Das X-odus Forum befindet sich derzeit in einer Pause.
Für all Diejenigen, die ihre Charaktere bis zum Wiederbeginn
nicht ruhen lassen wollen, empfiehlt die SL euch
diese Seite.
Wir wünschen unseren fleissigen Usern viel Spass
auf der neuen Plattform und hoffen
euch alle in alter Frische und mit dem gleichen Elan
bald auch wieder an dieser Stelle begrüssen zu können.
(die Lehrer sind übrigens herzlich eingeladen, auf ein Getränk und einen Snack vorbei zu kommen, Dave alles Gute zu wünschen, und dann wieder dezent zu gehen und die Kids ihren Spaß haben zu lassen ;-) )
Nun war es also soweit. Dave stand (noch) allein im Aufenthaltsraum, die Hände auf dem Fensterbrett aufgestützt, und sah hinaus. Das letzte Schuljahr war vorbei, die Abschlussprüfungen dank jeder Menge harter Arbeit mit einem glatten Einser-Durchschnitt bestanden, und morgen würde er das Institut verlassen und zum Studium nach Glasgow ziehen. Sport und Philosophie/Ethik auf Lehramt, das würden seine Fächer sein. Er hatte für sich und Jesse (der dank Padraig mittlerweile wieder genesen war und das restliche Schuljahr hier am Institut verbracht hatte) ein gediegenes Apartment in der Nähe des Stadtparks gekauft, in dem sie beide dann wohnen würden. Jesse würde in Glasgow weiter auf die Schule gehen, Dave auf die Uni. Natürlich besaß das Apartment auch ein Gästezimmer, und selbstverständlich hatte er all seinen Freunden von hier (Ashley, Belle, Brooke, Caitlynn, Colin, Eleonora, Mika, Stanley...) ausdrücklich angeboten, dass sie jederzeit bei ihm einfallen und bleiben durften und sollten, wenn sie Lust dazu hatten. Ferien bei Dave, das klang doch nicht schlecht, oder? Und dennoch, es stand ein Abschied vor der Tür, und das machte ihn irgendwie wehmütig.
Zwei Jahre war er hier gewesen, und es hatte sich so viel geändert. Nicht nur hatte er seine Fähigkeiten bezüglich seiner Mutation weit ausbauen können, sodass er jetzt im normalen Alltag keinerlei Angst mehr verspürte, wenn er sich tarnen musste. Nicht nur hatte er hier die Gelegenheit gehabt, ganz normal zur Schule zu gehen und seinen Traum von einem Abschluss, der ein Studium ermöglicht, wahr gemacht. Er war auch persönlich gereift, was er zwar erst jetzt in der Retrospektive richtig bemerkte, doch es war so. Er erinnerte sich noch sehr gut daran, wie scheu und feindselig er gewesen war, als Jean ihn als 17-Jährigen in Inverness aufgelesen hatte. Mit niemandem hatte er reden wollen, alles hatte ihn ängstlich oder misstrauisch gemacht. Jetzt war er schon fast "a people person", und er musste sich eingestehen, dass ihm dieser Wandel ziemlich gefiel. So lebte es sich einfach glücklicher, zufriedener und spaßiger.
Er hatte ein Herz gebrochen (Suki's) und seines war gebrochen worden (von Ashley). Ironischerweise war zweimal genau das Gleiche passiert... sie hatten sich in unterschiedliche Richtungen entwickelt. Deswegen hatte er seine Beziehung zu Suki beendet, ebenso wie Ashley die zu ihm beendet hatte. Natürlich war er deswegen nicht bitter oder wütend, soetwas passierte nunmal leider. Aber es tat weh, denn er mochte Ashley nach wie vor unglaublich gerne und fragte sich immer wieder, ob die Situation ohne den bevorstehenden Weggang die gleiche wäre. Vielleicht hätte Ash dann nicht so viel gezweifelt. Vielleicht hätte er selbst nicht so viele Vorbehalte gehabt. Dass in jeder Beziehung die "heiße Phase" der Verliebtheit irgendwann abklingt und mehr zu einer sehr tiefen Freundschaft wird war ja hinlänglich bekannt. Dass aber eine Fernbeziehung anstrengend war, ebenso. Er hatte es unfair gefunden, Ashley das anzutun. Ein ganzes Jahr sich höchstens am Wochenende oder in den Ferien sehen, das war einfach nicht genug, wenn man schon am Zweifeln war. Nein, bevor die ganze Sache da hässlich wurde, da war es doch vielleicht besser, es vorerst zu beenden und vielleicht zu einem späteren Zeitpunkt erneut anzuknüpfen. Ashley schien genau das gespürt zu haben, und sie hatten sich, wie man so schön sagt, "in Freundschaft getrennt". Er hatte ein tolles Jahr und mehrere Monate mit ihr gehabt, und daran würde er sich immer gerne erinnern. Irgendwann würde der Schmerz schon nachlassen.
