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auf der neuen Plattform und hoffen
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Einen Moment schloss sie die Augen, bevor sie sich endlich traute und an die Türe klopfte vor der sie stand. Ihr Zungenpiercing klickte leise. Sollte sie? Ja, es lies ihr keine Ruhe. Es war einfach zu verlockend. Und wollte sie etwa umsonst recherchiert haben, in welchem Zimmer er wohnte? Nö. Also. Mach schon endlich Brooke.
War Caleb anwesend? Wenn ja, dürfte er an seiner Zimmertüre ein Klopfen hören…
Caleb hatte sich rar gemacht, was nicht hieß, dass er nicht mehr in den Unterricht ging. Eher im Gegenteil, denn Caleb hatte eine Menge nachzuholen, so dass er für andere Dinge kaum mehr Zeit fand. Ab und an tönten die Klänge des Flügels durch das Haus, aber da Caleb ja nicht der Einzige war, der darauf spielte, musste es auch nicht zwangsläufig er sein, der dort zu hören war. Und doch blieb er stets in Übung, denn selbst wenn er lernte, bewegte er nebenher die Finger wie auf unsichtbaren Tasten (vielleicht war es ja lachhaft, aber so konnte er sich ziemlich gut konzentrieren).
Auch jetzt, als Brooke an seine Tür klopfte, lernte er gerade für einige Klausuren, die anstanden. Sein Zimmer war nicht mehr ganz so trist eingerichtet wie am Anfang, aber es war unverkennbar das Zimmer eines Musikers. Ein paar Bücher auf einem Regal, das Poster eines Klavierspielers mit den Tourdaten am Rand und ein Tisch, auf dem lauter Papierrollen lagen, denn Calebs Stücke, die er schrieb, rollte er stets auf, wenn er sie fertig hatte. Ein paar Kleidungsstücke lagen auf dem braunen Teppich und das Bett war etwas unordentlich, aber ansonsten war es eigentlich ganz aufgeräumt.
Nun ja, die Frage war ja noch immer, warum sich Caleb rar gemacht hatte. Das hatte einen besonderen Grund, über den er aber mit niemandem sprechen wollte. Und so ging er auch etwas widerwillig an die Tür und öffnete sie lediglich einen Spalt breit, so dass Brooke ein einzelnes Auge fixierte. Kurz darauf öffnete er die Tür jedoch etwas weiter. Es schien kurz so, als suche er nach ihrem Namen.
"...ahm, Brooke. Hallo. Was führt dich denn zu mir?"
Brooke wirkte im Ersten Moment so, als zögere sie, dann jedoch sah sie ihn fest und bestimmt an, obwohl sie Worte sprach, die ihr nicht so leicht fielen zu äussern „Kann ich rein kommen? Ich habe über deinen Vorschlag von damals, das ich Texte zu Kompositionen von dir schreiben könnte noch mal nachgedacht…“ Besser gleich sagen was man wollte. Lange um den heißen Brei herum zu reden war sowieso noch nie ihre Art gewesen.
Abwartend sah sie ihn an. Galt das Angebot überhaupt noch? Wäre das nicht zu schön um wahr zu sein? Immerhin hatte sie ihn auch schon mal ziemlich unfreundlich angefahren. Nun lag es an ihm. Bat er sie herein, oder schickte er sie gleich wieder weg? Sich aufdrängen würde sie nicht.
In den blauen Seelenspiegeln lag etwas bittendes, auch wenn Brooke das nicht bewusst war. Es würde ihr defintiv viel bedeuten, das sah man an diesen Augen. Musik war immerhin quasi ihr Leben, genau wie seins.
Caleb war nicht nachtragend. Jedenfalls nicht in solchen banalen Dingen, so dass er sie auch eintreten ließ. "Klar darfst du reinkommen. Ich..." habe nicht aufgeräumt. Aber das sah sie ja ohnehin schon selbst, so dass er die Tür hinter ihr schloss und seine Shirts vom Boden aufhob, um sie ins Bad zu werfen. Kurz kratzte er sich am Hinterkopf und deutete letztlich auf sein Bett, weil die beiden Stühle am Tisch einfach mit Büchern vollgepackt waren.
"Willst du einen Tee?" Caleb hatte hier nämlich einen Wasserkocher, weil es ihm zu dumm war, ständig für einen kleinen Tee in die Küche zu rennen. War er faul? Ja, er war faul. Aber wenigstens tat er noch so, als würde er Sport treiben. Er ging zum Tisch und zog zwei der Papierrollen heraus, um sie ihr zu reichen.
