man sich doch fragen, ob die alle so herablassend schauten. Sie machte sich lustig über ihn, oder? Caleb konnte Witze auf seine Kosten durchaus ertragen, aber nicht von Leuten, die er so gut wie gar nicht kannte.
Allerdings war er den Mädchen zur Ladentheke gefolgt. Nicht gerade, um dort noch einmal in das Gespräch einzufallen, doch um sich noch einige CDs anzusehen, in denen auch Brooke zuvor noch gekramt hatte. Er hingegen fand nichts mehr, das ihn interessierte. Dafür warf er einen Blick auf die Flyer, die Slade gerade noch über die Theke verteilte. Auch wenn das zum Teil nur Straßenmusiker waren, die in irgendwelchen Pubs auftraten oder einige Gigs auf Privatpartys hatten, so waren das genau die Musiker, die wirklich für ihre Musik lebten und nicht, um im Rampenlicht zu stehen. Und manchmal kam es vor, dass solche Leute von Heute auf Morgen groß raus kamen.
Er hörte sich Slades Vorschlag an und nickte schließlich. "Ich wäre dabei. Ich kann dir meine Handynummer aufschreiben, dann weißt du, wo du mich erreichen kannst, wenn Arbeit da ist." Das war nun auch eine ganz bescheuerte Art von Anmache, oder? Allerdings hatte Caleb so gar keine anderen Hintergedanken, aber wer wusste schon, was Slade so in ihrem hübschen Köpfchen für Gedanken hegte. Caleb schrieb ihr die Nummer auf einen der Flyer und reichte ihr letztlich wieder den Stift, während er den Flyer über die Theke schob. "Dann bis bald", verabschiedete er sich und lächelte auch kurz Brooke zu, ehe er sich wieder der Ladentür zuwandte. Er hatte immerhin nicht vor zu lauschen, wenn Brooke mit Slade über die Bezahlung der Geige verhandelte.