Das X-odus Forum befindet sich derzeit in einer Pause.
Für all Diejenigen, die ihre Charaktere bis zum Wiederbeginn
nicht ruhen lassen wollen, empfiehlt die SL euch
diese Seite.
Wir wünschen unseren fleissigen Usern viel Spass
auf der neuen Plattform und hoffen
euch alle in alter Frische und mit dem gleichen Elan
bald auch wieder an dieser Stelle begrüssen zu können.
Die Sonne war bereits gen Westen versunken, als er das Institut verlassen hatte.
Es hatte ihn erstaunt, dass er überhaupt den Drang verspürte, seiner neuen Heimat den Rücken zu kehren, wenn auch nur für einen Abend.
Doch er war eben trotz aller Sehnsucht nach Gesellschaft immer noch ein Einzelgänger. Vielleicht mehr denn je.
Wie oft hatte er in den vergangenen Monaten die kleine Kapelle aufgesucht, um in der Stille zwischen den leeren Bänken zu beten, einfach nur das Zwielicht am Altar zu genießen, weil er die Kerzen nicht angesteckt hatte.
Im Institut war jeder Tag von Lärm geprägt, die Kinder, die von einer Stunde zur nächsten gingen oder zum Mittagessen zusammen kamen.
Der Troubel war bereits im Xavier Institute befremdend gewesen.
Nicht der Lärm an sich. Seine Vergangenheit im Zirkus war von Lautstärke geprägt gewesen. Mikrophone, deren Technik die Stimmen immer lauter und hallender werden ließ, Musikkapellen, deren Blasinstrumenten die Ohren klingen ließen.
Und natürlich das Geschrei der Menge und ihr tosender Beifall, wenn eine Zirkusnummer geglückt war oder, wie in seinem Fall, das ungläubige Raunen, wenn er seine Kunsstücke vorgeführt hatte.
Das Alles lag in weiter Ferne und doch konnte sein Geist nicht davon ablassen.
Während er langsamen Schrittes über den Weg ging, der ihn immer weiter vom Institut wegführte, kehrten seine Gedanken zu einem anderen Erlebnis zurück.
Genethics.
Die Wunden waren fast verheilt, wenn auch die Narben noch etwas spannten.
Doch das Ziel war erreicht.
Die Firma war zerstört, Lewis tot, aber hatte es damit ein Ende?
Zuviele Fragen waren unbeantwortet, zuviele Lücken, die sich seiner Meinung nach nicht schließen ließen.
Plötzlich blieb er stehen. Sein Mund verzog sich zu einem Lächeln.
Weshalb lief er eigentlich? Das war eine Sache, die er sich seltsamerweise angewöhnt hatte.
Mit einem leisen "Pöff" verschwand seine Gestalt und ließ den Waldweg verlassen zurück.
In einer dunklen Gasse, im nördlichen Randviertel von Inverness, tauchte er wieder auf und stieß gegen eine Mülltonne, die mit einem lauten Scheppern über den Boden rollte.
Angespannt blieb er stehen. Die hatte bei seinem letzten Besuch noch nicht an dieser Stelle gestanden, sonst hätte er einen anderen Ort gewählt.
Irgendjemand musste sie umgestellt haben.
Als sich niemand wegen des Lärms regte, ging er weiter.
Mit einer gewohnten Bewegung klappte er den Kragen seines dunklen Ledermantels hoch und zog die ebenfalls dunkle Schirmmütze ins Gesicht.
Die blaue Haut war nicht ganz verdeckt, doch die einsetzende Dunkelheit ließ sie schwarz wirken, ein einfacher Schwarzer, der durch die Straßen Inverness stapfte - fast jedenfalls.
Die Straße, die er entlangwanderte, schien wie ausgestorben.
Nur an den beleuchteten Fenster sah man, dass hier überhaupt jemand wohnte.
Das Pflaster verursachte ein hallendes Geräusch, wenn seine Schuhe darauf trafen.
Die Hände in den Hosentaschen vergraben, ging er weiter.
Die Sonne war inzwischen wirklich gänzlich verschwunden. Am Ende der Stadt konnte man noch einen violetten Schimmer am Himmel ausmachen, der sich in seine Richtung immer mehr in Schwärze verwandelte.
Der Winter war eben eine Zeit, in der das Licht nur wenige Stunden am Tag hatte.
Der Schnee in den Straßen lagan den Rändern aufgetürmt. Anscheinend hatte ihn ein Schneefahrzeug beiseite geräumt, damit der Verkehrsfluss nicht behindert würde.
Da Kurt mitten auf der Straße ging, störte ihn dieser Umstand nicht sonderlich.
Doch diese weißen Hügel hatten, im spärlichen Schein der Laternen etwas Sonderbares, wie schlafende Kinder, die vom Schnee eingehüllt worden waren.
Von der Ferne drang der Stadtlärm zu ihm, das Geräusch der fahrenden Autos, ein Hupen ab und zu oder eine Sirene.
Hier, am Rand der Stadt,im Industriegebiet, in welchem er sich befand, war dieser Lärm nur schwach zu hören. Eigentlich genau das, was er gesucht hatte.
Auf der anderen Seite verspürte er nicht gerade die Lust in der Nähe der Firmengebäude umherzuspazieren. Nicht, weil es sich um Genfirmen handeln mochte, sonder einfach, weil Industriegebiete etwas Künstliches hatten.