"Das sind geschriebene Kompositionen - ich denke, es ist nicht leicht, einen Text darauf zu schreiben. Vielleicht hast du ja auch einen Text, dann könnte ich einmal eine Melodie dazu komponieren." Caleb hatte schon wieder vergessen, was er eigentlich gerade hatte lernen sollen, denn jetzt war er wieder in seinem Element, so dass er sich neben sie setzte und ihr eine Rolle abnahm, um sie aufzurollen.
"Ah...das ist ziemlich schwer, ich glaube, ich gebe dir besser ein einfacheres."
Oh, Charleen wusste ganz genau wie der Hase lief und wenn sie Caleb auch nur halbwegs richtig einschätzte, dann würde er ihr die Tür vor der Nase ins Schloss werfen. Sie hatte ihn nicht vergessen. Gut, sie hatte sich aber auch nicht sehen lassen und hatte noch nicht mal nach ihm gefragt, aber sie hatte dafür eine Erklärung…an der sie eigentlich noch feilen musste.
Sie hatte es nicht verdient und dessen war sie sich auch vollkommen bewusst, aber sie waren doch mal Freunde gewesen und es hatte eine Zeit doch sogar so gewirkt als könnte es mehr als bloß Freundschaft sein. Sie brauchte wieder einen Freund.
Kurzum klopfte sie an seine Tür. Er schien ja heute mehr als begehrt und als kleinen Bestechungsversuch hatte sie ihm Schokoladenplätzchen gebacken die sie mit Milch auf dem Tablett balancierte.
Caleb sah Brooke einen Moment etwas fragend an, so als wisse sie mehr als er und könnte ihm sagen, wer dort draußen vor der Tür stand. "Entschuldige, ich bin gleich wieder zurück. Sieh dir die Stücke mal an, vielleicht hast du ja eine Idee. Ach... du hast mir noch gar nicht gesagt, ob du einen Tee möchtest. Schwarztee? Früchtetee?"
Caleb erhob sich wieder und ging zur Tür um zu öffnen. Diesmal zog er sie nicht so vorsichtig auf, aber kurz darauf bereute er es schon wieder. Einen Moment sah er Charly stumm an, blickte auf das Tablett in ihren Händen und schaute dann wieder auf. "Hallo, Charly. Dass du dich mal wieder blicken lässt..." Er lächelte leicht, aber das Lächeln war nicht so gemeint, wie es vielleicht wirkte. Caleb sah zurück ins Zimmer, ehe er sich Charly wieder zuwandte.
"Ich habe im Moment Besuch, vielleicht solltest du einfach später wieder kommen." Er hatte in den letzten Wochen öfter einmal bei ihr vorbei gesehen, aber entweder sie war woanders gewesen oder überhaupt nicht im Institut - dass sie in New York gewesen war, hatte er auch über andere erfahren. Freunde? Es schien ihm nicht so.
Das hieß dann ja wohl, dass Caleb wirklich wütend war. Was sie vollkommen verstehen konnte und wenn er ihr nur eine Chance geben würde zu erklären, dann würde er sie bestimmt verstehen, oder?
Die Abfuhr hatte sie ohne Frage verdient und ihr kam es so vor als sei das längst nicht alles gewesen. Es war komisch. Caleb war immer nett und freundlich zu ihr gewesen und auch wenn das sonst nicht Charleens Art war behandelte sie ihn immer schlecht. Das wollte sie nicht, aber sie wusste auch nicht wie sie es anders machen konnte.
Sie seufzte und es war doch klar, dass schon wieder die Tränen kullerten, gerade jetzt wo sie niemand sah. Sie stellte das Tablett nur vor seiner Tür ab und ging wieder ihrer Wege. Sie würde später vielleicht noch mal wieder kommen.
Wies hier aussah störte sie herzlich wenig. Sie hatte nicht umsonst mit mehreren Jungs nen Van geteilt. Wie sollte sie da über das bisschen Unordnung entsetzt sein… Nichts desto trotz sah sie sich um, als sie das Zimmer betrat.
Der Weg bis zum Bett war schnell zurückgelegt und sie setzte sich dort auf die Bettkante, ihn beobachtend wie er in seinen Sachen kramte. Tee… Sie überlegte kurz. Alles was warm war war gut. Deshalb fragte sie „Was hast du denn für Tee Sorten?“ Obwohl sie sonst ehr weniger Tee trank orderte sie schließlich einen Früchtetee und erbat sich viel Zucker. Sie war ehr der Kakao oder Kaffee Typ. Aber Kaffee bekamen sie hier ja sowieso nicht. Ekelhaft wie sehr die hier auf die Gesundheit achteten. Auf ihrer Reise damals hatte es, wenn es denn überhaupt mal etwas gegeben hatte, Fastfood gegeben. Ab und an vermisste sie diese Zeiten…
Die Musikstücke nimmt sie natürlich ganz genau unter die Lupe. Sehr vorsichtig nimmt sie es entgegen, immer aufpassend, ihn bloß nicht zu berühren „Ach was, lass das mit dem schwierig mal meine Sorge sein“ wischte sie seine Bedenken weg, die Melodie sei zu kompliziert.