Aber er hatte auch Freunde gefunden. Vor allem mit Fire and Ice (wer gemeint war, ist wohl klar...) hatte er so einige verrückte, spannende und spaßige Dinge erlebt, und er würde die beiden auf jeden Fall vermissen. Natürlich war man nicht aus der Welt. Aber wenn man nicht mehr in unmittelbarer Umgebung zusammenlebte, war es immer schwerer, in Kontakt zu bleiben.
Nun denn, es war nichts zu ändern. Er sah auf die Uhr. 19:50. Bald ging es hier los, und verdammt nochmal, er würde einmal richtig Spaß haben. Jawohl. Er hatte zum Abschied - nicht nur für ihn selbst, sondern auch ein bisschen für alle, die dieses Jahr abgingen - eine Abschiedsparty organisiert, und die sollte als letzter Höhepunkt nochmal richtig toll werden. Eingeladen waren natürlich alle.
Jesse schob die Tür auf und kam herein, d.h. er veruschte er, bewaffnet mit einem Stapel CDs. Musikalische Unterstützung war auf einer Party immer gut, just in case dass die Mucke irgendwann richtig scheiße wurde. Dass irgendwann Bryan Adams gespielt würde, das würde er tunlichst zu verhindern wissen.
"Alter, grübel' mal nicht so viel sondern hilf mir lieber," meinte er zu Dave, als er mit einem Fuß versuchte, die Tür so weit aufzuschieben, dass er hindurch passte, während er gleichzeitig darum bemüht war, die CDs nicht fallen zu lassen. Als Dave ihm die Tür aufhielt, grinste er. "Danke sehr," dann lud er erstmal alles bei der Anlage ab.
Tja, da war er nun der Tag, den sie am Meisten gefürchtet hatte. Seit drei Tagen konnte sie sich nur schwer von diesem Thema ablenken. Dave würde nach Glasgow gehen und zwar für die nächste lange Zeit.
Nicht, dass es sie eigentlich stören dürfte. Sie waren kein Paar mehr, schon vor den Prüfungen von Dave hatten sie das klärende Gespräch gehabt und bereits die Monate davor hatte sie sich immer weiter von ihm zurückgezogen.
Sie fühlte sich miserabel, wenn sie daran dachte, wie er ausgesehen hatte, als sie die Beziehung beendet hatten. Sie wusste, dass er sie immer noch sehr gern hatte, wahrscheinlich mehr, als sie für ihn empfand, vielleicht aber auch nicht.
Das würde die Zeit zeigen.
Dennoch war es das Beste. Sie brauchte diesen Freiraum. Es war einfach nicht mehr das gewesen, was sie sich vorgestellt hatte, wenn sie sich überhaupt etwas unter einer Beziehung hatte vorstellen können. Schließlich war es ihre Erste gewesen und sie hatte immer noch das Gefühl von der ganzen Materie keinerlei Ahnung zu haben. Deshalb war das Thema Jungs, jedenfalls in diesem Bereich, erst mal etwas, wo sie Zeit brauchte, auch wenn sie zugeben musste, dass es einige Jungen hier im Institut gab, die potentielle Opfer sein könnten.
Gegen ihren Willen musste sie lächeln, während sie ihre Schritte weiter in Richtung Aufenthaltsraum lenkte, in dem Dave seine Abschiedsparty geben würde.
Wie die Anderen wohl reagieren würden, wenn sie erfuhren, dass sie nun endgültig nicht mehr zusammen waren?
