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Nein, die Treppen, die der Rotschopf dort hinaufging, waren nicht die vom Institut.Das alte und heruntergekommen wirkende Treppenhaus gehörte zum bald täglichen Weg Mikas in ihre "neue" Wohnung. Neu konnte man allerdings das wenigste darin nennen: Nur die Zimmerpflanze, die einsam auf der Flohmarkkommode in einem der beiden Zimmer stand, war neu im Blumenladen gekauft worden,außerdem der Boxsack, der rechts neben dem Fenster von der Decke hing. Den Rest hatte Mika auf Flohmärkten und in Second-Hand-Shops ersteigert, die Küchenutensilien, die sie gerade die Treppen hinauftrug, waren bei Oxfam gekauft wurden und hatten auch schon bessere Zeiten gesehen.
Mika schloss die Tür im zweiten Stockwerk des Hinterhauses auf und stellte den Karton in der recht geräumigen Küche ab.Neben einem Herd und der Spüle fanden sich bisher nur ein Tisch und drei Stühle in dem Raum. Sie räumte das Geschirr und die Töpfe in das Regal unter der breiten Fensterbank. Viel eigenes Zeug hatte Mika bisher noch nicht in der Wohnung, in der Kommode in ihrem Zimmer fanden sich zwar einige ihrer Kleidungsstücke, aber sie hatte auch erst Anfang der Woche angefangen, die Wohnung einzuräumen.Es war nicht gerade das, was man sich als erste eigene Wohnung wünschte, aber besser als vieles andere, was Mika bisher in ihrem Leben gesehen hatte.Und es gehörte ersteinmal ihr, jedenfalls solange, wie sei allein die Meite zahlte. Das zweite Zimmer, das isher jedoch noch verschlossen war, war für Brooke bestimmt, die erst einmal an den Wochenenden hier sein konnte, wenn sie wollte, später jedoch dort einziehen würde.
Sich eine Zigarette greifend und sich auf ihr Bett setzend, dachte Mika daran, dass es eigentlich garnicht so schlecht war wieder ein bisschen Abstand von Menschen zu haben. Sie würde immernoch für ihr Training mit Remy und auch wegen brooke und Chui und den anderen ins Institut fahren, wenn sie Zeit hatte, aber es war etwas anderes, als dort zu leben.
Und sie hatte sich einen Job besorgt. Sie bekamn zwar noch Halbwaisengeld vom Sozialamt, aber das reichte gerade einmal, um die Miete zu zahlen. Letzte Woche war sie beim Probarbeiten im Pub "The green Lad" gewesen und hatte an dem Abend gezeigt, dass sie es nicht nur schaffte, mehrere Pints ohne etwas zu schaffen an die Tische zu bringen, sondern auch, dass sie zulangen konnte, wenn ihr jemand zu Nahe trat.Und so würde sie dort nächste Woche als Kellnerin und bei besonderen Veranstaltungen wie Konzerten als Türsteherin agieren.
Den Rauch der Zigarette durch die Nase ausatmend, legte sie sich aufs Bett und starrte an die Decke. Es würde schon alles werden. Irgendwie.
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