Während Caleb an der Tür mit Charly sprach vertiefte sie sich nach einem kurzen verstehenden nicken, er solle ruhig hin gehen, sie hielt ihn bestimmt nicht ab, in die Noten. Auch wenn er zurückkommen sollte war sie für den Moment wie in ihrer eigenen Welt, nur ab und an summte sie nach den Noten kleine Passagen vor sich hin, um ein Gefühl für das Lied zu bekommen
Natürlich fiel ihm wieder einmal auf, dass sie peinlichst darauf achtete, ihn nicht zu berühren. Er dachte sich schon, dass es etwas mit ihrer Mutation zutun hatte - oder war sie allgemein so kontaktscheu? Das konnte natürlich auch sein, aber er respektierte das und überging es. Nachdem er die Tür wieder geschlossen hatte, war er allerdings weitaus weniger ruhig als zuvor. Er wirkte nun ein wenig aufgewühlt, auch wenn er versuchte, es sich nicht anmerken zu lassen. Erst einmal kümmerte er sich um ihren versprochenen Tee, so dass er letztlich mit der Tasse zurück kam und sie ihr reichte.
"Hast du dich schon für ein Stück entschieden?" Er traute sich nicht zu fragen, ob sie ihr überhaupt gefielen. Immerhin hatte er das alles selbst komponiert und eigentlich zeigte er diese Stücke niemandem - nur ab und an spielte er sie auf dem Klavier.
Den Tee nahm sie entgegen, wobei sie sehr vorsichtig war ihn nicht auf die Notenblätter zu kippen. Obwohl er noch so heiß war kippte sie ihn fast herunter wie Wasser. Merkwürdig, das sie sich dabei nicht verbrannte. Das warme Getränk war angenehm. Sonst fand sie es regelrecht kalt und ungemütlich, aber das war im Winter ja Normalzustand.
Seine aufgewühlte Stimmung entging ihr nicht, aber es war einfach nicht an ihr nachzufragen. Soetwas stand ihr nicht zu. Sie summte noch einmal eine Passage aus einem der Lieder, ohne groß auf ihn zu Achten und vielleicht sprang derweil ja etwas von ihrer kühlen Ruhe auf ihn über.
Die Lieder gefielen ihr, genau so wie sie die Art wie er spielte generell mochte irgendwie. Er wusste es vermutlich nicht, aber sie hatte ihm öfter zugehört als er glaubte wenn er im Musikzimmer saß und musizierte. Ihre Augen suchten die seinen. Was würde er wohl zu ihrem Traum sagen? Vermutlich würde er sie auslachen. Oder? Bislang wusste ja noch nicht einmal Mika etwas davon. Hoffentlich blammierte sie sich nicht, wenn sie Texte verfasste. Denn darin floß unweigerlich Persönliches mit ein.
Sie nahm eines der Stücke und Reichte es ihm „Das hier habe ich mir ausgesucht. Die Nuancen der Tonfarben in diesen Lied, zumindest soweit ich sie mir vorstellen kann vom ansehen her, gefallen mir“ Das war ein unerhörtes Lob aus ihrem Munde wenn man bedachte, wie sie sich sonst anderen gegenüber verhielt… Und irgendwie herrschte zwischen ihnen wieder dieses Stumme Verständnis. Musiker unter sich.
"Vorsicht, es ist..." HEIß! Aber scheinbar hatte sie da so gar keine Probleme damit. Zudem bemerkte er erst jetzt, dass sie immer ziemlich blass war und oftmals fror - selbst wenn es gar nicht wirklich kalt war. Natürlich musste es etwas mit ihrer Mutation zutun haben, aber Caleb fragte nicht nach. Vielleicht würde sie es ihm irgendwann schon von selbst erzählen.
Und somit fragten beide nicht den anderen aus - als wäre es ein stilles Abkommen. Tatsächlich war sie so ruhig und gelassen, dass er sich nach einer Weile ebenso wieder unter Kontrolle hatte. Als sie ihn ansah, erwiderte er ihren Blick und etwas Fragendes war in seinem Lächeln. Aber da sie ihm nicht sagte, was sie ihm vielleicht hatte sagen wollen, wandte er seine Aufmerksamkeit ebenfalls wieder auf die Notenblätter.