Sicher, Brooke, Mika und Belle, ebenso Colin und auch andere mussten bemerkt haben, dass da seit März irgendetwas nicht mehr so lief, wie es eigentlich vorher gewesen war. Oder hatte es gar noch früher begonnen?
Sie seufzte und widmete sich dem nächsten Problem, dass ihr in den Sinn kam.
Wie sollte sie Dave begrüssen? Ein Kuss auf die Wange? Oder war das zu aufdringlich? Vielleicht würde er es falsch verstehen...
Was war sie doch für ein dummes Huhn, völlig unreif. Sie brauchte einfach noch etwas, bis sie wirklich bereit für eine Beziehung war.Ob sich das ändern würde, wenn sie ihn wiedersah? Ob sie ihn vermissen würde, wenn er ging?
Die Antwort kam prompt. Natürlich würde sie ihn vermissen. Sie mochte ihn, mehr als manch Anderen. Es würde eine Zeit werden, an die sie sich erst gewöhnen musste, denn sie hatten trotzdem viel Zeit miteinander verbracht.
Sie legte die Hand auf die KLinke und zögerte kurz, dann drückte sie diese herunter und öffnete die Tür.
Nur Dave und sein kleiner Bruder waren da.
"Hallo ihr zwei", sagte sie etwas zögernder als beabsichtigt und trat in den Raum, um die Tür gleich wieder hinter sich zu schließen. Da stand er nun. Sie fand ihn immer noch gutaussehend, aber irgendwie wollte sich nicht das verwirrende Gefühl einstellen, dass sie am Anfang empfunden hatte. Oder gab es dieses Gefühl nicht durchgängig? Soviel, dass sie noch nicht wusste.
Langsam kam sie näher und blieb bei Dave und Jesse stehen.
Dave drehte sich um, als die Tür gleich darauf wieder aufging. So langsam wurde es Zeit, dass die ersten eintrudelten. Als er sah, dass es Ashley wurde, zog sich seine Brust einen Moment lang schmerzhaft zusammen, aber er schaffte dennoch ein kleines Lächeln. Es war ja nicht so, dass er sich nicht freute, sie zu sehen.
"Hey. Schön, dass du da bist," meinte er. Ob es zuviel war, wenn er ihr einen Kuss auf die Wange gab? Er zögerte einen Moment, dann dachte er nur 'scheiß drauf' und machte es einfach. Sie würde ihm schon keine kleben.
Er war gerade ein halbes Jahr am Institut.
Seine Eigenschaft, sich hauptsächlich allein zu beschäftigen und Kontakt zwar nicht zu meiden, aber auch nicht oft zu suchen, ließ ihn dennoch weiterhin als Neuen gelten. Neben den schulischen Aktivitäten gemeinsam mit den übrigen, blieb er meist für sich und lernte viel.
Seine Mutation war ihm nicht mehr ganz so fremd. Man hatte ihm beigebracht, durch Fokussion das Wirken seiner Kräfte zu steuern. Er war noch weit davon entfernt, davon zu sprechen, daß er es beherrschte.
Eigentlich wäre er auch heute auf seinem Zimmer geblieben. Aber irgendwie hatte er das Gefühl, er sollte sich wenigstens von denen verabschieden, die nach den Sommerferien nicht wieder hierher kommen würden.
Er klopfte an, bevor er eintrat. Zurückhaltend lächelnd betrat er dann den Raum.
"Hi," sagte er, ein bißchen als wollte er sich für sein Kommen entschuldigen.
Jesse setzte sich dezent in Bewegung, als Dave und Ashley da voreinander rumstanden und sich das Leben offenbar ein klein wenig schwere machen mussten als unbedingt nötig. Statdessen ging er rüber zum Buffet und richtete die Teller, Becher und das Besteck noch fertig hin, dann legte er erstmal Musik ein. Eine Party ohne Musik war schließlich mehr soetwas wie eine Trauerfeier. Aber selbst da gab es ja Musik.
Als dann Levander reinkam, war das eine willkommene Abwechslung, und er marschierte schnurstrakt zu ihm rüber und klopft ihm freundschaftlich auf die Schulter.
Ashley lächelte kurz, als Dave sie auf die Wange küsste. Er schien dieselbe Idee gehabt zu haben und war anscheinend zu dem Schluss gekommen, dass es nicht schlimm war, wenn er sie auf diese Weise begrüsste.
