Das X-odus Forum befindet sich derzeit in einer Pause.
Für all Diejenigen, die ihre Charaktere bis zum Wiederbeginn
nicht ruhen lassen wollen, empfiehlt die SL euch
diese Seite.
Wir wünschen unseren fleissigen Usern viel Spass
auf der neuen Plattform und hoffen
euch alle in alter Frische und mit dem gleichen Elan
bald auch wieder an dieser Stelle begrüssen zu können.
Das Zimmer war dunkel.
Und Scott änderte auch nichts an diesem Zustand. Letztlich blieb er einfach nur mitten im Raum stehen und rührte sich eine Weile nicht. Seine Augen brannten, so dass er sie schloss und sich die Brille (nein, er hatte seinen Visor nicht getragen, sondern eine Brille) mit einer wirschen Geste fortriss und sich über die schmerzlich zusammengepressten Lider fuhr. Aber es half nichts…
Doch in diesem Zimmer war es egal, er war allein.
„Was habe ich dir gesagt, Scott?! Dieses gefühlsduselige Zeug überlässt du den Frauen. Ein richtiger Kerl hat stets Kontrolle über sich, klar? Ein Mann heult nicht rum und mein Sohn schon gar nicht. Hast du das jetzt kapiert?“
„Ja, Sir.“
„Was?! Ich verstehe dich nicht, Scott.“
„JA, SIR!“
Längst vergangene Tage seiner Vergangenheit, und er war damals nur eines der Kinder der US Air Force Soldaten gewesen. Und doch war seine Kindheit nicht schlecht gewesen, sondern nur zu kurz. Manchmal sehnte er sich in eine Zeit zurück, wo er nicht alles selbst hatte entscheiden müssen. Diese Tage waren jedoch vorbei und der Anflug von Selbstbedauern, noch bevor er sich richtig hatte einstellen können, ebenso. Er war einer der wichtigsten X-Men und konnte sich derartige Gefühlsregungen einfach nicht leisten. Jetzt ohnehin nicht mehr; auch oder gerade weil Jean nicht mehr da war.
Scott behielt die Augen geschlossen und lauschte auf die Geräusche um sich herum, fühlte den kleinsten Luftzug, der durch undichte Stellen am Fenster zu ihm hinein drang oder unter der Zimmertür durchzog, wenn jemand im Flur vorbeiging. Seit einiger Zeit trainierte er diese Sinne explizit, um sich im Ernstfall auch blind verteidigen zu können, und ohne dass er die ganze Umgebung abfackelte, sollte man ihn seiner sonstigen Hilfsmittel berauben. Der Kampf ohne Augenlicht gelang ihm nach viel Training durchaus, obwohl Scott selbst Perfektionist war und diese Sache für ihn noch lange keine Perfektion erlangt hatte.
Wie lange er so dastand, wusste er selbst nicht. Es war nicht wichtig.
Jeder Mensch öffnete die Augen, wenn er erwachte. Es war der natürliche Reflex des Erwachens und eine vollkommen unbewusste und unwillkürliche Reaktion, über die sich sonst niemand Gedanken zu machen hatte. Nun ja, fast niemand. Scott hatte sich bewusst antrainieren müssen, die Augen nicht zu öffnen, wenn er erwachte. Manchmal trug er eine Nachtbrille, oftmals aber nicht. Und vor einigen Stunden war ohnehin nicht daran zu denken gewesen.
Eine Weile lauschte er einfach nur auf etwaige Geräusche, ehe er den Arm ausstreckte und über das Kissen strich, auf dem sie gelegen hatte. Aber die Stelle war bereits kühl, Jean musste also schon eine Weile fort sein. Scott richtete sich auf und schlug das Bettlaken zurück, um nach seiner Brille zu greifen. Sein Zeitempfinden war meist recht gut, doch heute konnte er die Uhrzeit erst einschätzen, als er einen Blick aus dem Fenster warf. Es musste bereits nach Mittag sein, wobei ihm die Uhr die korrekte Zeit angab: 02:34. Es kam äußerst selten vor, dass er tagsüber schlief, aber er brauchte ohnehin nie besonders viel Schlaf, so dass es ihn selbst wunderte. Warum hatte ihn Jean nicht geweckt?
Eine kurze Dusche und dann würde er Storm aufsuchen, um mit ihr über seinen Aufenthalt und die Ereignisse der vergangenen Nacht - insbesondere Raguels Tod - zu sprechen.
Jean hatte ein paar Minuten Zeit gefunden und sich an Scott erinnert, den sie vergessen hatte zu wecken. Das Gespräch mit Ro und Logan in den Subs drängte dazu, dass sie zu ihm ging und ihm sagte, dass sie als X-Men gebraucht würden für einen Einsatz, der alles andere als ein Spaziergang werden würde.
Der Kommentar mit den Comlinks ging ihr nicht aus dem Kopf. Hatten die sich doch tatsächlich Implantate setzen lassen durch die sie Gedanken austauschen konnten. Was für ein perfider Gedanke, aber wenn es ihnen gefiel. Sie bestand lieber auf die Headsets, die man bei Bedarf abnehmen konnte.
Einen Moment stand sie vor Scotts Tür und überlegte, ob sie anklopfen sollte. Aber sie wusste nicht, ob er noch schlief und so schob sie die Tür langsam auf, trat leise ein und schob sie wieder zu.
Dieser Moment erinnerte sie an Logans Überfall und den Minuten in denen sie fast, wie er meinte, miteinander geschlafen hätten. Ebenso unruhig und mit stockendem Atem lehnte sie nun an der Tür und sah sich um. Er war aufgestanden und wo war er nun?
Das Rauschen der Dusche drang an ihr Ohr.
[im chat beendet]
[Die Beiden sind nun auf der Suche nach Ro]