"Danke... dann würde ich sagen, du kannst es mitnehmen und wenn du soweit bist, treffen wir uns einfach wieder. Ich bin gespannt, was du darauf schreiben wirst."
„Kay“ Stimmte sie leicht nickend zu. Sie trank noch einen großen Schluck des heißen Tees, bevor sie ihre Zungepiercing klicken lies. Es war eine Gewohnheit geworden, das sie damit spielte.
Es arbeitete hinter der Stirn in ihrem Gesicht, das wie das einer Porzellanpuppe wirkte. So zerbrechlich. Aber sie strahlte etwas aus was das wieder ausglich und sie stark und sicher wirken lies, zumindest meistens. Aber das war sie nicht. Nicht immer.
Wie aus heiterem Himmel zerschnitt eine Frage, die ihr entwich, die Stille zwischen ihnen, die sie gar nicht mal als so unangenehm empfunden hatte „Bist du schon mal… aufgetreten? Ich meine mit deiner Musik…“ Ihr Kopf legte sich auf die andere Seite und während sie ihm Zeit zum antworten lies leerte sie ihre Tasse.
Er rollte die anderen Kompositionen wieder ein und legte sie zurück. Caleb war wirklich neugierig darauf, was sie dazu dichten würde. Erst jetzt bemerkte er, dass sie ein Zungenpiercing hatte und musste leicht grinsen. Als sie ihn fragte, ob er schon einmal aufgetreten war, wurde er wieder etwas unsicher. Wahrscheinlich war er wirklich derjenige, der sich hier auf der Schule am meisten eingrub in seine Arbeit. Vielleicht lag es auch daran, dass er kein Mutant war und sich immer etwas abseits sah. Er druckste ein wenig herum und wollte eigentlich nicht mit der Sprache herausrücken.
"Nein... bin ich nicht. Nicht so...direkt. Eher mit anderen ...Kompositionen." Und bevor sie sonst noch etwas fragte, hatte er sich wieder erhoben. "Ich glaube, ich muss jetzt auch weiter lernen." Nein, er wollte sie nicht rausschmeißen, aber sie sollte ihn solche Dinge besser nicht fragen.
Okay. Sie war zwar Ice-Box und hatte ne harte Schale aber sie konnte sehen, wenn sie mit ner Frage ins Fettnäpfchen getrampelt war wie ein Elefant im Porzellanladen. Klasse. Hätte sie sich ja denken können, das ihr das passierte. Aber sie hatte es ja nicht böse gemein, im Gegenteil. Sie wünschte sich das insgeheim doch selber vielleicht mal.
Was er wohl sagen würde wenn er von diesem Traum wüsste? Aber vielleicht hatte er ja auch Angst, seine eigenen Stücke zu offenbaren. Denn das er keine Erfahrung mit Auftritten hatte war ja wohl nicht so wie sich das ganze anhörte. Sie würde ihn verstehen wenns so wäre. Aber es war besser, das merkte sie, nicht weiter zu fragen.
„Okay okay, dann entschuldige die Störung will dich nicht länger aufhalten wenn du noch busy zu sein scheinst wo ich dich eben schon unterbrochen hab…“ Mit diesen Worten stellte sie die Tasse irgendwo ab und erhob sich, das Musikstück in ihrer Hand wie einen Schatz festhaltend. Sie verstand nen Wink mit dem Eifelturm durchaus „Ich setz mich an den Text und bring ihn vorbei wenn er so weit ist. See ya around“ Damit war sie auch schon auf dem Weg Richtung Türe.
Er glaubte ihr ja, dass sie es nicht böse meinte. Aber er hielt sie auch nicht zurück, als sie auf die Tür zuging. Da gab es noch einige Dinge, die er vielleicht hätte sagen können, aber er behielt all seine Geheimnisse schön für sich. Niemand musste wissen, warum er eigentlich hierher gekommen war. Manchmal fragte er sich das sogar selbst.
"Schon okay. Hat mich gefreut, dass du da warst. Es hat mich nicht gestört, aber jetzt sollte ich weiter lernen, denn ich muss noch Stoff aufholen, den ich seither verpasst habe. Bye."
Wenn sich das jetzt ein wenig wie auswendig gelernt anhörte, dann konnte er nichts dafür. Dass er ihr überhaupt eine seiner Kompositionen gegeben hatte, damit sie was draus machte, war schon ein Wunder. Denn das war etwas, das nun wirklich sehr persönlich war.