Sie war derselben Meinung. Schließlich gab es viele, die sich sogar mit Kuss auf den Mund begrüssten und nur gute Freunde waren, von der Angewohnheit der Franzosen gleich beide Wangen zu küssen mal abgesehen.
Auch wäre sie nie auf die Idee gekommen, Dave eine Ohrfeige zu geben, auch wenn das wohl daran lag, dass sie niemanden schlagen würde, wenn es nicht unbedingt sein musste.
Dennoch trat sie einen kleinen Schritt beiseite, nicht, dass Dave noch auf die Idee kam, sie zu umarmen. Außerdem fühlte sie sich etwas seltsam bei dem Gedanken so nah bei ihm zu stehen.
Jesse bekam von ihr einen freundschaftlichen Klaps auf den Rücken. Daves kleiner Bruder war ein lebenslustiger Kerl gewesen, so oft sie im letzten Jahr mit ihm zu tun hatte. Es würde somit nicht nur eine Abschiedsparty für Dave werden, sondern auch für Jesse, denn Beide gingen zusammen weg.
Gleich zwei Freunde, die auf einen Schlag erst einmal aus ihrem Leben verschwinden würden, auch wenn es Emails und Telefon gab.
Wenn Dave studieren würde, dann hatte er vielleicht erst mal gar keine Zeit.
Leider kam ihr da gerade noch ein Gedanke. Nicht nur Dave war dieses Jahr fertig geworden, auch andere und es hinterließ einen stechenden Schmerz in ihrer Magengegend bei dem Gedanken, dass vielleicht Belle gehen könnte.
Die Aussicht darauf, dass es hier soviel leerer werden könnte, machte ihr Angst.
Ein Grund mehr, dass ihre Mimik etwas bedrückt wurde, auch als Levander den Raum betrat, lächelte sie ihm eher verhalten zu.
Sie hatte Belle noch gar nicht gefragt, ob sie ihre Ergebnisse schon hatte.
Dave kaute leicht auf seiner Unterlippe, als Ashley nichts sagte. Hatte er etwas falsch gemacht? Nein, das hätte sie ihn bestimmt wissen lassen. Er grübelte einen Moment darüber nach, was er sagen könnte, bis ihm die rettende Idee kam.
Eleanora schob langsam die Tür auf und trat ein. Ein kurzer, ihr mittlerweile so zu eigen gewordener Rundblick zeigte ihr, dass noch nicht allzuviele hier anwesend waren.
"Guten Abend" grüßte sie in die Runde. Ein bischen beklommen war ihr schon zumute. Dave verließ die Schule und irgendwie tat es weh, ihre Kids in die Welt gehen zu lassen. Unter dem Arm hatte sie ein Paket in A4-format. Es war ein Fotoalbum wo sie alle Bilder eingeklebt hatte, die sie in der vergangenen Zeit gemacht hatte. Von den Schülern, den Lehrern, vom Anwesen, von Inverness. Alles Schnappschüsse. Sie wollte es ihm als Abschiedsgeschenk überreichen. Und auch Jesse bekam so ein Exemplar. Jesse.. ein Kapitel für sich. Wie oft war sie kurz vor einem Nervenzusammenbruch gewesen, wenn sie seine Scherze ausbügeln musste oder selbst Opfer seiner "anschläge" gewesen war. Aber sie konnte ihm nie lange böse sein und so war der Abschied von den Brüdern schwer. Und sie würde ihn auch nicht ewig ausdehnen. Dafür war sie nun so gar nicht geschaffen.
Ein tapferes Lächeln auf dem Gesicht trat sie zu Davin und Ashley.
"Hallo Davin... ich weiß gar nicht was ich sagen soll... und sonst bin ich eigentlich nie um Worte verlegen." sie räusperte sich.
"Ich wünsch dir alles Gute beim Studium und viel Erfolg in deinem Leben. Ich bin sicher, du wirst es meistern."
Dann drückte sie ihm das Paket in die Hand. Umarmte ihn und musste schon mächtig schlucken.
Leise flüsterte sie ihm noch ins Ohr. "Vergiss uns nicht"
Dann bekam Jesse die gleiche Aufmerksamkeit mit einem kleinen Küsschen auf die Wange.
"Und du Jesse ärger deine Lehrer nicht.." flüsterte sie dem jüngeren der Brüder noch zu ehe sie fluchtartig den Raum verlassen musste, weil sie das trockene Schluchzen nicht zurück halten konnte.
Draußen flitzte sie in den Garten. Himmel, wie man sich an die Kids gewöhnen konnte und wie sie einem ans Herz wachsen konnten. "Ele, du musst eindeutig ein dickeres Fell bekommen"
Belle betrat den Raum und lies den Blick erstmal kurz schweifen. Da war das Paar, das kein mehr war - hey, selbst wenn sie sich einen Riesenkopf wegen der Prüfungen gemacht hatte, DAS hatte sogar sie mitbekommen -, der kleine Bruder, den sie kaum kannte und Levander. Ein kleines Lächeln schlich sich auf ihre Lippen als sie alle mit einem Nicken begrüßte.
Kurz strich sie Ash über den Arm und bedachte Dave mit einem warmen Lächeln. Es war nie ganz einfach getrennte Wege zu gehen. Vor allem, da sie sich offensichtlich nicht richtig gestritten hatten.
"Hey Süße"
meinte sie leise zu Ashley. Heute war der Tag des großen Abschieds und Belle fühlte sich dabei alles andere als wohl. Immerhin würde auch sie gehen. Okay nicht weit weg, aber immerhin.
Der Abschluss war für sie kein Problem gewesen, da waren die Streits mit ihren Sporttrainern schon deutlich unangenehmer gewesen, aber das hatte sie so gut es eben ging vor allen verborgen. Vermutlich hatte nur Colin etwas davon mitbekommen.
Sie lächelte Dave zu und nickte. Etwas zu trinken wäre jetzt nicht schlecht, es würde die Unsicherheit sicherlich etwas mildern, wenn sie ein Glas in der Hand hatte - praktisch zum Festhalten.
Eleanora und Belle bekamen von ihr ein erfreutes Grinsen. Natürlich war es nicht leicht, jemanden gehen zu lassen und Belle konnte sich schon einmal ausmalen, wie es wohl werden würde, wenn sie ihrer kleinen "Schwester" sagte, dass sie das Institut verlassen würde. Da machte es nichts aus, dass sie nicht weit entfernt ihre neue Wohnung haben würde, aber Weggang war nun einmal Weggang.
Mit wem würde Ashley dann ihr Zimmer teilen?
Das waren Fragen, die, würde Ashley sich jetzt darüber Gedanken machen müssen, ihr diesen Tag gründlich vermiesen konnten.
Chui kommt zwar erst von der Sekundarstufe I in die zweite (sie wird zwar in einigen Wochen schon 18, aber es hat um nur wenig gefehlt... darum kam sie bei Schulbeginn noch in die erste) aber sie taucht als nächstes hier auf, wo die verabschiedet werden, die mit der Schule soweit fertig sind. Draussen hat sie sich gerade gewundert, nachdem sie Eleonora weglaufen hat sehen... dann schaut sie sich unter den anderen um. "Hallo." sagt sie, nicht laut, aber auch nicht so flüsterleise wie zu Beginn des Schuljahrs.
Er hatte keine so tiefen Bindungen zu jenen aufgebaut, die nun das Institut verließen. Aber die bedrückende Grundstimmung im Raum war deutlich fühlbar.
Sein Interesse an Ashley hatte er nie gezeigt, und er würde es auch nicht tun, dafür war er nicht der Typ. Er hatte sich hin und wieder mit ihr über Musik unterhalten. Selten hatte er von sich erzählt und noch weniger hatte er von ihr erfahren.
Es versetzte ihm einen Stich, sie so nah bei Davin zu sehen, tiefer traf ihn allerdings die sichtliche Trauer über den Verlust der Freunde. Vielleicht sollte er zu ihr gehen und ihr sagen, daß sie nicht aus der Welt waren, daß man sich schreiben konnte, telefonieren. Aber er tat es nicht.
Er drängte sich nicht auf. So hielt er sich dezent im Hintergrund, antwortete Jesse mit einem leichten Schmunzeln, als dieser ihn so freundschaftlich begrüßte.
Weitere Leute betraten den Raum. Keiner schien so wirklich realisiert zu haben, daß dies eine Abschiedsparty war, bis sie die Tür tatsächlich geöffnet hatten. Empathen konnten sich sicher nicht lange in diesem Raum aufhalten, ohne der unterschwelligen Trauer zu erliegen und mitzufühlen.
Der kurze Auftritt der Schulsekretärin bestätigte seine Annahme, daß mehr als nur die Schüler sich gegenseitig vermissen würden.
Innerlich ging er wieder etwas auf Distanz. Für ihn standen einige Wochen mit seiner Familie bevor, dazu Gespräche mit den Kriminalpsychologen der Jugendstrafanstalt und dem Bewährungshelfer. Nach dem Sommer würde er hierher zurückkehren. Und gleich, wie sehr er sich eigentlich darauf gefreut hatte, vielleicht dann engere Freundschaften zu schließen, er verwarf die Idee. Sein Leben war ohnehin geprägt von Verlust, insbesondere was seinen Ruf anging.
Da mußte er sich nicht auch noch vorhersehbaren Abschieden ausliefern, indem er Bindungen in jedweder Form einging.
Seine Gedanken führten dazu, daß seine Haltung wieder verschloßen wirkte und er dadurch fehl am Platz.
Betreten musterte er die Kohlensäurebläschen in seiner Cola, die er sich geholt hatte und versuchte, nicht aufzufallen, was nicht leicht war. Seine Hautfarbe konnte er so wenig wie Chui ihre Äußeres leugnen, zudem waren die wirren krausen Locken seit seiner Ankunft deutlich gewachsen und standen nach allen Seiten ab.
Dave nickte und ging rst einmal rüber zum Buffet. Mist, jetzt hatte er ganz vergessen zu fragen, was genau sie trinken wollte. Die Auswahl war dann doch recht groß, aber nach kurzem Grübeln entschloss er sich einfach für Cola. Das mochte schließlich jeder. Mit dem Glas in der hand ging er zurück zu Ashley und hielt es ihr hin.
"Hier, ich hoffe, das war jetzt richtig ausgesucht," schmunzelte er.
Als Ele an ihn herantrat umarmte er sie erstmal. Herrje, ja. Sie würde er auch verdammt vermissen. Er lächelte leicht zu sich selbst, als sie in sein Ohr flüsterte und murmelte ein "Bestimmt nicht" zurück. Er war gerade dabei, verwundert das Paket anzuschauen und zu fragen, was denn da drin war, da hatte sie schon die Flucht angetreten. Zu schade. Er schüttelte das Päckchen leicht und sah dann wieder zu Ashley und der mittlerweile hinzugetretenen Belle.
"Was meint ihr, soll ich es auf..."
Er musste lachen, als er sah, dass Jesse sein Paket bereits aufgerissen hatte wie ein ungeduldiges kleines Kind an Weihnachten, und grinsend sein Fotoalbum betrachtete.
"Tja, schätze, dann lasse ich es wohl zu. Ist für den Transport bestimmt geschickter."
eine abschiedsparty... nunja, was auch immer. er kommt in den raum und lässt seinen blick still schweifen. einige bekannte gesichter würden ihren weg in die zukunft finden und das war zumindest ein ereigniss das man mit aufmerksamkeit und einigen freundlichen worten zu einer angenehmen erinnerung machen konnte wenn es denn eben möglich war. kaum das er im raum war und die leute eingehender betrachtet hatte wurde dann allerdings doch klar, das man sich hier nicht wie in einer abschlussfeier von graduenten verhielt sondern eine eher bedrückende, stille grundstimmung herrschte. irritierend für ihn, durchaus.
letzten endes aber auch nicht der beinbruch, denn er hatte nicht vor sich davon anstecken zu lassen. der initiatiator dieser party war gerade offensichtlich in bester gesellschaft und dabei sich ein wenig in den abend einzustimmen oder sowas, also belässt er ihn auch dabei. vorerst begnügt er sich damit denen die ihn bemerken einen freundlichen gruß zu schenken und ein stück weiter in den raum hinein zu wandern ohne dabei verloren aus zu sehen.